. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. September 2007, 08:26 Uhr

Schäuble stoppt Lockerungspläne

Innenminister Wolfgang Schäuble hat den umstrittenen Vorschlag zurückgezogen, das Mindestalter für den Erwerb großkalibriger Waffen für Sportschützen von 21 auf 18 Jahre zu senken. Kritiker hatten dem Minister vorgeworfen, die Lehren aus dem Erfurter Amoklauf zu ignorieren.

Ein Kind mit einer nachgebildeten Handfeuerwaffe: Die Bundesregierung will das Waffenrecht wieder lockern© Arno Burgi/DPA

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat die umstrittene Lockerung des Waffenrechts gestoppt. Der Gesetzentwurf zur Senkung des Mindestalters für den Erwerb großkalibriger Sportwaffen von 21 auf 18 Jahre werde nicht weiter verfolgt, teilte sein Ministerium am Montag in Berlin mit. Der Plan hatte am Wochenende heftige Kritik ausgelöst. Nun ließ Schäuble erklären: "Sicherheit geht vor."

Die Angleichung der Altersgrenze sollte der Mitteilung zufolge im Vorgriff auf eine geplante, aber noch nicht endgültig entschiedene Harmonisierung der Altersgrenze für Waffenbesitzer durch die Europäische Union erfolgen. Doch meinte der Innenminister: "Auch bei der Entwicklung und Umsetzung kommenden EU-Rechts haben die Sicherheitsbelange der Bevölkerung absoluten Vorrang. Daher bleibt es bei der bestehenden Altersgrenze von 21 Jahren."

Scharfe Kritik an Vorstoß

Zuvor hatte es Kritik an dem Vorstoß Schäubles gehagelt, von Grünen-Vizefraktionschef Christian Ströbele, aber auch von der Direktorin des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums, Christiane Alt. Sie sagte der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeinen", die Entscheidung, das Waffenrecht nach der Bluttat an ihrer Schule im Jahr 2002 zu verschärfen, sei keine Entscheidung aus der Betroffenheit heraus, sondern längst überfällig gewesen. Es gebe keinerlei Anlass, dies jetzt rückgängig zu machen. Bei dem Attentat im April 2002 hatte ein 19-Jähriger 16 Menschen erschossen. Danach war das Mindestalter für den Erwerb und den Besitz von großkalibrigen Gewehren und Pistolen für den Schießsport von 18 auf 21 Jahre erhöht worden.

Keine Sicherheit durch Neuregelung

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums hatte den Vorschlag verteidigt. Eine Überprüfung der Verschärfung habe ergeben, dass die Neuregelung keinen Sicherheitsgewinn gebracht habe. Es bleibe bei der Zuverlässigkeitsprüfung von Sportschützen, die ebenfalls nach Erfurt eingeführt wurde. Bis zum 25. Lebensjahr soll es künftig auch eine psychologische Prüfung für Sportschützen geben.

Kritik kam´zudem von der SPD, den Grünen, der FDP und der Gewerkschaft der Polizei. Auch Thüringer Unions-Politiker stellten sich gegen Schäuble. Die Fraktionschefin der CDU im Thüringer Landtag, Christine Lieberknecht, lehnte eine Liberalisierung des Waffenrechts grundsätzlich ab. "Gerade großkalibrigen Waffen sind extrem gefährlich", sagte sie der "Thüringer Allgemeine". Die Entscheidung, die Altersgrenze heraufzusetzen, sei sinnvoll gewesen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider sagte der Zeitung, es gebe keinen Grund, der eine Liberalisierung des Waffenrechts rechtfertige.

DPA, AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Bundestrojaner Big Brother Schäuble

Computer mit Trojanern online ausspähen - die Pläne von Bundesinnenminister Schäuble sorgten für Aufruhr bei Datenschützern und in der Koalition. Und offenbar will Schäuble noch viel mehr: Online-Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss, auch bei unverdächtigen Personen. mehr...

Online-Durchsuchungen Datenschützer lehnen Bundestrojaner ab

Bundesinnenminister Schäuble ist für seinen neuen Plan, gefälschte Behörden-Emails für Online-Durchsuchungen einzusetzen, scharf kritisiert worden. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar fordert "So etwas darf es auf keinen Fall heben." Mit dieser Auffassung steht er nicht allein. mehr...

Debatte nach Amoklauf Vergesst das Waffenverbot!

In den Vereinigten Staaten gibt es mehr zivile Waffen als Einwohner - also schätzungsweise über 300 Millionen. Selbst wenn ein Verbot käme oder eine Verschärfung der Gesetze, würden Pistolen und Gewehre nicht einfach so verschwinden. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch