Steuervorstoß der anderen Art: Eine Initiative von 23 Reichen fordert eine Vermögensabgabe, um die Folgen der Wirtschaftskrise für Deutschland abzufedern und die Kluft zwischen arm und reich zu verkleinern. Dabei gehen die Forderungen weiter als die Vorschläge mancher Partei.

Die Initiative "Vermögende für eine Vermögensabgabe" will die "Reichen" zur Kasse bitten© Colourbox
Eine kleine Gruppe Wohlhabender will eine Zwangsabgabe für Reiche durchsetzen. Die Vertreter der Initiative "Vermögende für Vermögensabgabe" forderten die Politik auf, Personen mit einem Vermögen von über 500.000 Euro in den Jahren 2009 und 2010 zu einer Abgabe von fünf Prozent zu verpflichten. "Anschließend sollte eine Vermögenssteuer von mindestens einem Prozent erhoben werden", sagte der Koordinator der Gruppe, Bruno Haas.
Mit ihrem Vorschlag geht die Gruppe der Reichen weiter als manche Partei: So fordert die Linke in ihrem Wahlprogramm, dass erst auf Vermögen über einer Million Euro eine 5-Prozent-Abgabe fällig wird.
Um zu verhindern, dass sich Wohlhabende vor der Zwangsabgabe drücken, sollten per Gesetz Geldströme in Steueroasen erfasst werden. Die 23-köpfige Initiative, deren Mitglieder selbst von der Zwangsabgabe betroffen wären, begründete ihre Forderung mit der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich. Allein in den Jahren 2009 und 2010 könnten nach Berechnungen der Gruppe bis zu 50 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen werden.
Die Initiative wird teils von Erben großer Vermögen getragen. Zu ihr gehört neben Haas, der Geschäftsanteile an einer Firma erhalten hatte, auch Susann Haltermann, Tochter eines Hamburger Fabrikanten. Hinzu kommen Ärzte, Pädagogen und Privatiers. Prominente Namen sind auf dem öffentlichen Teil der Liste allerdings nicht zu finden.