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2. Mai 2008, 10:10 Uhr

Letzter Verschwörer des 20. Juli gestorben

Er war der letzte noch lebende Vetraute des Hitler-Attentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Den NS-Schergen entkam Philipp Freiherr von Boeselager nur, weil die Mitverschwörer selbst unter Folter seinen Namen nicht preisgaben. In der Nacht zum Donnerstag verstarb der Widerstandskämpfer.

Philipp Freiherr von Boeselager war der letzte noch lebende Verschwörer des 20. Juli 1944© Thomas Frey/dpa

Philipp Freiherr von Boeselager, letztes Mitglied des innersten Kreises der Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944, ist tot. Er starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 90 Jahren. Ein entsprechender Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wurde der Deutschen Presse-Agentur am Abend aus der Familie bestätigt. Freiherr von Boeselager hatte zuletzt im rheinland-pfälzischen Altenahr gelebt.

Bereits 1943 war der Wehrmachtsoffizier am Versuch eines Attentats auf Adolf Hitler beteiligt. Nach dem misslungenen Anschlag der Gruppe um Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944, für das er den Sprengstoff besorgt hatte, blieb Freiherr von Boeselager unentdeckt.

"Hatte wahsinniges Glück"

Der Offizier hat stets den Holocaust an den Juden als Motiv für seinen Widerstand genannt. Zeit seines Lebens bedauerte er, dass er den Diktator im März 1943 bei einer Begegnung im Hauptquartier der Heeresgruppe Mitte nicht aus nächster Nähe erschoss. Der Plan wurde in letzter Sekunde abgesagt, zwei unmittelbar danach in Hitlers Flugzeug platzierte Bomben explodierten nicht.

Die Nachstellungen des NS-Staats überlebte Freiherr von Boeselager nur dank der Verschwiegenheit seiner Mitverschwörer. "Ich hatte wahnsinniges Glück. Keiner verriet mich unter Folter", sagte er in einem dpa-Interview vor knapp vier Jahren.

Gründer des Malteser-Hilfsdienstes

Die Bundeswehr habe lange kein Interesse an ihm gehabt, sagte Boeselager der FAZ. Stattdessen seien Schulen auf ihn zugekommen, um seine Erinnerungen und Erfahrungen zu hören. Zur Widerstandsgruppe war er über Henning von Tresckow gekommen. Nach dem Krieg heiratete er Rosa Maria Gräfin von Westphalen zu Fürstenberg, mit der vier Kinder hatte. Er gehört zu den Gründern des Malteser Hilfdienstes.

chr/dpa
 
 
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