Was nun? Nach der geplatzten Opel-Übernahme rauchen im politischen Berlin die Köpfe. stern.de sprach mit Unions-Fraktionschef Volker Kauder über marktradikale Amerikaner, neue Rettungspläne und den Streik der Opelmitarbeiter.
Der Begriff ist mir fremd.
Ich nehme an, die Opel-Arbeiter meinen damit das in meiner badischen Heimat benutzte Wort verseckelt.
Insofern fühle ich mich so behandelt, wie die Opel-Arbeiter es ausdrücken. Denn wir sind davon ausgegangen, dass wir mit General Motors die Lösung gefunden haben, mit der Opel zu einem finanzstarken Investor kommt. Jetzt geht es darum, dass General Motors endlich einen Plan vorlegt, wie Opel in eine sichere Zukunft geführt werden kann.
Überhaupt nicht. Opel war in einer sehr schwierigen Situation. Wenn die Politik nicht eingegriffen hätte, wäre der Autobauer in Konkurs gegangen. Ob dann noch einmal eine Rettung möglich gewesen wäre, muss man bezweifeln. Aus diesem Grund war entschlossenes, schnelles Handeln notwendig. Dass die amerikanische Seite dann so handelt, wie sie es über Nacht offenbart hat, war nicht zu erwarten. Von einem auch nur im Ansatz fairen Verhalten kann keine Rede sein.
Auch zu Guttenberg war damals der Auffassung, dass man für Opel eine Lösung finden muss. Es waren dann mehrere Investoren im Gespräch und man hat sich dann aus guten Gründen für einen entschieden, weil er die beste Perspektive für Opel geboten hat. Bis heute können wir dagegen nicht erkennen, welche Perspektive eigentlich General Motors hat und wohin die Reise gehen soll. Ich erwarte allerdings, dass die Opel-Arbeitsplätze in Deutschland erhalten bleiben.
Zunächst einmal müssen sie den Überbrückungskredit in Höhe von noch etwas über einer Milliarde Euro zurückzahlen. Dann erwarten wir ein Konzept von General Motors. Und anschließend gilt, was für alle Unternehmen gilt: Wir haben im Deutschland-Plan die Möglichkeit, Bürgschaften zu geben, wenn eine wirtschaftlich realistische Perspektive besteht. Die kann ich im Augenblick allerdings noch nicht erkennen, weil die Amerikaner noch nichts vorgelegt haben. Darauf warten wir jetzt.
Das lässt sich nicht bestreiten. Diese Tatsache war ja auch der entscheidende Grund dafür, dass wir geordnete Verhältnisse haben wollten in der Bundesrepublik. Deshalb befürworteten wir die Investorlösung. Wir wollten keinen Wettlauf, bei dem der Sachverstand ausgeschaltet wird. Deshalb warten wir jetzt in aller Ruhe ab, was Opel vorschlägt.
Ich würde mich selbstverständlich an solchen Streiks beteiligen, wenn ich ein Opel-Arbeiter wäre und es würde für einen solchen Streik gestimmt. Ich rufe den Opel-Arbeitern zu: Ihr könnt zu Recht streiken. Ich würde auch für Opel streiken. Allerdings muss ich hinzusagen: Ein Streik allein bringt ja noch keine Lösung. Deswegen machen wir massiven politischen Druck, das General Motors endlich etwas vorlegt.
Verlassen sie sich darauf, dass sie nicht erfreut gewesen ist - um es sehr höflich zu formulieren.