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Zahl der Asylanträge steigt drastisch an

Immer mehr Menschen stellen einen Antrag auf Asyl in Deutschland. Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Flüchtlinge um 86,5 Prozent gestiegen. Innenminister Friedrich ist besorgt.

  Sieht nicht gerade einladend aus: die Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Zirndorf.

Sieht nicht gerade einladend aus: die Zentrale Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Zirndorf.

Die Zahl der neuen Asylbewerber ist im ersten Halbjahr 2013 drastisch angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 86,5 Prozent mehr Erstanträge auf Asyl, wie das Bundesinnenministerium am Montag in Berlin mitteilte. Die Zahl erhöhte sich um 19.950 auf 43.016. Wichtigste Herkunftsländer waren Russland mit knapp 10.000 Bewerbern, Syrien mit 4517 und Afghanistan mit 3448 Bewerbern.

Insbesondere die Zahl der russischen Asylbewerber ist gegenüber 2012 drastisch angestiegen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zeigte sich besorgt über den Gesamtanstieg. "2012 kamen die weitaus meisten Asylsuchenden in der Europäischen Union nach Deutschland", erklärte er. "Und für das erste Halbjahr 2013 beobachten wir nahezu eine Verdoppelung der Asylanträge." Mehr Asylzugänge als im ersten Halbjahr 2013 habe Deutschland zuletzt in den ersten sechs Monaten des Jahres 1999 gehabt. "Auch ein wirtschaftlich starkes Land wie die Bundesrepublik Deutschland wird dadurch vor erhebliche Herausforderungen gestellt."

Im Juni war ebenso wie in den Vormonaten die Ablehnungsquote hoch. Von den in diesem Monat 5667 ergangenen Entscheidungen waren 2399 Ablehnungen, das entsprach einer Quote von 42,3 Prozent. Anderweitig erledigt - zum Beispiel durch Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages - wurden die Anträge von 1834 Bewerbern, was 32,4 Prozent entsprach. Insgesamt 843 Menschen (14,9 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention zuerkannt. Darunter waren lediglich 35 (0,6 Prozent), die als Asylberechtigte gemäß dem Grundgesetz anerkannt wurden.

kng/AFP/AFP
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