Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin einen mutmaßlichen marokkanischen Spion festnehmen lassen. Er soll Anhänger einer Widerstandsbewegung ausgeforscht haben.
Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch in Berlin einen mutmaßlichen marokkanischen Spion festnehmen lassen. Der 56-Jährige sei dringend verdächtig, Informationen über in Deutschland lebende Landsleute an den marokkanischen Geheimdienst weitergegeben zu haben, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Zugleich wurden seine Wohnung sowie die Wohn- und Geschäftsräume zweier weiterer Beschuldigter durchsucht. Dem Festgenommenen wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen. Insbesondere soll er Informationen über Anhänger der Widerstandsbewegung für die Westsahara, "Frente Polisario", beschafft haben.
Erst Anfang Februar waren in Berlin zwei mutmaßliche syrische Agenten festgenommen worden, die seit Jahren in Deutschland lebende Oppositionelle planmäßig beobachtet und ausgeforscht haben sollen. Die beiden Männer im Alter von 47 und 34 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Gegen sechs weitere Verdächtige wird ermittelt. Wenige Tage später hatte die Bundesregierung vier syrische Diplomaten ausgewiesen.
In der syrischen Botschaft in Berlin arbeiten nach Angaben des Verfassungsschutzes Nachrichtendienstler, die Agentennetze führen. Um Informanten in Kreisen syrischer Oppositioneller in Deutschland zu gewinnen, würden die Dienste der Machthaber in Damaskus auch Repressalien einsetzen, berichtete die Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid, am Mittwoch im zuständigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses. Druckmittel seien dabei vor allem Verwandte der Angeworbenen in der syrischen Heimat.
Näheres zu den Erkenntnissen ihrer Behörde wollte Schmid in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses nicht mitteilen. Sie verwies auf die laufenden Ermittlungen der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.