3. August 2012, 14:02 Uhr

Älter werden ohne Versteckspiel

Es ist ein bislang einzigartiges Wohnprojekt in Deutschland: In einem Berliner Mehrfamilienhaus leben Homosexuelle auch im Alter ohne Angst vor Ausgrenzung und Einsamkeit.

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Das Video im Wortlaut: Ein Alltag ohne Versteckspiel - für Bernd Gaiser nicht immer selbstverständlich. Mehr...

Der 67-Jährige ist schwul. Ängste, Diskriminierung, Vorurteile: für viele wird ihre Homosexualität im Alter zum Problem. Im „Lebensort Vielfalt“, einem Mehrgenerationenhaus, ist das zum Glück kein Grund ausgegrenzt zu werden. O-Ton Bernd Gaiser, Bewohner Lebensort Vielfalt „Ich kann mich sehr gut an meine alte Wohnsituation erinnern und da hatte ich Nachbarn, die also am Anfang uns gegenüber – ich lebte in einer schwulen Wohngemeinschaft – sehr aufgeschlossen waren und auch versucht haben uns ihre Wohnungsschlüssel anzuvertrauen, um ihre Blumen in ihrer Abwesenheit zu gießen. Aber in dem Moment als sie erfahren haben, dass wir alle schwul waren, ihre drei Nachbarn, haben sie dann wieder einen Rückzieher gemacht und Abstand davon genommen. Das war keine sehr schöne Erfahrung.“ In dem Altbau in Berlin-Charlottenburg wissen die Nachbarn um ihre sexuelle Orientierung. In den 24 Wohnungen leben Männer und Frauen zwischen 30 und 84 Jahren. Hier muss sich niemand verstellen, längst nicht selbstverständlich. O-Ton Elke Fernholz, Berliner Schwulenberatung „In manchen Einrichtungen hat man auch nicht so das Verständnis für die schwulen Männer oder natürlich auch für lesbische Frauen, Homosexuelle. So dass es hier eine gute Möglichkeit ist, für die Männer sich eben auch so zu geben wie sie eben sind. Sie müssen sich nicht verstecken. Und das ist hier ja das ganz Besondere.“ Rund sechs Millionen Euro hat der Ausbau des Mehrgenerationenhauses gekostet. Die Wohnungen sind längst vermietet, über 200 Interessenten stehen bereits auf der Warteliste. Kein Wunder – bislang ist dieses Wohnprojekt in Deutschland einzigartig. Schließen

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