5. September 2008, 07:16 Uhr

Merkel wettert gegen Ypsilanti

Schützenhilfe für die CSU, böse Worte für die SPD: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrem ersten Auftritt im bayerischen Wahlkampf kein gutes Haar an der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti gelassen. Einer SPD, die so leichtfertig Wortbruch begehe und mit den Linken zusammenarbeiten wolle, könne man nicht trauen.

Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Wahlkampf-Auftritt in Neu-Ulm©

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Zusammenarbeit der SPD mit der Linken kritisiert. Bei ihrem ersten Auftritt im bayerischen Wahlkampf attackierte die CDU-Vorsitzende am Donnerstag in Neu-Ulm "die Populisten von der Linken, mit denen sich die SPD leider immer wieder zusammentut". Der SPD könne man nicht trauen, sagte Merkel. Das zeige das Beispiel Hessen.

Der hessischen SPD-Chefin Andrea Ypsilanti warf sie unverfrorenen Wortbruch vor. Vor der Landtagswahl habe Ypsilanti eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen, aber "nach der Wahl: Alles vergessen!" kritisierte Merkel und warnte vor Experimenten in Bayern: "Die CSU und Bayern, das ist eine Gemeinschaft."

Bayern als Erfolgsmodell

Die Fortsetzung der CSU-Regierung nach der Landtagswahl am 28. September wäre "eine Entscheidung auch für ein starkes Deutschland". Bayern müsse "das Spitzenland" und Erfolgsmodell der Republik bleiben, sagte Merkel unter dem Beifall von rund 2.000 Zuhörern, die trotz Regens auf die Landesgartenschau gekommen waren.

Skeptikern rief sie zu: "Fahren Sie mal in andere Teile der Republik, dann sehen Sie, was Bayern geschafft hat." Bei Bildung, Forschung und Beschäftigung sei der Freistaat "unglaublich stark und stellt die Weichen für die Zukunft". Auch mit dem schuldenfreien Haushalt ermögliche Bayern Zukunft, "der Bund muss erst noch dahin", sagte die Kanzlerin.

Flächendeckende, einheitliche Mindestlöhne, wie SPD und Linke sie fordern, lehnte Merkel entschieden ab: "Dann treiben sie Menschen wieder in die Arbeitslosigkeit." CDU und CSU stünden nicht für falsche Versprechungen und mehr Staat. Den Streit der Schwesterparteien über die Pendlerpauschale sprach Merkel nicht an. Von der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden Beate Merk wurde Merkel als "großartige Frau" gelobt. Merk versprach jede Unterstützung der CSU, damit "unsere Bundeskanzlerin auch nach 2009 wieder Angela Merkel heißt".

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 33)
 
Schlammschwimmer (05.09.2008, 13:45 Uhr)
Mist...
mir ist gerade eingefallen, dass Merkel irgendwann einmal so einen Satz fallen liess, der in etwa lautete: "Der Aufschwung ist in Deutschland angekommen". Gestern konnte man im Stern lesen, dass 10% der Bundesbürger staatliche Zuwendungen erhalten. Die Zahl derer, die sich mit Leiharbeit und 400Euro Jobs gerade mal so über Wasser halten war da nicht mit einbezogen. Das werde ich bei der nächsten Wahl nicht vergessen, Frau Merkel. Auch nicht, dass Erwin Huber strikt gegen eine Abschaffung der Ökosteuer war und ist, weil ja dann 11 Milliarden im Steuersäckel fehlten und der heutzutage Krokodilstränen vergiesst, weil die Pendlerpauschale nicht wieder eingeführt wird. Zudem werden mal wieder die KFZ-Steuern angehoben, obwohl im Zuge der versuchten Erhöhung der Biosprit-Beimengung ein hoher Anteil an älteren Fahrzeugen in D ermittelt wurde. Dass diese Fahrzeuge eventuell nur deshalb noch fahren, weil deren Besitzer sich kein
neues leisten können, ist für die Regierung uninteressant. Das Nutzvieh wird ausgepresst, wo es nur geht und keiner tut in diesem Laden etwas dagegen. Aber einer ubertrifft den anderen mit schlauen Kommentaren. Durch eine Nichtwahl würde ich denen, die längst nicht mehr wissen, was sie im Parlament eigentlich zu suchen haben, auch noch in die Hände arbeiten. Deren Klientel geht nämlich brav zur Wahl und klatscht den Nichtwählern Beifall. Dann schon lieber eine Partei, die noch nicht von der Lobby durchseucht ist.
Is2a3bella (05.09.2008, 13:32 Uhr)
Die CSU-Vorsitzende Beate Merk lobt Frau Merkel!?
“Genau der richtige Mann für Berlin. Mit internationalen Kontakten und seinen Fähigkeiten wird Berlin wieder eine politische Größe im Bund.” Angela Merkel, Bundeskanzlerin (2006)
Der Vorsitzende der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, Friedbert Pflüger, nahm 2006 an der Bilderberg-Konferenz im kanadischen Ottawa teil.
http://denksprit.wordpress.com/2007/04/11/friedbert-pfluger-cdu-bekennt-sich-offen-zur-bilderberg-group/
„...Die Bilderberg Group wird von vielen Finanz- und Businesseliten als „Kammer der Hohepriester des Kapitalismus“ angesehen und bezeichnet. ...“
Quelle
http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/Geheimbuende/Bilderberg.htm
Sternchen2020 (05.09.2008, 13:03 Uhr)
"Versprechen gebrochen"
da sollte sich die Kanzlerin durchaus selbst an die Nase fassen. Versprechen gebrochen kam bei ihr im Tubogang schon einen Tag nach der Wahl. Erst präsentiert sie mit Kirchhof einen wahren Experten und ködert damit Stimmen, kaum auf dem Thron stößt sie ihn vom Podest. Die Wähler vergessen nichts und nicht nur Ypislanti sondern für Merkel wird es eng - spätestens nächstes Janr. Sie will es nur nicht wahrhaben.
Pengolodh (05.09.2008, 12:19 Uhr)
Na sicher doch...
... während man einer Frau Merkel, die seinerzeit im Wahlkampf die SPD verteufelt hat und mit radikalen Steuervereinfachungen Punkte machen wollte, dann aber doch nur eine Steuererhöhung MIT der SPD hingekriegt hat, sehr wohl trauen kann... oder?!
Alles klar, Frau FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda!
Nein, Wähler sind heute nicht klüger. Kein denkender Mensch glaubt, daß Wahlen erlaubt wären, wenn sie etwas ändern könnten.
Erich_Erich (05.09.2008, 11:47 Uhr)
at UR63
Ich habe doch bloss eine Zustandbeschreibung geliefert, keine Anschuldigung, schon gar nicht gegen die "Ossis", wie Sie sagen.
Die Gemeinden im Osten sind doch nicht schuld, dass Ihnen diese 100erte von Milliarden angeboten werden, wieso sollen sie denn diese verweigern. Und wenn Schwarzarbeit (als reine Tauschwirtschaft) dort sehr gut geht (im Westen gibt es sie ja auch), wieso soll dort einer frteiwillig darauf verzichten? Hat es doch in der DDR auch massiv gegeben, und die war wirklich gerecht.
Wenn der Staat sich viel einmischt, ist das eine ganz normale menschliche Reaktion.
terrax (05.09.2008, 11:34 Uhr)
Mein letzter Kommentar
Sorry das da immer Fehler sind aber mein Cursor fliegt ab und an immer woanders hin. Woran das liegt weiß ich nicht. Außerdem könnte der Stern die Eingabemaske mal etwas breiter machen, denn man verhaspelt sich hier leicht.
StillerBeobachter (05.09.2008, 11:34 Uhr)
@AttaTroll
Vielen Dank für diesen tollen Kommentar! Du sprichst mir aus dem Herzen.
Ich kann auch nur hoffen, dass sich die Linken in der SPD bei diesem Machtkampf, der derzeit tobt, durchsetzen und die Politik wieder etwas sozialer und menschlicher wird.
terrax (05.09.2008, 11:32 Uhr)
@kaisergarten
Da muß ich Ihnen Recht geben, bei einigen ist Hoffnung und Malz verloren. Nur bei den derzeitigen Themen und Beschiss der Regierung ist für mich keine Partei wählbar. Wir Nichtwähler haben die größte Partei. Da sollten auch mal unsere Politiker drüber nachdenken. Aber Hauptsache der die Minister bekleiden nach der Wahl erst mal wieder ein Amt. Dann können haben se erst mal wieder für 4 Jahre Ruhe!
Gisella (05.09.2008, 11:29 Uhr)
Die
Frau Dr. Merkel-wie sie von einem unserer Mitkommentatoren mit seinem erhobenen Finger -genannt wird-ist nur noch zum Abschalten da.Hoffe, wir wählen sie ab-die vielen verschieden- farbenen, gleichaussehenden Hosenanzüge reichen inzwischen, um sie im TV wegzudrücken. Und über ihre Politik- hört sich alles an wie ehem. DDR-sie hat gut gelernt da.Kommt mir alles bekannt vor.Da ich nicht linientreu war, durfte ich 1963 ausreisen.
kaisergarten (05.09.2008, 11:26 Uhr)
Wähler sind heute auch klüger als früher?
Ehrlich? Terrax - da haben Sie aber eine sehr hohe Meinung von unseren Mitbürgern. Die teile ich leider nicht. Würde ich zwar gerne, aber der Wähler will beschissen werden, da die Wahrheit nur wehtun würde. Wird sind nicht schlauer als die alten Römer, vermutlich könnten wir noch was lernen.
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