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13. Februar 2005, 17:30 Uhr

Als Feuer vom Himmel fiel

Lange blieb Dresden vom Krieg verschont, die NS-Strategen glaubten nicht an eine Gefahr. Das war ein Irrtum: Am 13. Febraur 1945 lösten alliierte Luftangriffe in der barocken Residenzstadt ein Inferno aus.

Brennende Ruinen: Bürger Dresdens und Rettungskräfte bringen nach dem Feuersturm Leichen zu einem Sammelort im Zentrum der Stadt, um sie zu verbrennen© Walter Hahn/AFP/Slub Deutsche Fotothek

Die NS-Strategen glaubten nicht an eine Gefahr, dass Dresden noch bombardiert werden könnte. Aus ihrer Sicht gab es "lohnendere Ziele" im Bombenkrieg der Alliierten. Doch das war ein Irrtum. Drei Monate vor der Kapitulation Hitler-Deutschlands starben die Hoffnungen der Dresdner, dem Grauen zu entkommen: Faschingsdienstag 1945 kam der Tod - wie schon zuvor in andere deutsche Städte - tausendfach auch nach "Elbflorenz". Die Bomben, die alliierte Flugzeuge in Tages- und Nachteinsätzen ausklinkten, zerstörten eine der schönsten Städte Europas.

In Erinnerung geblieben ist das Bild der sandsteinernen Rathausfigur, die fassungslos auf erkaltete Ruinen zu blicken scheint. Erich Kästner, ein Kind der Stadt, fand eindrucksvolle Worte für das Drama: "Das, was man früher unter Dresden verstand, existiert nicht mehr. Man geht hindurch, als liefe man im Traum durch Sodom und Gomorrha. Fünfzehn Quadratkilometer Stadt sind abgemäht und fortgeweht. (...) Wie von einem Zyklon an Land geschleuderte Wracks riesenhafter Dampfer liegen zerborstene Kirchen umher. Was sonst ganze geologische Zeitalter braucht, nämlich Gestein zu verwandeln - das hat hier eine einzige Nacht zu Wege gebracht", schrieb der Schriftsteller.

Zehntausende Tote binnen 24 Stunden

In wenigen Stunden wurden aus den meisten Zeugnissen höfischen Glanzes der Barockzeit brennende Ruinen. Semperoper, Zwinger, Schloss und Frauenkirche - das alte Dresden versank in Schutt und Asche. Die einstige Königsresidenz war nach Hamburg, Köln, Würzburg, Nürnberg und Berlin eine der letzten deutschen Großstädte im Fadenkreuz der Anti-Hitler-Koalition. Schätzungen zufolge starben in dem Feuersturm am 13. und 14. Februar 35.000 Menschen. Meterhohe Flammen loderten aus den Häusern, Feuersbrünste rasten durch Straßen und Gassen. Das Feuer war so stark, dass selbst der Asphalt schmolz.

Insgesamt waren 39 deutsche Großstädte im Fadenkreuz der Bomber, die mit Tag- und Nachtangriffen den Widerstand der Zivilbevölkerung brechen und sie zum Aufstand gegen die Nazi-Diktatur bewegen sollten. Allein in den vier letzten Monaten des Kriegs fielen mehr als 100.000 deutsche Zivilisten den Luftangriffen zum Opfer. Allerdings nahm das Zerstörungswerk ebenso wenig Einfluss auf den Kriegsverlauf wie die blindwütigen "Vergeltungsschläge" deutscher Bomber gegen Antwerpen oder London. Im Fall von Dresden kam eine kulturelle Dimension hinzu. "Die Zerstörung Dresdens war nicht nur ein Verlust für Deutschland, sondern für die ganze Menschheit", sagt der britische Historiker Frederick Taylor.

"Sind wir Bestien, gehen wir zu weit", soll der britische Premier Winston Churchill einmal gefragt haben. Hitler hatte sich das nie gefragt, stattdessen verkündete er 1943: "Wenn mein eigenes Volk an einer solchen Prüfung zerbrechen würde, könnte ich darüber keine Träne weinen. Es hätte nichts anderes verdient. Es würde sein eigenes Schicksal sein, das es sich selbst zuzuschreiben hat".

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