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Die Anschläge auf Flüchtlingsheime

Die Anschläge auf Flüchtlingsheime häufen sich. Die Medien berichten kaum. Der Hass, der Asylanten entgegenschlägt, schockiert mich.

Von Nora Gantenbrink

Das Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf: Nicht jeder heißt hier "Flüchtlinge willkommen"

Das Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf: Nicht jeder heißt hier "Flüchtlinge willkommen"

Vorigen Sommer empfingen Anwohner in Berlin-Hellersdorf neu angekommene Flüchtlinge mit Hass und Hitlergruß. Was seitdem geschah, schockiert mich.

Silvesternacht 2013

: Mit Klebeband werden Knallkörper an den Eingangstüren des Asylbewerberheims befestigt, die Glasscheiben zersplittern. Die Täter sind bis heute unbekannt.

6. Januar 2014

: Zwei Männer und eine Frau randalieren nachts vor dem Heim und kleben Sticker mit ausländerfeindlichen Parolen an die Fassade.

19. Januar

: Ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma des Heims wird von einer Gruppe Männer rassistisch beleidigt. Die Polizei überprüft die Männer, ordnet mindestens zwei von ihnen der rechten Szene zu.

Verstoß gegen die Menschlichkeit

27. Januar: Durch ein gekipptes Fenster wird ein Böller geworfen. Täter bis heute unbekannt.

14. März

: Sechs Personen verfolgen nachts zwei junge Flüchtlinge auf ihrem Weg zurück in die Unterkunft. Bierflaschen fliegen. Die Täter versuchen, ins Heim einzudringen. Bewohner und ein Wachmann helfen, ihnen den Weg ins Heim zu versperren.

Laut Bundeskriminalamt hat sich binnen eines Jahres die Zahl rechtsextremer Übergriffe auf Flüchtlingsheime mehr als verdoppelt. Für mich ist jeder dieser Anschläge, jede Nazischmiererei ein Verstoß gegen die Menschlichkeit und die Demokratie. Sie schüren Angst. Ende März wird eine Frau aus dem Heim in Hellersdorf ein Kind zur Welt bringen. Sie wünscht sich, dass es gesund ist und sicher aufwächst.

Die Kolumne...

... "Was mich bewegt" finden Sie immer schon donnerstags im aktuellen stern.

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