Startseite

Schavan will Bildungslotsen für Hauptschüler

Offensive gegen Facharbeitermangel: Bundesbildungsministerin Annette Schavan will 3200 Sozialarbeiter einsetzen, um Hauptschülern zu einer Lehrstelle zu verhelfen. Das Kabinett billigte ein entsprechendes Hilfsprojekt.

Berufslotsen sollen künftig in ganz Deutschland Hauptschüler betreuen und ihnen so zu einem Ausbildungsplatz verhelfen. Die Bundesregierung finanziert dieses auf acht Jahre angelegte Programm mit 755 Millionen Euro, wie Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) am Mittwoch in Berlin ankündigte. 3200 Sozialarbeiter will sie dafür anheuern. Sie begründete das Programm auch mit dem drohenden Facharbeitermangel hierzulande.

Zunächst einmal 60.000 Hauptschüler sollen mit Hilfe der Berufslotsen künftig eine mehrjährige, "gezielte Begleitung in die Ausbildung" bekommen, sagte Schavan bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichtes der Regierung. "Wir werden das Potential dieser jungen Menschen fördern und entfalten."

Die Lotsen sollen nach Angaben Schavans etwa Sozialpädagogen sein, "junge Senioren mit viel Berufserfahrung" oder "junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund, die Brücken bauen können". Ein Drittel von ihnen soll ehrenamtlich arbeiten, die restlichen hauptamtlich. Jeder von ihnen wäre im Schnitt für 19 Schützlinge zuständig.

"Eine gute Situation für die jungen Leute"

Nach den Worten Schavans sollen zunächst in der siebten Klasse die Stärken und Schwächen und die Interessen der Schüler festgestellt werden. In der achten Klasse sollen sie dann zwei Wochen lang in sogenannten Praxisstationen den Berufsalltag kennenlernen, wie Hans-Peter Schäfer sagte, Leiter des Berufsbildungszentrums der Handwerkskammer Köln, das eine solche Orientierung bereits anbietet. In Klasse zehn folge dann ein Berufspraktikum. Der Deutsche Gewerkschaftsbund lobte die Initiative der Regierung als "richtigen Ansatz".

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 8,2 Prozent auf rund 566.000 Verträge zurück, wie aus dem vom Kabinett verabschiedeten Berufsbildungsbericht hervorgeht. Gleichzeitig sank aber auch die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen um 8,8 Prozent auf knapp 576.000. Damit habe sich die Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt fortgesetzt. Schavan hob hervor, dass Ende September die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsplätze die Zahl der Bewerber übertraf. "Das ist für junge Leute eine gute Situation." Auch diejenigen, die über Jahre "nicht untergekommen" seien, biete sich nun die Chance auf einen Ausbildungsplatz.

Auch in diesem Jahr wird die Zahl der Ausbildungsplätze laut Berufsbildungsbericht weiter sinken - schätzungsweise um 20.200 Plätze. Auch die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen werde aber zurückgehen, daher werde sich die Situation statistisch für die Jugendlichen nicht verschlechtern.

Die Ministerin sagte, schon jetzt gebe es Regionen, in denen zu wenige Fachkräfte zur Verfügung stehen. Betriebe, die jetzt nicht ausbildeten, würden in einigen Jahren erhebliche Probleme haben. Die Maßnahmen der Regierung seien wirksam und wichtig um zu verhindern, dass der Fachkräftemangel hierzulande einmal "die größte Wachstumsbremse wird".

AFP/AFP

Kommentare (0)

    Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

    Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
    Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

    Partner-Tools