16. Oktober 2012, 15:15 Uhr

Uni Düsseldorf erstattet Anzeige im Fall Schavan

Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Ministerin Schavan geht die Uni Düsseldorf in die Offensive: Wegen des Verdachts der Weitergabe vertraulicher Informationen stellte sie Strafanzeige gegen Unbekannt.

Annette Schavan, Bundesbildungsministerin, Doktorarbeit, Plagiatsvorwürfe, Fälschung, Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Bestreitet die Plagiatsvorwürfe: Bundesbildungsministerin Annette Schavan.©

Die Universität Düsseldorf hat im Zusammenhang mit der Überprüfung der Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) auf Plagiate Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Es gehe um den Verdacht der Weitergabe von vertraulichen Informationen, teilte die Heinrich-Heine-Universität am Dienstag mit.

Informationen über das Gutachten zu der Doktorarbeit seien womöglich unter Bruch der Vertraulichkeit an die Öffentlichkeit gelangt, hieß es weiter. "Dies betrifft Prof. Dr. Schavan, die sich insbesondere aufgrund ihrer exponierten gesellschaftlichen Stellung vermehrter Aufmerksamkeit ausgesetzt sieht." Zudem sei auch der mit dem Gutachten beauftragte Professor Stefan Rohrbacher betroffen.

Ausschuss hatte Gutachten zur Vorbereitung erhalten

Der "Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, nach einem Gutachten für die Universität bestehe die Dissertation der Ministerin aus dem Jahr 1980 in Teilen aus Plagiaten. In der für den Promotionsausschuss der Hochschule bestimmten "Sachverhaltsermittlung" werde Schavan Täuschungsabsicht vorgehalten. Schavan weist dies zurück.

Der Ausschuss prüft die Doktorarbeit seit Mai, weil Plagiatsvorwürfe laut geworden waren. 15 ständige und Vertretungsmitglieder des Gremiums hatten das Gutachten zur Vorbereitung erhalten. Der Ausschuss tagt an diesem Mittwoch. Jedoch befinde man sich am Anfang des Verfahrens, betonte ein Sprecher.

mad/DPA/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Plagiatsvorwürfe Doktorvater lobt Arbeit von Schavan

Unterstützung für Annette Schavan aus berufenem Munde: Ihr Doktorvater hat die Dissertation als "beachtliche Leistung" bezeichnet. Weitere Wissenschaftler kritisieren das Prüfverfahren scharf.

Plagiatsaffäre der Bildungsministerin Schavan - auch ein Problem für Merkel

Die baden-württembergische CDU ist ohnehin gebeutelt, nun lastet auch noch die Schavan-Affäre auf dem Landesverband. Will Merkel ihre Chancen bei der Bundestagswahl wahren, muss sie handeln.

Schavan wehrt sich gegen Plagiatsvorwurf "Ich lasse mir das nicht bieten"

Bundesbildungsministerin Schavan bangt nach einem vernichtenden Gutachten um ihren Doktortitel. Die CDU-Politikerin bestreitet jede Täuschungsabsicht und setzt sich massiv gegen die Vorwürfe zur Wehr.

Plagiatsvorwurf gegen Bundesbildungsministerin Schavan Die Redliche unter Betrugsverdacht

Bildungsministerin Schavan gilt als seriös und kundig. Das Gutachten zu ihrer Doktorarbeit kratzt an diesem Image. Sie soll getäuscht haben. Stimmt das, hat auch Bundeskanzlerin Merkel ein Problem.

Umstrittene Doktorarbeit Schavan wehrt sich gegen Täuschungsvorwurf

Das Ergebnis ist vernichtend: Ein Gutachter ist zu dem Schluss gekommen, Annette Schavan habe in Ihrer Doktorarbeit bewusst getäuscht. Die Bildungsministerin bestreitet die Vorwürfe vehement.

Plagiatsaffäre Gutachter wirft Schavan "Täuschungsabsicht" vor

Ein Wissenschaftler kommt bei der Untersuchung der Doktorarbeit von Bildungsministerin Annette Schavan offenbar zu einem vernichtenden Urteil. Auf 60 Seiten soll die CDU-Politikerin getrickst haben.

Neue Plagiatsvorwürfe Schavan soll von sich selbst abgekupfert haben

Für Guttenberg hat sie sich geschämt, jetzt muss sie ihre eigene Plagiatsaffäre ausbaden: Annette Schavan soll in ihrer über 30 Jahre alten Doktorarbeit weitaus mehr abgeschrieben haben, als bisher bekannt - auch von sich selbst.

Doktortitel der Bildungsministerin Alles über Schavans Plagiatsaffäre

Was steht eigentlich in Annette Schavans Doktorarbeit? Was hat der Gutachter genau gesagt? Und: Kann die Bildungsministerin die Affäre überstehen? Zehn Fragen, zehn Antworten.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?