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Unmittelbar vor Beginn des G8-Gipfels in L'Aquila hat Papst Benedikt XVI. seine Sozialenzyklika herausgegeben. Darin fordert er eine über die UN hinausgehende "echte politische Weltautorität", um der Weltwirtschaftskrise Herr zu werden. Besonders prangert der Papst das Gewinnstreben um jeden Preis an.
Wie will Angela Merkel den Klimawandel bremsen? Was sagt sie zur Rekordverschuldung, zu Kundus? Bei ihrer Regierungserklärung hat die Kanzlerin geredet, ohne etwas zu sagen. Das ist zu wenig.
Erst kommt das Fressen, dann die Moral, sagte Bertolt Brecht. Und genau so scheint auch die katholische Pax-Bank in Köln zu handeln. Das von Priestern gegründete Geldhaus investiert nach einem "Spiegel"-Bericht in Tabakkonzerne, Rüstungsfirmen - und einen Produzenten von Verhütungsmitteln.
Der mutmaßliche Steuerhinterzieher Klaus Zumwinkel ist nur einer von vielen Tausend. Teile der Elite des Landes stellen sich über Recht und Anstand. Solche Reichen gefährden den Zusammenhalt der Gesellschaft.
Die harsche Empörung der Politik über den Fall des möglichen Steuerhinterziehers Klaus Zumwinkel ist scheinheilig. Sie trägt Mitverantwortung dafür, dass die unheilige Allianz zwischen Politik und Wirtschaft überhaupt möglich geworden ist. Dass Selbstbedienung und Versagen der Manager oft ohne Konsequenzen bleiben.
Vor seiner hünenhaften Gestalt und seinem grimmigen Blick sollen sogar die Nazi-Schergen Respekt gehabt haben. Papst Johannes Paul II. wird den Widerstandskämpfer und Bischof von Münster Kardinal von Galen nun selig sprechen.
Wenn der Vatikan an diesem Samstag seine geheimen Akten über die Beziehungen zu Nazi-Deutschland bis 1939 freigibt, werden schon viele Forscher die Einsicht beantragt haben. Sie haben die Hoffnung, auf überraschende Neuigkeiten zu stoßen.
Der Papst lächelt entspannt, er ist zufrieden, er genießt den Augenblick. Seine Reise in die Türkei ist zum Erfolg geworden. An seinem letzten Besuchstag ziert er die Titelblätter fast aller türkischen Zeitungen - vor einigen Wochen noch undenkbar.
Mit dem Tod von Papst Johannes Paul II. hat die katholische Kirche einen streitbaren Papst verloren. Er schmiss den deutschen Theologen Küng raus und wetterte gegen Abtreibung. Aber er baute auch Brücken - zwischen Kirchen und Kulturen.
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