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28. April 2008, 16:06 Uhr

Horst Mahler muss ins Gefängnis

"Heil Hitler, Herr Friedman" - mit diesen Worten begrüßte Horst Mahler seinen Interview-Partner und leugnete in dem Gespräch auch noch den Holocaust. Der Rechtsextremist wurde deswegen zu zehn Monaten Haft verurteilt. Im Gerichtssaal sorgte der 72-Jährige erneut für einen Eklat.

Eklat im Gerichtssaal: Horst Mahler verteidigte sich vor dem Landgericht Erding selbst - und leugnete den Holocaust erneut© Frank Mächler/DPA

Der Rechtsextremist Horst Mahler ist wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Erding sah es als erwiesen an, dass der bereits mehrfach vorbestrafte und inhaftierte Mahler in einem Gespräch mit dem ehemaligen Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, den Holocaust geleugnet und seinen Gesprächspartner mit den Worten "Heil Hitler, Herr Friedman" begrüßt hat.

Bei der Verhandlung kam es zu einem weiteren Eklat. Mahler, der sich selbst verteidigte, leugnete den Holocaust erneut und beging damit nach Angaben des Staatsanwalts eine weitere Straftat. Später wurde dem 72-Jährigen das Rederecht entzogen und er selbst aus dem Saal entfernt. Zuvor hatte er versucht, Friedman zu provozieren, und den Prozess mit zahlreichen Beweisanträgen behindert, die das Gericht sämtlich ablehnte. Seine Äußerungen gegenüber Friedman bestritt er nicht, kündigte aber Rechtsmittel gegen das Urteil an.

Vom RAF-Terroristen zum Holocaustleugner

Friedman hatte vor Gericht Mahlers Äußerungen beschrieben. Er hatte den Rechtsextremisten zusammen mit Journalisten der Zeitschrift "Vanity Fair" interviewt. Mahler wurde bereits mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilt. Anfang der 70er Jahre hatte er zu den ersten Mitgliedern der terroristischen Rote Armee Fraktion gehört und war an der Befreiung des Terroristen Andreas Baader sowie an mehreren Banküberfällen beteiligt. Deshalb war er zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Später wandte er sich dem Rechtsextremismus zu und trat 2000 in die NPD ein. Er hat die Partei aber mittlerweile wieder verlassen.

AP
 
 
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