Überall da, wo Hitlers Hassvisionen in konkrete Bluttaten umschlugen, ging Heydrich als Antreiber und Planer voran. Er war es auch, der die ersten KZ in Deutschland organisierte. Der Abstieg in den Völkermord.

Männer der SA bei einem Hetzmarsch durch die Straßen von Berlin gegen die jüdische Bevölkerung im Jahr 1938: Die mitgeführten Plakate tragen die Aufschrift "Deutsche wehrt Euch! Kauft nicht bei den Juden!"© Ullstein/dpa
In Dachau entsteht das erste Konzentrationslager für NS-Gegner und Juden.
Erster Boykott gegen jüdische Geschäfte im Deutschen Reich.
Die "Nürnberger Gesetze" machen Juden zu Bürgern zweiter Klasse. Ehen mit Deutschen sind ihnen künftig verboten.
Tausende von Sinti und Roma werden in KZs eingesperrt.
Nach dem "Anschluss" Österreichs forciert die SS die Auswanderung von Juden über eine Zentralstelle in Wien.
Mit der "Kristallnacht", die dem Mordanschlag eines Juden auf einen deutschen Diplomaten in Paris folgt, ziehen die Nazis einen Pogrom auf: 91 Juden werden ermordet, 30000 inhaftiert, unzählige Synagogen, Geschäfte und Wohnungen zerstört.
Berlin beschließt, Juden aus dem Wirtschaftsleben zu verdrängen.
Gründung der "Reichszentrale für jüdische Auswanderung" unter Heydrich.
Im Reichstag droht Hitler für den Fall eines neuen Weltkriegs mit der "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa".
Der deutsche Überfall auf Polen löst den Zweiten Weltkrieg aus. SS-Einsatzgruppen exekutieren bis Mai 1940 hinter der Front über 60000 Polen und Juden.
Heydrich lässt alle Juden Polens in städtische Gettos zwingen und deutet ein geheimes "Endziel" an.
Zusammenlegung von Staatschutz (Gestapo) und Sicherheitsdienst der SS im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unter Heydrich.
Hitler genehmigt schriftlich den Massenmord an geistig Behinderten. Bis Mitte 1941 fallen der "Euthanasie" 70000 Kranke zum Opfer. Ab Januar 1940 werden dabei erstmals Gaswagen eingesetzt.
Deutschland annektiert Teile Westpolens und bildet im Restgebiet das Generalgouvernement (GG), in das Juden, Polen und Zigeuner deportiert werden.
Juden aus Österreich und Böhmen treffen in Nisko am San ein, um dort ein "Judenreservat" aufzubauen. Dieser Plan des RSHA wird bald als erfolglos aufgegeben.
Alle Juden im GG müssen den "Gelben Stern" an der Kleidung tragen.
Deportation von Juden aus dem "Altreich" ins GG beginnt in Stettin.
Göring ordnet einen vorübergehenden Stopp der Judendeportationen nach Polen wegen überfüllter Gettos an.
Himmler befiehlt den Bau eines KZ in Auschwitz.
Adolf Eichmann vom RSHA legt einen Plan vor, alle europäischen Juden nach Madagaskar zu verschiffen. Er wird Anfang 1942 als undurchführbar aufgegeben.
Schaffung des Warschauer Gettos. Es wird am 15. November abgeriegelt.
Himmler besucht Auschwitz und befiehlt den Bau des Großlagers Birkenau, das ein Jahr später eröffnet wird.
Heydrich berichtet Göring über seine Pläne zur "Lösung der Judenfrage", die auch Hitler genehmigt.
In einer RSHA-Weisung ist von der "unmittelbar bevorstehenden Endlösung" die Rede.