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25. November 2003, 10:36 Uhr

"Er war immer der aktivste Vollstrecker"

Überall da, wo Hitlers Hassvisionen in konkrete Bluttaten umschlugen, ging Heydrich als Antreiber und Planer voran. Er war es auch, der die ersten KZ in Deutschland organisierte. Der Abstieg in den Völkermord.

Männer der SA bei einem Hetzmarsch durch die Straßen von Berlin gegen die jüdische Bevölkerung im Jahr 1938: Die mitgeführten Plakate tragen die Aufschrift "Deutsche wehrt Euch! Kauft nicht bei den Juden!"© Ullstein/dpa

22. März 1933

In Dachau entsteht das erste Konzentrationslager für NS-Gegner und Juden.

1. April 1933

Erster Boykott gegen jüdische Geschäfte im Deutschen Reich.

15. September 1935

Die "Nürnberger Gesetze" machen Juden zu Bürgern zweiter Klasse. Ehen mit Deutschen sind ihnen künftig verboten.

Juni 1938

Tausende von Sinti und Roma werden in KZs eingesperrt.

26. August 1938

Nach dem "Anschluss" Österreichs forciert die SS die Auswanderung von Juden über eine Zentralstelle in Wien.

9. November 1938

Mit der "Kristallnacht", die dem Mordanschlag eines Juden auf einen deutschen Diplomaten in Paris folgt, ziehen die Nazis einen Pogrom auf: 91 Juden werden ermordet, 30000 inhaftiert, unzählige Synagogen, Geschäfte und Wohnungen zerstört.

12. November 1938

Berlin beschließt, Juden aus dem Wirtschaftsleben zu verdrängen.

24. Januar 1939

Gründung der "Reichszentrale für jüdische Auswanderung" unter Heydrich.

30. Januar 1939

Im Reichstag droht Hitler für den Fall eines neuen Weltkriegs mit der "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa".

1. September 1939

Der deutsche Überfall auf Polen löst den Zweiten Weltkrieg aus. SS-Einsatzgruppen exekutieren bis Mai 1940 hinter der Front über 60000 Polen und Juden.

21. September 1939

Heydrich lässt alle Juden Polens in städtische Gettos zwingen und deutet ein geheimes "Endziel" an.

27. September 1939

Zusammenlegung von Staatschutz (Gestapo) und Sicherheitsdienst der SS im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) unter Heydrich.

Oktober 1939

Hitler genehmigt schriftlich den Massenmord an geistig Behinderten. Bis Mitte 1941 fallen der "Euthanasie" 70000 Kranke zum Opfer. Ab Januar 1940 werden dabei erstmals Gaswagen eingesetzt.

12. Oktober 1939

Deutschland annektiert Teile Westpolens und bildet im Restgebiet das Generalgouvernement (GG), in das Juden, Polen und Zigeuner deportiert werden.

18. Oktober 1939

Juden aus Österreich und Böhmen treffen in Nisko am San ein, um dort ein "Judenreservat" aufzubauen. Dieser Plan des RSHA wird bald als erfolglos aufgegeben.

23. November 1939

Alle Juden im GG müssen den "Gelben Stern" an der Kleidung tragen.

Februar 1940

Deportation von Juden aus dem "Altreich" ins GG beginnt in Stettin.

24. März 1940

Göring ordnet einen vorübergehenden Stopp der Judendeportationen nach Polen wegen überfüllter Gettos an.

27. April 1940

Himmler befiehlt den Bau eines KZ in Auschwitz.

15. August 1940

Adolf Eichmann vom RSHA legt einen Plan vor, alle europäischen Juden nach Madagaskar zu verschiffen. Er wird Anfang 1942 als undurchführbar aufgegeben.

12. Oktober 1940

Schaffung des Warschauer Gettos. Es wird am 15. November abgeriegelt.

1. März 1941

Himmler besucht Auschwitz und befiehlt den Bau des Großlagers Birkenau, das ein Jahr später eröffnet wird.

26. März 1941

Heydrich berichtet Göring über seine Pläne zur "Lösung der Judenfrage", die auch Hitler genehmigt.

20. Mai 1941

In einer RSHA-Weisung ist von der "unmittelbar bevorstehenden Endlösung" die Rede.

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