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Nach Wahlergebnis: In mehreren Städten Proteste gegen die AfD

Nach der Bekanntgabe der ersten Zahlen haben sich auf den Straßen in mehreren deutschen Städten spontane Proteste gegen die AfD formiert.

+++ 22:21 Uhr: Proteste gegen die AfD in mehreren Städten +++

Nachdem die ersten Prognosen bekannt wurden, haben in mehreren deutschen Städten spontan Menschen gegen die AfD protestiert. Wie "BuzzFeed" berichtet, gab es unter anderem in Berlin, Köln, Frankfurt, Hamburg, Dresden, Düsseldorf und München Demonstrationen gegen die Rechtspopulisten. In vielen Fällen hätten sich die unterschiedlich großen Züge in Richtung der AfD-Wahlpartys bewegt. Die Partei holte bei ihrer ersten Bundestagswahl den ersten Hochrechnungen zufolge rund 13 Prozent. Auch stern-Reporter Wigbert Loer wurde in Berlin am Alexanderplatz Zeuge einer Versammlung.

Alle weiteren wichtigen News zur Bundestagswahl 2017 gibt es in unserem Liveblog. Zum Liveblog geht es hier.

+++ 16.49 Uhr: Wahlbeteiligung ähnlich hoch wie vor vier Jahren +++

Bei der Bundestagswahl am Sonntag hat sich eine ähnliche Wahlbeteiligung abgezeichnet wie vor vier Jahren. Bis zum frühen Nachmittag um 14.00 Uhr gaben 41,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie der Bundeswahlleiter mitteilte. Das waren 0,3 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Die Stimmen der Briefwähler sind dabei nicht berücksichtigt.

Die Wahlbeteiligung insgesamt hatte vor vier Jahren 71,5 Prozent betragen. Bei der Bundestagswahl 2009 war sie auf den bislang niedrigsten Stand überhaupt abgerutscht und lag bei 70,8 Prozent.

Besonders hoch war die Beteiligung offenbar in München. Bis 16 Uhr wählten in der bayerischen Landeshauptstadt 79,9 Prozent. In Hamburg hatten bis 14 Uhr 56,5 Prozent gewählt, in Rheinland-Pfalz 63 Prozent.

+++ 14.57 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel gibt ihre Stimme ab +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Berliner Bezirk Mitte ihre Stimme bei der Bundestagswahl abgegeben. Die Kanzlerin kam in Begleitung ihres Ehemanns Joachim Sauer, der vor dem Wahllokal schützend den Regenschirm über sie hielt, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Merkel trug einen roten Blazer zu schwarzem T-Shirt und schwarzer Hose. Leicht lächelnd steckte sie ihre Wahlunterlagen in die Urne. Die Kanzlerin bewirbt sich bei der Bundestagswahl um eine vierte Amtszeit - sie ist seit dem 22. November 2005 im Amt.


+++ 14.14 Uhr: Prominente rufen zur Wahl auf +++

Ob die Fernseh-Entertainer Joko und Klaas, die Sänger Smudo und Marteria oder Schauspieler Kostja Ullmann - zahlreiche Prominente gaben am Wahlsonntag öffentlichkeitswirksam Meinungen und teils Wahlempfehlungen ab. ZDF-Anchorman Claus Kleber befand: "Noch heute wird den letzten Schnarchern aufgehen, wie entscheidend #BTW17 ist/war."

+++13.15 Uhr: Rege bis Mittag +++

Bei der Bundestagswahl deutet sich vielerorts eine höhere Beteiligung als 2013 an. Das geht aus Mitteilungen der Landeswahlleiter zu mehreren Großstädten hervor.

In hatten bis 11.00 Uhr 37,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es nach Angaben des Statistikamtes Nord zu diesem Zeitpunkt erst 35,4 Prozent. In Bremen wählten bis 12.00 Uhr 27,1 Prozent nach 24,9 Prozent 2013.

Auch in machten die Menschen am Vormittag von ihrem Wahlrecht rege Gebrauch. Bis 12.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung einschließlich der Briefwahl bei 57,1 Prozent, vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 44,3 Prozent. Auch aus Nürnberg meldete das Wahlamt ein stärkeres Interesse: Dort gaben einschließlich Briefwahl 29,6 Prozent der Wähler ihre Stimme ab, 2013 waren es noch 26,4 Prozent.


Einen ähnlichen Trend gab es in . In Stuttgart hatten bis 12.00 Uhr 19,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze gemacht. Das waren 0,5 Prozentpunkte mehr als 2013.

In bildeten sich nach Angaben eines Stadtsprechers vielerorts Schlangen vor den Wahllokalen. In Sachsen-Anhalt hatten bis 12.00 Uhr 29,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 25,8 Prozent.

Allerdings meldeten einige Bundesländer auch einen ruhigen Start der Wahl. In Sachsen blieb die Wahlbeteiligung bis zum Mittag im Vergleich zu 2013 unverändert. In Thüringen sank sie sogar auf 24,5 Prozent. 2013 hatten zu diesem Zeitpunkt schon 31,2 Prozent gewählt.

Der Bundeswahlleiter wollte gegen 15.30 Uhr erste bundesweite Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlichen.


+++ 12.22 Uhr: dankt Wahlhelfern - und mahnt: "Gehen Sie heute zur Wahl!" +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den rund 650.000 Wahlhelfern bei der Bundestagswahl gedankt. Sie trügen auch in diesem Jahr zu einem reibungslosen Ablauf der Wahl bei, sagte er bei der Stimmabgabe in Berlin.

In der aktuellen Ausgabe der "Bild am Sonntag" ruft Steinmeier die Menschen dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen Sie zur Wahl!", schrieb er in der Zeitung.

Warten auf die Stimmabgabe zur Bundestagswahl: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts) und seine Frau Elke Büdenbender (2. von rechts) stehen zusammen mit anderen Wahlberechtigten in ihrem Wahllokal in Berlin-Zehlendorf

Warten auf die Stimmabgabe zur Bundestagswahl: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (rechts) und seine Frau Elke Büdenbender (2. von rechts) stehen zusammen mit anderen Wahlberechtigten in ihrem Wahllokal in Berlin-Zehlendorf


+++ 10.28 Uhr: Schulz gibt seine "entscheidende Stimme ab" +++

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat am Sonntagmorgen seine Stimme bei der Bundestagswahl abgegeben. "Das ist die entscheidende Stimme", sagte er nach Angaben eines AFP-Reporters, als er in einem Wahllokal seiner Heimatstadt Würselen die Wahl-Unterlagen in die Urne warf. Begleitet wurde Schulz von seiner Ehefrau Inge.

Der Kanzlerkandidat erschien im dunklen Anzug mit weißem Hemd und roter Krawatte, der Farbe der SPD. Für die Fotografen musste Schulz vor der Urne posieren. "Ich wähle auch zweimal", scherzte er. 

+++ 8:23 Uhr: Schulz wählt gegen 10 Uhr, Merkel erst nachmittags +++

Angela Merkel will ihre Stimme gegen 14.30 Uhr in einem Wahllokal in Berlin abgeben. Martin Schulz wählt gegen 10.00 Uhr in seiner nordrhein-westfälischen Heimatstadt Würselen. Die Stimmabgabe von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist für 11.00 Uhr in Berlin geplant, im Anschluss will das Staatsoberhaupt gemeinsam mit Bundeswahlleiter Dieter Sarreither Wahlhelfern danken.
Insgesamt stehen 42 Parteien zur Wahl - so viele wie nie seit der Wiedervereinigung. Mit Spannung erwartet wird auch, ob die Zahl der Nichtwähler auf dem historisch hohen Niveau bleibt. Bei der Bundestagswahl 2009 war die Wahlbeteiligung mit 70,8 Prozent auf den niedrigsten Stand in der Geschichte der Bundesrepublik gefallen, vier Jahre später lag sie mit 71,5 Prozent nur leicht darüber.


+++ 8:00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet +++

Die Wahl des 19. Bundestages hat begonnen: In den 299 Wahlkreisen öffneten am Sonntagmorgen um 08.00 Uhr die Wahllokale. Rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte sind bis 18.00 Uhr zur Stimmabgabe aufgerufen. Erste Prognosen zum Wahlausgang werden unmittelbar im Anschluss erwartet.

Die Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lag in letzten Umfragen deutlich vor der SPD von Herausforderer Martin Schulz. Allerdings müssen CDU und CSU mit Einbußen im Vergleich zu ihrem Ergebnis von 41,5 Prozent vor vier Jahren rechnen. Den Sozialdemokraten könnte drohen, noch unter ihr bisher schlechtestes Ergebnis von 23,0 Prozent bei der Wahl 2009 zu rutschen.

Erstmals ins Parlament einziehen dürfte die AfD, die FDP steht nach vier Jahren Abwesenheit vor der Rückkehr in den Bundestag. Auch Linkspartei und Grüne können den Umfragen zufolge damit rechnen, die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen.


sst/ikr/DPA/AFP

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