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15. Mai 2007, 16:23 Uhr

Mehr Terror von rechts

Rechtsextremisten sind in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich gewalttätiger geworden. Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts stufte Bundesinnenminister Schäuble aber einen anderen Terror als die stärkste Bedrohung ein.

Ein Skinhead in typischer Aufmachung - doch immer mehr Neonazis "tarnen" sich durch zivile Kleidung© Jan Pitman/AP

Trotz eines massiven Anstiegs der rechtsextremen Gewalt bleibt der islamistische Terrorismus nach den Worten von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die größte Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands. Die jüngsten Drohbotschaften im Internet zeigten, dass terroristische Gruppen Deutschland im Visier hätten, warnte Schäuble am Dienstag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2006 in Berlin. Dies mache deutlich, dass die Ermittler Instrumente wie die heimliche Online-Durchsuchung brauchten.

Gewaltbereite Recht in ziviler Kleidung unterwegs

Als Besorgnis erregend bezeichnete er den Anstieg rechter Gewalttaten um gut neun Prozent und die zunehmende Annäherung zwischen rechtsextremer NPD und Neonazis. Verfassungsschutz-Chef Heinz Fromm wies auf eine gestiegene Gewaltbereitschaft in der rechten Szene hin.

Nach Angaben des Verfassungsschutzes wandelt sich das Erscheinungsbild der gewaltbereiten rechten Szene, die bisher von Skinheads dominiert wurde. Besonders in Ostdeutschland legten militante Rechte vermehrt ihr martialisches Auftreten mit Glatze, Springerstiefeln und Bomberjacke ab und ersetzten es durch modische Kleidung, Piercings und Turnschuhe. Weiter auf dem Vormarsch seien auch rechtsextreme Bands, deren Musik als Einstieg für Jugendliche in die rechte Szene gilt.

Annäherung NPD und Neonazis

Auch die Annäherung zwischen NPD und Neonazis setzte sich fort: Inzwischen säßen Neonazis in den Vorständen von elf der 16 NPD-Landesverbände, zum Teil sogar als Landesvorsitzende, erklärte Schäuble. Durch Erfolge bei den Landtagswahlen etwa in Mecklenburg-Vorpommern, wo die NPD über sieben Prozent der Stimmen errang, gewann die Partei laut Verfassungsschutzbericht an Attraktivität für Neonazis. Die NPD selbst, die neben Mecklenburg-Vorpommern auch in Sachsen im Landtag vertreten ist, sehe sich auf dem "Marsch in die Mitte des Volkes". Während die rechte Szene insgesamt leicht an Anhängern verlor und noch auf knapp 39.000 Sympathisanten kommt, stieg die Zahl der NPD-Mitglieder um 1000 auf 7000. Wie bisher würden 10.400 Rechtsextremisten der gewaltbereiten Szene zugerechnet.

Insgesamt stieg die Zahl der rechtsextremen Straftaten 2006 um knapp 15 Prozent. Die Zahl der Gewalttaten nahm dem Bericht zufolge um gut neun Prozent auf 1050 zu, sie liegt damit aber immer noch unter den 1200 Gewalttaten mit linksextremen Hintergrund. Der Grünen-Innenexperte Wolfgang Wieland nannte die Entwicklung bestürzend. "Der neue Verfassungsschutzbericht zeigt vor allem eins: Die größte extremistische Gefahr droht der Bundesrepublik von rechts", erklärte er.

Warnung vor islamistischem Terrorismus

Schäuble dagegen betonte, die größte Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands gehe weiter vom islamistischen Terrorismus aus. Die fehlgeschlagenen Kofferbomben-Anschläge auf Regionalzüge hätten gezeigt, dass militante Islamisten auch in Deutschland motiviert und in der Lage seien, Anschläge zu verüben, heißt es im Verfassungsschutzbericht. Schäuble verwies darauf, dass Terroristen vermehrt das Internet nutzten. "Das Internet bietet Terroristen ein gigantisches Forum, es ist Kommunikationsplattform, Werbeträger, Fernuniversität, Trainingscamp und Think Tank", warnte der Minister. Deshalb sei es dringend nötig, dass die Nachrichtendienste die Möglichkeit zur Online-Durchsuchung erhielten. Die Grundlage dafür müsse im Zweifel über eine Verfassungsänderung geschaffen werden.

Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Rosenengel (17.05.2007, 23:39 Uhr)
J.Stahl
Worin unterscheiden sich denn vom Charakter her Rechtsradikale die Jagd auf Ausländer machen, oder ausländische Jugendliche die Jagd auf Deutsche machen? Welcher politischen Richtung sind denn die ehemaligen RAF - Terroristen zuzuordnen, oder muslimische Bombenleger (Kofferbomber), oder linke Autonome die Andere verprügeln und Autos unbescholtener Bürger anzünden? Wenn Gewalt nur von "Rechten" ausgeht, dann sind dies insgesamt alles hartgesottene "Rechte". Aber eines haben sie alle mit Sicherheit gemeinsam: Einen faschistoiden Charakter.
Die Polizei geht von 40.000 Rechtsradikalen in Deutschland aus. Nun rechne Du mal nach, wieviel Prozent das von 85 Millionen sind.
Und warum sollen deutsche Steuergelder im Ausland sinnlos verplembert werden, wenn angeblich in Deutschland überall Geld fehlt (Letzte Steuererhöhung, Hartz IV und Gesundheitsreform). Ich habe nicht geschrieben, das dieses Geld den "Rechten" gegeben werden soll, sondern das man dieses Geld besser in Deutschland investieren sollte, um den Rattenfängern aller radikalen politischen Richtungen ihre Verlockung zu nehmen.
Ich glaube Du weißt gar nicht, wo der deutsche Osten liegt.
J.Stahl (17.05.2007, 01:01 Uhr)
rosenengel,
ich finde es schlimm wie du die arbeit von menschen die aktiv gegen den braunen sumpf kämpfen als unwichtig und nichtsbringend bezeichnest.diese menschen setzen sich beleidgungen und drohungen aus damit menschen wie ich ein normales leben führen können.du würdest ihnen das geld streichen.meinst du nicht dass das ein freibrief für die rechten wäre?
J.Stahl (17.05.2007, 00:57 Uhr)
rosenengel,
was heißt hier diese leute leiden an wut und verzweiflung?meinst du sie meinen es gar nicht so?!jetzt mach mal nen punkt.es gibt genug menschen ind deutschland und auf der welt die auch probleme haben und nicht rechts werden.finde es ja sehr schön das du so viel verständnis für diese leute aufbringst aber nicht fähig bist dieses verständnis für arme menschen auf der welt zu empfinden an die wir unsere steuergelder deiner meinung nach verschwenden.also ich zahle meine steuern lieber für somalia als für die npd.außerdem finde ich es sehr erschreckend das du meinst man könnte alle probleme gegen rechts sein lassen und sollte sich lieber um ordentliche politiker bemühen.du meinst also wenn wir andere politiker hätten würden sich die rechten wie auf knopfdruckl in luft auflösen?!sei mir nicht böse aber wenn du einmal in ruhe über das nachdenkst was du da sagst müßtest du drauf kommen das es nett gesagt zimelicher quatsch ist.nein,ich habe nichts gegen den osten war einmal drüben.was hat das damit zu tun?es war im tv und ist eine tatsache.wieso habe ich dann gleich was gegen den osten wenn ich wiederhole was ich da gesehen habe?
Rosenengel (16.05.2007, 23:46 Uhr)
Keine der Extreme ist gut,
denn beide versuchen ihre Ideale mit Gewalt durchzusetzen. Jedoch helfen Verbote wenig. Der Staat ist gefordert,solche Rahmenbedingungen zu schaffen, daß die Menschen so arbeiten und Leben können, das niemand in seiner Wut oder Verzweiflung Hilfe bei den Extremen sucht. Hier versagt der Saat voll. Deutsche Politiker taugen nicht viel. Sind vom Volk abgehoben, gefallen sich in Selbstdarstellung und Selbstgefälligkeit und spendieren allen möglichen Ländern, internationalen Vereinigungen und Despoten Milliarden Euro von deutschen Steuergeldern. Milliarden, die sie dem Volk aus den Rippen quetschen. Und viele Menschen, die sich von diesen Politikern im Stich gelassen und verrraten fühlen, suchen eben woanders eine Chance. Besser wie Programme gegen Rechts, wären Programme gegen korrupte, verschwenderische und unfähige Politiker. Denn die sind die wahren Gefährlichen, sind sie es doch, die durch ihre Unfähigkeit dem Exttremismus den Boden bereiten.
J.Stahl, hast Du etwas gegen Mitteldeutschland oder Ostdeutschland?
bjoernana (16.05.2007, 17:11 Uhr)
"Gewaltkultur"
rosenengel:
Das Wort "Gewaltkultur" wollte ich verstanden wissen wie z.B. "Esskultur". Da weiss auch jeder, dass es nicht um eine Kultur geht, in der permanent gegessen wird;). Ich meinte mit "Kultur" in diesem Falle also nicht, wie sie es offenbar verstanden haben, ein Gesamtgefüge von Werten, Normen, Traditionen, Weltanschauungen, dessen Synonym das Wort "Kultur" meistens ist, sondern die ANDERE Bedeutung des Wortes, "Kultur" also im Sinne von Stuktur, Machart, Vorgehensweise etc. (rechtsextremer Gewalttaten in diesem Fall).
Aber das war doch eigentlich ofensichtlich oder?!
J.Stahl (16.05.2007, 16:31 Uhr)
die kofferbomber
hat keiner geleugnet,aber ist deshalb alles von rechts besser?
bjoernana (16.05.2007, 16:24 Uhr)
@rosenengel
Glauben Sie denn, alle Linken seien Kommunisten? Diese pseudo-kommunistischen Diktaturen, von denen Sie sprachen, sind doch nicht wirklich kommunsistisch "im Sinne des Erfinders". Ich glaube, soetwas würde auch kaum ein "Linker" hier gutheißen.
Außerdem glaube ich nicht, das linke
J.Stahl (16.05.2007, 16:12 Uhr)
alles gut und schön
aber wir haben hier im moment keine raf und keine linke diktatur.die linken die wir haben sind die meiste zeit friedlich und greiffen niemanden an.habe gestern etwas im tv gesehen über die schöne stadt mittweida im osten die die rechten im griff haben und keiner traut sich etwas dagegenzusagen.ist das in ordnung?mir ist von keiner stadt in deutschland bekannt das sie im klammergriff der linken ist...
bjoernana (16.05.2007, 16:12 Uhr)
@testsieger
Ohh, werden wir hier jetzt persönlich, oder wie soll ich das verstehen?
Nein, ich bin kein linker Gewalttäter und: Nein ich habe auch nie behauptet, dass Jeder das Recht hätte, Neonazis zusammenschzuschlagen. Wo wollen Sie das bitte gelesen haben?
Aber besonders abgeneigt scheinen Sie linker Ideologie gegenüber wohl nicht zu sein: "Recht-habenden Ideologie" schreiben Sie. Oder meinten Sie "rechthaberisch";)?
So oder so, solche persönlichen Angriffe gehören hier nicht hin.
Verstehen Sie, was ich meine?!
Rosenengel (16.05.2007, 07:31 Uhr)
Ich mag sie alle nicht,
diese Schläger. Aber ich bin erstaunt darüber, das Linke Gewalt immer heruntergespielt oder mit angeblichen "hehren" Zielen gerechtfertigt wird. Wenn sogar hier von einer "Gewaltkultur" geschrieben wird. Ich habe andere Vorstellungen von Kultur. Es gab und gibt sie, die kommunistischen Diktaturen. Millionen Menschen wurden und werden verfolgt und verhungern. Deutschland selbst hatte die RAF und eine "DDR", die auf ihre Bürger geschossen hat.
Und die islamischen Kofferbomben waren keine Zeitungsente. Nur wegen einem techn. Defekts sind die nicht hoch gegangen. Will sagen, niemand hat das Recht wegen seiner politischen oder mulikulturellen Weltanschauung irgendeine Art von Gewalt und Extremismus herrunterzuspielen oder gar als berechtigt darzustellen. Gewalt bleibt Gewalt und ein Opfer ein Opfer.
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