Pfundig und mächtig

19. Juli 2013, 08:55 Uhr

Chris Christie würde gern 2016 Präsident der Vereinigten Staaten werden. Noch steht ihm dabei sein Gewicht im Weg. Dabei wäre der Republikaner nicht das erste Schwergewicht mit politischer Macht. Von Daniel Regnery

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Im Februar ließ sich Chris Christie ein Magenband einsetzen – es soll beim Abnehmen helfen. Getan habe er das vor allem für sich und seine Familie, sagt Christie. Amerikanische Politikexperten glauben, dass noch etwas anderes hinter der Operation steckt: Der Gouverneur von New Jersey will 2016 möglicherweise Barack Obama als Präsident ablösen. Dafür braucht er auch die Stimmen der Leute, die Übergewichtige aus Prinzip nicht wählen – das sind immerhin 20 Prozent aller Amerikaner. Erste Erfolge erzielte Christie seither schon: "Ich habe mir letztens ein Steak bestellt und war nach einem Drittel total satt", erzählte der Politiker im Mai. Einige Pfunde purzelten bereits, in den nächsten Monaten und Jahren sollen es noch mehr werden. Denn: Mit jedem verlorenen Gramm steigen Christies Chancen, ins Weiße Haus einzuziehen.

Christie als amerikanischer Präsident? Unrealistisch ist das nicht. Schon jetzt ist der schlagfertige Politiker im ganzen Land beliebt. Die Menschen haben nicht vergessen, dass der charismatische Republikaner nach dem Hurrikan Sandy vor Ort anpackte und stets an ihrer Seite stand. Nicht nur sein republikanisches, auch das demokratische Lager mag den Politiker seither – und dennoch spaltet Christie das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wie nur wenige vor ihm: Viele schätzen den kompromissfähigen, aber direkten Gouverneur für seine Ehrlichkeit, andere aber greifen ihn bei jeder Gelegenheit wegen seiner Körperfülle an. Pfundskerl Christie ist mit seinem Gewicht zwar ein Spiegelbild der zu zwei Drittel übergewichtigen amerikanischen Bevölkerung, aber eben auch ein unvorteilhaftes. Viele vermuten zudem, der 50-Jährige sei wegen seiner körperlichen Verfassung nicht bereit für höhere Aufgaben. Für Christie absoluter Quatsch: "Während des Hurrikans Sandy habe ich ohne Probleme 18 Stunden pro Tag gearbeitet."

Und in der Tat: Als US-Präsident wäre Christie in der Geschichte beileibe nicht das einzige politische Schwergewicht in hoher Position. Eine Übersicht.

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