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6. August 2009, 13:04 Uhr

Sexualkunde ist Pflicht

Eltern dürfen ihre Kinder nicht aus religiösen Gründen vom Sexualkundeunterricht fernhalten. Das hat das Bundesverfassungsgericht beschlossen und damit eine Beschwerde baptistischer Eltern abgelehnt.

Sexualkunde, Verfassungsgericht, Karlsruhe, Religion, Verfassungsbeschwerde

Wie geht denn das? Auch Kinder von Eltern religiöser Minderheiten müssen sich aufklären lassen© Colourbox

Das Bundesverfassungsgericht hat die Schulpflicht gestärkt und Unterrichtsbefreiungen aus religiösen Gründen enge Grenzen gesetzt. Vom Sexualkundeunterricht dürfen Schüler im Regelfall nicht unter Berufung auf Glaubensüberzeugungen fernbleiben, solange die Schule Neutralität und Toleranz gegenüber den erzieherischen Vorstellungen der Eltern wahrt. Auch die Auseinandersetzung mit Traditionen der Mehrheitsgesellschaft wie Fastnacht ist religiösen Minderheiten zumutbar, heißt es in dem Beschluss.

Damit wies das Gericht eine Verfassungsbeschwerde der baptistischen Eltern zweier Grundschüler aus Ostwestfalen ab. Wegen eines Theaterprojekts zum Thema "sexueller Missbrauch" sowie einer Karnevalsveranstaltung hatten sie ihre Söhne einfach zu Hause gelassen - weswegen sie nun 80 Euro Bußgeld zahlen müssen.

Aus Sicht der Eltern beruhte das teilnahmepflichtige Projekt mit dem Titel "Mein Körper gehört mir" auf einer "absolut einseitigen emanzipatorischen Sexualerziehung". Den Kindern werde vermittelt, sie allein dürften über ihre Sexualität bestimmen und sich dabei einzig auf ihr Gefühl verlassen - womit Gottes gute Gebote aufgehoben würden. Auch von der Karnevalsveranstaltung hielten sie die Jungen unentschuldigt fern, weil Fastnacht in ihren Augen ein katholisches Fest ist - obwohl es während der Feier Turn- oder Schwimmunterricht als Alternativangebot gegeben hätte.

Der Vorwurf, das Theaterprojekt erziehe zu freier Sexualität oder gar zu Pädophilie, ist aus Sicht der Richter haltlos. Zur Karnevalsfeier merkte das Gericht an, Fastnacht sei kein katholisches Kirchenfest.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 45)
 
Administrator (07.08.2009, 14:10 Uhr)
Liebe User,
diese Diskussion wird mittlerweile völlig am Thema des Artikels vorbei geführt. Daher schließen wir sie an dieser Stelle.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Anemone (07.08.2009, 13:24 Uhr)
Bebu,
sehr sehr aufregend und ärgerlich, nicht? War es schon damals! Dieser Christus, der dann auferstanden ist, UND LEBT!
Menschen, die IHN von Herzen suchen, finden ihn! ER läßt sich finden!
Empfehlung. Achso, Sie möchten lieber in die Finsternis - würde ich mir überlegen, denn es ist für ewig.
Mopar (07.08.2009, 13:03 Uhr)
@ Schwaebin
Nur weil Du mal irgendwo gelesen hast dass es sowas wie einen Gott gibt, heisst das noch lange nicht dass es ihn tatsächlich gibt. Alles was man heutzutage weiss, spricht dagegen - und ja, ich glaube Wissenschaftlern eher als jahrtausende alten Erzählungen (Märchen).
Wer diesen Gott erschaffen haben soll und - wenn man das mal konsequent weiterspinnt - den Gotteserschaffer-Erschaffer etc., konnte mir komischweise auch noch keiner erklären. Steht wohl nicht in dem Märchenbuch, he?
Ich bin nicht intolerant, von mir aus soll jeder an den Gott, Kobold oder Gartenzwerg seiner Wahl glauben, wenn ihn das glücklich macht. Aber warum muss man ständig und überall damit belästigt werden? Ich möchte damit nichts zu tun haben!
Bebuquin (07.08.2009, 11:19 Uhr)
@PreachTheGospel
"Bevor Ich mich für Jesus entschieden habe, habe Ich genauso wie Ihr hier gedacht, nicht viel Gutes über diese religiösen Leute, aber wenn man die Wahrheit mit Jesus selber erlebt [hat mir keiner eingeredet und auch keine Gehirnwäsche] dann sieht man, was Gott wirklich über gewisse Dinge denkt:
Sexualität ist für die Freude der Menschen, zwischen dem Mann und seiner Frau. Die Ehe und andere Regeln hat Gott zu unserem Schutz aufgestellt, nicht zu unserem Schaden.
Da Ihr aber diesen Schutz nicht wollt und es treiben wollt wie selbst die Tiere es nicht treiben, verdammt Ihr uns eben. Das ist wie immer so einfach, aber leider für Euren Fall. Und als Jünger Jesus werde Ich und andere Euch weiterhin warnen und anflehen, umzukehren."
*seufz*
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Bei solchen Aussagen frage ich mich immer, ob das bewusstes Ignorieren von anderen Erkenntnissen und Sachverhalten ist oder ob einfach Unwissen vorliegt.
Aber mal konkret:
1. Warum schuft dieser Gott ein derartig großes Universum und ließ dann nach einigen Milliarden Jahren sein "Abbild" wiederum über Milliarden Jahre durch die Evolution mittels Zufall und Notwendigkeit auf einem kleinen Planeten in diesem riesigen Universum entstehen? Und um diesen kuriosen Sachverhalt noch etwas absonderlicher zu machen: Warum stört sich dieses allmächtige Wesen daran, mit was und mit wem und wie oft und wann diese göttlichen Abbilder Sex haben? Hat dieses allmächtige Wesen nichts besseres zu tun? Oder hat es nur einen komischen Humor?
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2. Sind sie sich der historischen Ungereimtheiten der Entstehung des Chrsitentums bewußt? Der Existenz vieler ähnlicher Kulte, mit ähnlichen Glaubensinhalten? Oftmals bereits vor der Geburt von Jesus.
Berücksichtigen Sie die Ergebnisse der kritischen Bibelforschung? Wie begründen Sie ihre Beschränkung nur auf bibliche Schriften und die Vernachlässigung vieler anderer Schriften, die in den ersten Jahrhunderten nach Jesu Geburt im Umlauf waren?
Womit begründen sie die einzigartige Herausstellung der Jesusgeschichte gegenüber den Geschichten der vielen anderen Religionen? D.h.: Warum sind Sie Christ und nicht Moslem, Buddhist, etc.?
(Im Prinzip könnte ich mit kritischen Fragen noch einige Zeit weiter machen, aber es würde mich schon wundern, wenn sie diese wenigen zufriedenstellend beantworten würden...)
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3. Wir Menschen sind auch Tiere. Also wäre es schön, wenn sie Aussagen wie "es treiben wollt wie selbst die Tiere es nicht treiben" unterlassen würden. (Außer natürlich sie widerlegen die Evolutionstheorie und zeigen, dass der Mensch kein Tier ist.)
Bebuquin (07.08.2009, 11:06 Uhr)
@Schwaebin
"@Alle Lästermäuler hier
Auf Denen rumhacken, welche zu Ihrem Glauben stehen, aber die christlichen Feiertage nehmt ihr alle gerne mit, gell?"
--> Blablabla
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Was sollen Ungläubige tun? Bei ihren Arbeitgebern einbrechen und verlangen, dass sie arbeiten dürfen?
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Meinetwegen kann man alle kirchlichen Feiertage streichen. Als Ersatz könnte man gesetzlich zusätzlich garantierte Urlaubstage beschließen, die dann jeder entsprechend seines Glaubens und seiner Religion an den Tagen in Anspruch nehmen kann, an denen seine Religion irgendein absurdes Fest feiert.
Schwaebin (07.08.2009, 10:10 Uhr)
@Alle Lästermäuler hier
Auf Denen rumhacken, welche zu Ihrem Glauben stehen, aber die christlichen Feiertage nehmt ihr alle gerne mit, gell?
@Mopar
Nur weil Sie Gott noch nicht gesehen haben, heisst das doch auch nicht, dass es Ihn nicht gibt. Und kommen Sie jetzt bitte nicht mit Naturwissenschaften. Ich rate Ihnen mal, sich mit der Sterbeforschung zu befassen. Dies ist eine anerkannte Wissenschaft und sie werden stauen, zu welchen Ergebnissen man da bereits gekommen ist. Mopar, Sie sind genauso intolerant wie die Fanatischen Gläubigen, nur im gegensätzlichen Sinn.
Anemone (07.08.2009, 08:34 Uhr)
Nachtrag:
...und wir waren damals zwar noch keine Christen, doch wir waren nicht versaut, sondern gut erzogen. Es gibt auch heute noch viele Leute, die - ohne Christ zu sein - diesen Sexualkundeunterricht ablehnen.
Anemone (07.08.2009, 08:30 Uhr)
@PreachTheGospel
Ich und viele können bezeugen, daß es stimmt! Laß sie doch toben."
"Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen, denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat", Joh. 15,21.
Zum Sexualkundeunterricht: Zu Anfang ist man noch sensibel damit umgegangen, doch was jetzt manchmal über Sexualität gelehrt wird, ist brutal und schlimm. Mein jüngster Sohn hat das nicht ernst genommen - und wir haben einfach gelacht darüber, obwohl es traurig war.
Was haben wir Menschen bloß gemacht, als es diesen "Unterricht" noch nicht gab.....?
Countryjoe (07.08.2009, 08:29 Uhr)
Erstaunen
Ich finde es erstaunlich, daß der Artikel nur von Christen handelt. Die Christen, welche gegen den Sexualkundeunterricht sind, stellen doch nur eine winzige Minderheit dar gegen die Anzahl der Moslems, welche ihren Töchtern diesen Unterricht, ebenso wie Sport und Schwimmen verbieten. Wird das einfach hingenommen und gilt das Urteil nur für Christen?
aeternitas (07.08.2009, 06:29 Uhr)
Hier reden schon wieder Blinde von Farben
Es sind nicht DIE CHRISTEN die gegen Sexualkunde sind! Das ist eine kleine Hardliner-Minderheit!
Sowohl die evangelischen als auch die katholischen Schüler haben zu 95% kein Problem mit Sexualkunde. Warum auch? Es wird ja nichts anstößiges gezeigt! Dass die Katholiken dazu angehalten werden nicht alle Verhütungsmittel einzusetzen die sie kennen heißt noch lange nicht, dass sie die auch ablehnen. Sonst hätten ja die katholischen Familien alle sehr viele Kinder :-)
In der evangelischen Landeskirche haben wir eine geschiedene Bischöfin und es gibt homosexuelle Pfarrer. Überhaupt wird eine offene Sexualität nicht verdammt, sondern thematisiert (Reli, Konfirmandenunterricht)! Natürlich setzt die ev. Kirche dabei andere Schwerpunkte, als wenn sagen wir atheistische Jugendliche darüber sprechen würden.
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen, wie beim Stichwort "Religion" die Leute, die davon keine Ahnung haben alte Phrasen hervorkramen und Dinge, an die sie sich nebulös erinnern, die etwas mit Religion zu tun haben könnten. Ist meistens falsch, stört aber unsere Religions-Experten nicht. Deshalb: Gehirn einschalten!!! Wären alle CHRISTEN dagegen, gäbe es längst keinen Sexualkundeunterricht mehr, denn das sind ja nicht nur 10% aller Menschen, sondern deutlich mehr. Dass nicht alle gleich gläubig sind, steht nicht zur Debatte, da jeder beim Wort "Christ" gleich an ultrakonservative Hardliner wie Bush Junior denkt...
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