HOME

"WahlSwiper": Die "Wahl-O-Mat"-Alternative im Tinder-Style

Der offizielle "Wahl-O-Mat" kommt erst Ende August, aber eine Berliner Agentur füllt die Lücke: Mit dem "WahlSwiper" soll man seine Partei schneller finden als das nächste Tinder-Date. 

"Wahl-O-Mat"-Alternative: Die App "WahlSwiper" auf zwei Smartphone-Bildschirmen

Der "Wahlswiper" will dem "Wahl-O-Mat" Konkurrenz machen und bei der Entscheidungsfindung zur Wahl 2017 helfen

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Der "" der Bundeszentrale für politische Bildung ist zur Wahl 2017 noch nicht veröffentlicht worden. Trotzdem stellen sich viele Menschen schon jetzt die Frage: "Welche Partei soll ich wählen"? Für Android und iOS gibt es eine App, die bei der Entscheidungsfindung in der Wahlkabine helfen soll, der "WahlSwiper".

Welche Partei soll ich wählen? Hat diese App die Antwort?

So funktioniert es: Der Nutzer bekommt 30 Fragen zu aktuellen Themen gestellt, bei denen man per Swipe oder Klick mit "Ja" oder "Nein" Position beziehen muss. Die gestellten Fragen umfassen ein breites Spektrum an Themen, die im Wahlkampf vertreten sind - darunter Flüchtlinge und Immigration, Wirtschaftspolitik, Rente oder auch Europa-Themen. Einzelne Fragen können auf Wunsch übersprungen werden. Fühlt man sich bei einem Thema nicht sattelfest, gibt es die Möglichkeit, sich ein kurzes Erklärvideo anzuschauen. Am Ende wählt man dann sämtliche Parteien aus, mit denen die eigenen Antworten abgeglichen werden sollen und erhält als Ergebnis eine Wahlempfehlung.

Kritik: Nicht alle Parteien sind in der "Wahl-O-Mat"-Alternative "WahlSwiper" enthalten

Im Gegensatz zum "Wahl-O-Mat" stammt der "WahlSwiper" von einem privaten Entwickler. Die Agentur Movact entwickelte und produzierte die App nach eigenen Angaben unter anderem zusammen mit Journalisten, Grafikern und Studenten. Die 30 Nutzer-Fragen wurden laut der Movact-Webseite von Politikwissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München geprüft. Im Android-Appstore gab es Kritik von Nutzern dafür, dass nicht alle zur Wahl zugelassenen Parteien in der App vertreten sind. Der Entwickler begründet dies damit, dass zwar allen Parteien der Fragekatalog zugeschickt worden sei - jedoch hätten nicht alle auf die Zusendung der Fragen geantwortet.

Neben der Anzahl der zugelassenen Parteien sticht ein weiterer Unterschied zum "Wahl-O-Mat" ins Auge: Es fehlt die Antwort-Möglichkeit "Neutral". Movact möchte nach eigenen Angaben eine klare Stellungnahme der angehenden Wähler erreichen, auch in der Wahlkabine müsse man schließlich eine Entscheidung treffen. Außerdem seien die Fragen so konkret gestellt, dass jeder ein "Ja" oder "Nein" finden kann. Und am Ende gibt es ja immer noch die Möglichkeit, eine These zu überspringen - diese wird dann jedoch aus der Wertung ausgeschlossen.

rös/sve

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren