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20. April 2009, 10:53 Uhr

Althaus räumt Schuld am Tod der Skifahrerin ein

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus hat seine Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Auf einer Pressekonferenz räumte er erstmals öffentlich seine Schuld an dem tödlichen Skiunfall ein, bei dem am Neujahrstag eine 41 Jahre alte Frau ums Leben gekommen war. "Das belastet mich, ich trage schwer daran", so Althaus.

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Trägt schwer an seiner Schuld: Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus© Patrick Seeger/DPA

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hat nach der Rückkehr ins Amt erstmals offen seine Schuld am Tod einer 41 Jahre alten Frau beim Skiunfall im Januar eingestanden. Das Gutachten zu dem Unfall ergebe, "dass ich Schuld trage. Das belastet mich. Ich trage schwer daran", sagte der CDU-Politiker am Montag in Erfurt bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Rückkehr in die Staatskanzlei.

Der Unfall am Neujahrstag habe sein Leben, aber vor allem das Leben der Familie der Frau "nachhaltig verändert". Bei dem Zusammenprall auf der Skipiste war die Frau tödlich verletzt worden. Sie hinterließ einen Ehemann und ein einjähriges Kind.

In einem Interview im Frühjahr hatte Althaus noch gesagt: "Schuld ist nicht die richtige Kategorie, um ein solch tragisches Unglück zu bewerten. Ich fühle mich aber verantwortlich." Althaus hat am Montag nach fast vier Monaten wieder die Arbeit in der Erfurter Staatskanzlei aufgenommen. Bei dem Unfall hatte er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und danach viele Woche in Kliniken verbringen müssen.

Über seinen derzeitigen Gesundheitszustand sagte Althaus: "Ich fühle mich fit, ich fühle mich gut", er habe einiges dafür getan, dass er sein Amt wieder in vollem Umfang ausführen könne.

Bereits für Freitag kündigte der Thüringer Ministerpräsident Gespräche mit Opel über die Zukunft des Automobilwerks in Eisenach an. Der dortige Opel-Standort sei von besonderer Bedeutung und ein Beweis für den Erfolg der deutschen Einheit. Das Werk sei revitalisiert worden und habe Zukunft gewonnen. Dennoch mache die Krise beim Mutterkonzern General Motors Sorgen. Die Landesregierung sei in engem Kontakt sowohl mit der Unternehmensführung als auch dem Betriebsrat. Sie wolle "helfen, dass der hochproduktive Standort Eisenach eine gute Zukunft hat". Der Markterfolg sei unbestritten.

Unterstützungspaket für Opel-Werk

Althaus sagte, er habe selbst Gespräche mit Daimler-Chef Dieter Zetsche geführt - allerdings nicht erfolgreich. Aber die Suche nach Investoren gehe weiter. Das Land habe Opel ein Unterstützungspaket angeboten. Das Gespräch am Freitag werde mit Opel-Chef Hans Demant geführt. Althaus betonte, er hoffe auf weitere positive Absprachen, sagte Althaus. Die Technologieentwicklung müsse verstärkt werden.

Der Erfurter Regierungschef räumte auch in seinem Land steigende Arbeitslosigkeit ein. Dennoch sei Thüringen immer noch Spitzenreiter unter den neuen Ländern. Althaus sprach aber auch von einem steigenden Maß an Kurzarbeit. Der schwache Export sei dafür verantwortlich, dass viele Unternehmen Probleme bekämen. Das gelte vor allem für die Autoindustrie und Zulieferbetriebe.

Erste Kabinettssitzung am Dienstag

Noch für diese Woche kündigte Althaus "viele Gespräche mit Bürgern und Institutionen" an. Bereits am Montag steht eine Sitzung des CDU-Landesvorstands an und einen Tag später die erste Kabinettssitzung nach seiner Rückkehr. Auch sollen in dieser Woche eine große Klinik in Rudolstadt und ein Turboladerwerk eröffnet werden.

Auch in die Bundespolitik will Althaus mit der Teilnahme an der nächsten CDU-Präsidiumssitzung wieder eingreifen. Ausdrücklich dankte er Finanzministerin Birgit Diezel, die ihn vertreten hatte, und dem ganzen Kabinett, dass sie in seiner Abwesenheit in Geschlossenheit und Klarheit gehandelt hätten. "Ich freue mich, dass ich wieder auf der Bühne und in Verantwortung stehe."

DPA/AP
 
 
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