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Kretschmann duelliert sich nun doch mit der AfD im TV

Nun gibt es also doch eine Elefantenrunde mit der AfD: Die Spitzenkandidaten von Grünen und SPD in Baden-Württemberg sind bereit, an Podiumsdiskussionen mit Vertretern der Alternative für Deutschland teilzunehmen.

Ihn ärgert die AfD: Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Politischer Gegner AfD: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) muss sich jetzt doch im TV mit den Rechtspopulisten auseinander setzen.

Nach tagelangem Hin und Her steht einer Live-Fernsehdebatte vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg unter Einschluss der AfD wohl nichts mehr im Wege. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und sein Stellvertreter Nils Schmid (SPD) rückten am Freitag von ihrer Weigerung ab, an einer so genannten "Elefantenrunde" im SWR-Fernsehen gemeinsam mit dem AfD-Spitzenkandidaten aufzutreten.

Direkte Auseinandersetzung mit der AfD

Der SWR habe deutlich gemacht, dass der "Extremismus in einer um AfD und Linkspartei erweiterten Elefantenrunde eine zentrale Rolle spielen wird und die direkte Auseinandersetzung mit dem rechtsradikalen Kern der AfD in einem solchen Format möglich ist", begründeten Kretschmann und Schmid in einer gemeinsamen Erklärung ihren Schwenk. "An einer solchen Debatte werden wir teilnehmen und die AfD stellen."

Zuvor war bekannt geworden, dass die beiden Politiker ihre Teilnahme an zwei Diskussionsrunden der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" zugesagt hatten, an denen auch AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen teilnimmt. Die Mitwirkung an einer Runde mit vergleichbarer Besetzung im SWR-Fernsehen hatten sie hingegen bis dahin abgelehnt.

SWR-Intendant Peter Boudgoust hatte die Zusage der Politiker für die Zeitungsrunden in einer Erklärung am Nachmittag dann als "überraschend" bezeichnet und beide aufgefordert, sich nun auch für die Diskussion im SWR-Fernsehen zur Verfügung zu stellen.

"Die AfD ist keine normale Partei"

In ihrer gemeinsamen Erklärung rechtfertigten Kretschmann und Schmid noch einmal ihre Zurückhaltung: "Die AfD ist keine normale Partei wie die anderen, sondern vertritt rechtspopulistische bis rechtsradikale Inhalte und duldet Rassismus und Rassisten in ihren Reihen", erklärten sie. "Deshalb schien uns ein herkömmliches Veranstaltungsformat zur Landtagswahl nicht angemessen zu sein."

Kretschmann und Schmid hatten zuvor damit gedroht, an einer "Elefantenrunde" des Südwestrundfunks nicht teilzunehmen, falls die AfD auch vertreten sei. Im grün-rot regierten Baden-Württemberg wird am 13. März ein neuer Landtag gewählt.

anb/AFP
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