Sortieren nach: Relevanz | Aktualität |
Ein Leben auf der Erfolgsgeraden? Ist gar nicht so erstrebenswert. Oft lohnt es sich eher, im Kreis zu laufen - und einfach mal auszubrechen, meint Eckart von Hirschhausen.
Augsburg im Schockzustand. Die tödlichen Schüsse auf einen Polizisten machen die Stadt fassungslos. Die Täter sind immer noch auf der Flucht. Die Polizei vermutet sie im schwerkriminellen Milieu.
Der im Fall Dennis festgenommene Verdächtige hat nach Polizeiangaben drei Morde gestanden. Es handelt sich um einen 40-jährigen Pädagogen aus Hamburg.
Seit exakt vier Wochen ist der elfjährige Mirco aus Grefrath verschwunden. Die Polizei spricht von einer unerträglichen Situation. Neue Erkenntnisse haben Zeugenaussagen gebracht - und verschieben den Fokus der Ermittler.
Ein spontanes Verbrechen aus Leidenschaft – wird es unserer Heldin trotzdem gelingen, ihre Spuren erfolgreich zu verwischen? Wie schon erwähnt weile ich Landei momentan in der großen bösen Stadt, die von Autos und vor allem Menschen nur so wimmelt. Untergekommen bin ich in der weitläufigen Gästewohnung der Eltern einer Freundin und die Strecke zwischen ebenjener und dem Schulungszentrum laufe ich einfach, das sind schon wieder 1,5 Stunden Bewegung täglich. Yay! Theoretisch ist alles gut geplant, die Weiterbildung macht Spaß und ich komme gut mit. Alles bestens also. Trotzdem ist das für mich erst mal purer Stress. Die Vorbereitung, die Panik der Kollegen, die mir vorher erst mal alles vor die Füße schmissen, für das sie mich eventuell die nächsten zwei Monate brauchen könnten ("Wie lange bist Du nicht da?????"), die Ungewissheit, ob das mit dem WLAN in der Gästewohnung klappen würde, wo würde ich dort einkaufen können, wie würde das alles klappen und ich und die große Stadt und AAAAAAHHHHHHHH!! Ich bin nun mal ein geruhsames, tendenziell eher statisch veranlagtes Landkind. Isso. Aus diesem Grund kam es auch am Abend des 21. Juli, es war ein Dienstag, zu einer folgenschweren Tat meinerseits. Hey, meine Nerven waren zerrüttet! Mildernde Umstände! Ich verging mich, ich vermag es kaum auszusprechen, ich verging mich an dem Vanillebrotaufstrich der Gastgebertochter, der, ein Überbleibsel eines früheren Besuchs, verführerisch auf dem Kühlschrank herumstand. Mit einem Teelöffel ging ich auf ihn los und nach einer halben Stunde zeugte nur noch das leere Glas von meiner unglaublichen Tat. Mir wurde nicht mal schlecht. Nur mein Gewissen, das schlug natürlich gewaltig an. Dieser kurze Zucker-Fett-Rausch war schließlich nicht nur kalorisch, sondern auch ethisch eine Katastrophe. Ich habe sehr genaue Vorstellungen davon, wie das Konzept von Mein und Dein auszusehen hat, und der Tochter meiner Gastgeber, einer guten Freundin, ihren Brotaufstrich mit Madagascar -Vanille einfach vom Kühlschrank wegzufuttern, das fällt nicht mal annährend in die Grauzone. Natürlich hätte sie mich nicht geköpft, wahrscheinlich hätte sie gelacht und einfach abgewunken, aber darum geht es hier nicht! Es galt nun, das Verbrechen zu verschleiern. Jawohl. Und das schnell, denn schon Donnerstag würde die Tochter hier eintreffen und das Fehlen des Aufstrichs bemerken. Unauffällig fragte ich S. (die Tochter) über Internet, wo es denn diesen netten Aufstrich gäbe. Ja, meinte sie, den gäbe es wahrscheinlich beim Plus. Aber davon gäbe es keinen gescheiten in $grosseStadt. Egal, ich musste selbst geringste Wahrscheinlichkeiten ausschöpfen. Mein bester Freund, das Internet, verriet mir nach längerer Recherche (die Plus-Website ist ja mal extrem unübersichtlich. Gibt es da überhaupt einen Filialfinder?), dass es tatsächlich in relativ kleiner Entfernung zum Schulungszentrum einen Plus gab. Heureka! Gleich nach Schulschluss* machte ich mich bei 38°C und 150% Luftfeuchtigkeit auf den Weg. Ich hatte mir den Stadtplan bei Falk genau angesehen, ich wusste, wo es langging. ... dachte ich zumindest. Irgendwann stand ich am Bahnhof (wie symbolisch!), wusste nicht mehr ein noch aus und beschloss heroisch, doch mal Passanten zu fragen. Heroisch deswegen, weil ich schon schlechte Erfahrungen damit gemacht hatte. Im München suchte ich einen Tee Gschwender und ging auf eine Mutter mit Kinderwagen zu, um sie nach dem Weg zu fragen. Die beschleunigte auf einmal von 0 auf 100 und blökte noch ein garstiges "Kein Interesse!!!" mit mindestens zwölf Ausrufezeichen in meine Richtung, bevor sie sich im Laufschritt entfernte. Seitdem halte ich nicht mehr so viel von Großstadtmenschen. :-[ Doch hier ging es schließlich um mehr: um die Verschleierung meines Verbrechens. Also musste ich in den sauren Apfel beißen. Als Opfer hatte ich eine ältere Dame auserkoren, die im Wartehäuschen einer Bushaltestelle saß. Die, so sagte ich mir, würde wenigstens nicht spontan wegrennen können, bevor ich meine Frage gestellt und sie damit hoffentlich von meinen lauteren Absichten überzeugt hätte. Ich trat auf sie zu und säuselte in meiner besten Seriösstimme "Entschuldigen Sie bitte die Störung, mir wurde gesagt, dass hier in der Gegend ein Plus sein soll. Wissen Sie zufällig, wo ich den finden kann?" Sie blickte auch ganz zutraulich zu mir auf und meinte "Hmm, ja, ein Plus ...", als auf einmal von schräglinks eine resolute Dame mittleren Alters mit kastanienbrauner Dauerwelle ein "Sie wollen zum Plus? Das ist aber noch ein Stück!" in die Runde warf. Ich: "Das macht nichts." Dame von der Bushaltestelle: *guckt interessiert* resolute Dame: "Gleich hier in der Nähe gibt's auch einen Tengelmann." Ich: "Danke, aber ich brauche einen ganz bestimmten Brotaufstrich, den es wohl nur bei Plus gibt." Dame von der Bushaltestelle: *nickt verständnisvoll* resolute Dame, gestikulierend: "Aha. Dann müssen sie da ... und dann da ... und dann die Straße rein und weeeeiiiit, weiiiiiit runter." Ich, ebenfalls herumfuchtelnd: "Ah, als jetzt hier und dann die zweite Straße weit runter?" resolute Dame: "Genau. Weit! Weit!" Ich (zu beiden Damen): "Wunderbar, vielen lieben Dank!" :-D Dame von der Bushaltestelle: *winkt huldvoll* resolute Dame: "Gern geschehen! Weit!" Ich: "Jawohl, weit. Vielen Dank!" So trottete ich wieder meiner Wege. Die zweite Straße hatte ich bald gefunden und es war tatsächlich die, von der das Internet behauptete, dass sich in ihr ein Plus befände. Hut ab vor der Ortskenntnis der resoluten Dame. Ich wanderte die Straße entlang und betrachtete die Läden links und rechts. Peepshow, Pornoläden, indische Telefon- und Kramläden mit angeschlossenen Imbissecken, in denen seltsame Getränke feilgeboten wurden, noch mehr Peepshows ("Neu! Live! Topless!") und zwischendrin ein Antiquariat. Verbrechen lohnt sich eben nicht. Andere gehen nach Canossa , um Buße zu tun, ich durchs Rotlichtbahnhofsviertel. Canossa hätte sich auch nicht mit meinem Stundenplan vertragen, wenn wir es mal so sehen. Sicherheitshalber klappte ich in meiner Tasche trotzdem schon mal meine Nagelfeile auf. Man weiß ja nie. Langen Minuten und viele Sexläden später kam dann, holde Freude, ein kleines Leuchtschild des Discounters in Sicht. Ich hätte am liebsten getanzt, aber erstens hatten wir immer noch 40°C bei 170% Luftfeuchtigkeit und zweitens war noch nicht gesichert, ob der Plus den Brotaufstrich der Begierde überhaupt führte. Ich erlaubte mir jedoch eine Art vorsichtigen Optimismus. Gleich hinter der Eingangstür des Ladens befanden sich zwei Poller, wohl um die vermutlich eher ungehobelte Kundschaft des umgebenden Viertels davon abzuhalten, mit dem Kraftfahrzeug ihrer Wahl in den Laden zu fahren. Gleich rechts waren die Regale für Backwerk und verwandtes und nun hörte ich tatsächlich die himmlischen Chöre in ein triumphales Crescendo ausbrechen: der gesuchte Brotaufstrich (mit Madagascar-Vanille) stand gleich neben dem Nutella-Imitat! Ich schubste eine ältere Frau mit Rollator** aus dem Weg, stürzte mich trotz 42°C und 180% Luftfeuchtigkeit auf das Glas, drückte es an meinen noch immer üppigen Vorbau und rannte, mißtrauisch nach links und rechts schielend, zur Kasse. Nach erfolgreicher Transaktion steckte ich meine Beute in den Rucksack und machte mich erschöpft, aber erleichtert auf den Heimweg. Bei 45°C und 200% Luftfeuchtigkeit. Aber das war egal, ich hatte es geschafft! Daheim angekommen wurde das Glas sofort auf den Kühlschrank gestellt. Das perfekte Verbrechen!*** Meine Güte, war ich fertig. Das nächste Mal reiße ich mich echt zusammen. Eine halbe Stunde Zuckerrausch ist so eine Odyssee einfach nicht wert. _ _ _ _ _ * Man kommt sich manchmal wirklich so vor, als würde man wieder die Schulbank drücken. ;-) ** Tat ich natürlich nicht. Da war gar keine Oma. Aber so klingt der Moment einfach dramatischer. *** Zumindest, wenn S. hier nicht mitlesen würde. Was sie aber tut. Tut mir leid, aber ich habe es ja wieder ausgebügelt, ne? *schäm*
Hundert Jahre ist es her, dass die deutschen Kolonialtruppen den Aufstand der Herero niederschlugen. Generalleutnant von Trothas Vernichtungsbefehl besiegelte das Schicksal eines ganzen Volkes.
Für den TV-Zweiteiler "Dresden" musste sich Felicitas Woll dem Grauen der Bombennacht 1945 stellen, das ihre Großtante als junge Frau erlebt hat. Mit dem stern sprachen beide nun über den Krieg - und das Verdrängen.
Ausflüge mit Motorschlitten, illuminierte Nachtpisten, Airboards und andere Finessen der modernen Touristik können auch zuviel werden. Hinter dem Julier-Pass lauert St. Moritz, kurz davor bei Bivio geht es in das Reich der weißen Stille.
Auf der Landkarte der Sehnsucht ist diese Insel ganz groß verzeichnet. Wer den Namen hört, träumt von weißen Stränden, Palmen und 1001 Nacht. Noch schöner als träumen ist: Hinfahren!
Hamburger Studenten haben eine Software entwickelt, mit der man die Zugänglichkeit von Wegen für Rollstuhlfahrer erfassen und anderen mittteilen kann. Dieses selbstlernende Navigationssystem kam auf einer internationalen Ideenolympiade ins Halbfinale.
Hinter diesem Link steckt ein RSS-Feed, über den Sie bequem in ihrem Newsreader informiert werden, wann immer ein neuer Artikel auf stern.de zu Ihrem Suchbegriff erscheint.
Was sind RSS-Feeds?Augsburg Eckart von Hirschhausen Gleichgewicht Grefrath Hereros Hirschhausen Mirco Mordserie Osterholz-Scharmbeck Ozean Pfeffer Polizei Rollstuhlfahrer Strand Treppen Verfolgungsjagd
Alfred Andersch Bill Gates Brigitte Mohnhaupt Christian Klar Freddie Mercury Hanns Martin Schleyer Michael Buback Michael Schumacher Peter-Jürgen Boock Siegfried Buback Verena Becker
Dann stellen Sie sie in unserer Wissenscommunity "Noch Fragen".