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Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat mit Unverständnis auf die Äußerungen von Bundespräsident Joachim Gauck zur Zugehörigkeit des Islam zu Deutschland reagiert.
Der Islam gehört zu Deutschland ist ein Satz, den Joachim Gauck so nicht sagen würde. Für den Bundespräsidenten sind es die Muslime, die in das Land gehören. Ein kleiner Unterschied, der viele Muslime empört.
Ein Mönch aus Wittenberg verändert mit 95 Thesen für immer sein Land - der Hass zwischen Protestanten und Katholiken mündet in den größten Religionskrieg der deutschen Geschichte. Testen Sie am Reformationstag Ihr Wissen über Martin Luthers Werk.
Bundespräsident Gauck relativiert die Aussagen seines Vorgängers Wulff über die Zugehörigkeit des Islams zu Deutschland - und tritt damit eine neue Debatte los.
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland.
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich zurückhaltend zu dem umstrittenen Satz seines Vorgängers Christian Wulff geäußert, wonach der Islam zu Deutschland gehöre.
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich zurückhaltend zu dem umstrittenen Satz seines Vorgängers Christian Wulff geäußert, wonach der Islam zu Deutschland gehöre.
Aus den rheinhessischen Weiten erhebt sich der Dom zu Worms. Hier zog 1521 vom Norden her, am Rhein entlang, Martin Luther in die Stadt, um vor dem Kaiser und den Großen des Reiches seinen neuen Blick auf die alte Lehre zu verteidigen. Ob ihn dabei ein Gefühl von Angst beschlichen haben mag? Um die Unsicherheit zu vertreiben und sein Vertrauen auf Gott zu untermauern hat er, so sagt es die Tradition, die Silhouette von Worms im Blick, das Lied "Ein feste Burg ist unser Gott" gedichtet. Dabei hatte er die Schriftworte des 46. Psalms im Ohr. Der Choral ist in den knapp 500 Jahren, seit er zum ersten Mal auf einem Pferdefuhrwerk auf dem Weg nach Worms erklungen ist, zu einem festen Bestandteil lutherischen Selbstverständnisses geworden. Luthers auf dem Reichstag zu Worms gesprochenes großes Wort „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen“ ist heute am Fuße der Statue des größten Reformationsdenkmals der Welt im Stadtzentrum eingelassen. Der große Wittenberger Professor hält in seiner linken Hand die Heilige Schrift und blickt in Richtung des Domes St. Peter und Paul, der, in allen Wirren der nachreformatorischen Geschichte immer ein katholisches Gotteshaus geblieben ist, sieht man von einigen wenigen Wochen ab, in denen die durchziehenden Schweden in der Kirche gemäß der neuen Lehre ihren Gottesdienst gefeiert haben. 490 Jahre sind seit dem Thesenanschlag Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg vergangen. Der in lateinischer Sprache verfasste Text beginnt mit dem Hinweis, dass das Leben der Christenmenschen von Buße geprägt sei. Der Einzelne büßt vor Gott, zwischen ihn und seinen Schöpfer tritt keine weitere Instanz. Die Grundlage des neuen Kirchen- und Menschenbildes von Martin Luther wird in diesem Satz erstmals beschrieben. 490 Jahre sind eine lange Zeit, genügend Zeit, um in einer eigenen Tradition zu stehen. Sola scriptura , allein die Schrift, war der Hinweis Luthers, neben dem Wort der Offenbarung keine in der Zeit entstandene und durch den Begriff der Tradition kanonisierte Wahrheit mehr anzuerkennen. 490 Jahre sind eine lange Zeit, Tradition zu begreifen. Die wortwörtliche Bibelauslegung Luthers war in der damaligen Zeit eine Kulturrevolution, die das denkende (bekennende, bereuende) Subjekt in den Mittelpunkt stellte und den Kern der Theologie wieder neu in ihrem Ursprung, der für den Glauben grundlegenden Schrift, verortete. Diese Auslegung verfängt heute nicht mehr. Ihr hatfet nichts befreiendes mehr an, sie wirkt eher fundamentalistisch und dogmatisch. Auch für manche Theologen der Kirchen, die aus der Reformation hervorgegangen sind, besteht heute viel mehr ein eigener Reiz darin, in der Vielzahl der Liturgien und Bekenntnisse, sprich der Traditionen, die Teile eines großen Ganzen, der universalen Kirche Jesu Christi, zu begreifen. Die Tradition wird zur Chiffre des gelebten Glaubens in der Zeit. In ihr erhält sich das ewig gültige, in seiner Bedeutung unwandelbare Wort, nicht andersherum. Das ist dem Verständnis der katholischen Kirche sehr ähnlich, die sich selbst als universal versteht und unter ihrem Dach verschiedene Riten kennt und zulässt. Die lateinische Liturgie, von der wir im Westen so viel hören und die den Christen in der Alten Welt in den Kirchen des Orients den Beinamen "die Lateiner" eingebracht hat, ist nur eine unter ihnen und nicht allein seligmachend. Die Kirche, ihre Tradition, so das katholische Verständnis, macht das göttliche Wort, Christus, in der Welt sichtbar. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Berliner Bischof Wolfgang Huber, betont, dass seine Kirche nicht erst in der Reformation entstanden ist, sondern das Erbe der 1500 Jahre Kirchengeschichte zuvor auch in sich trage. Die Tradition, die gesamtkirchliche Tradition, bekommt durch eine solche Äußerung ein neues Gewicht und eine neue Bedeutung im reformatorischen Selbstverständnis. Für die Lutherfeierlichkeiten im Jahr 2017, zum Jubiläum von 500 Jahren Thesenanschlag zu Wittenberg, wünscht sich Bischof Huber, die Christen aller Konfession in Deutschland, dem Land, in dem die Glaubensspaltung des Abendlandes stattgefunden hat, mögen zu einer gemeinsamen Deutung der Umstände, die zu dieser Reformation geführt haben, kommen. Die Geschichte der Spaltung soll gedeutet werden, ein für alle mal, um im Blick nach vorne die Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens, auf einem Kontinent, der schon lange nicht mehr das christliche Abendland ist, herauszustellen und zu sichern. Diese Deutung wird kanonisiert werden und selbst einen Teil der Tradition beider Kirchen in Deutschland werden, wenn es denn so kommt, wie Bischof Huber es sich wünscht. Um die Reste des christlichen Abendlands zu retten, bedarf es des Rückgriffs auf die Tradition der christlichen Kultur. Sie wird die Bedeutung der Schrift erklären helfen – auch in der evangelischen Kirche. Die Bibel ist nicht mehr in der Weise die norma normans , die unhinterfragbare Instanz, die sie zu Luthers Zeiten war. Die sichtbare Tradition des Glaubens, seine Kirchen, Klöster und Kathedralen, seine Chormusik und Literatur allerdings werden ebenso wie die Ethik und das Menschenbild des Christentums sehr wohl wahrgenommen und neu rezipiert. Was wären die Deutschen ohne die Bibelübersetzung Luthers, ohne die Kompositionen Bachs und die Dichtungen Paul Gerhardts? Von dieser evangelischen, lutherischen oder reformatorischen Tradition haben auch die Katholiken profitiert. Wer dafür einen Beweis sucht, der möge einmal eine Messe in Deutschland mit Orgelklang und Gemeindegesang vergleichen mit einer schmucklosen Feier in Italien, in der, wie zu Luthers Zeiten, vobiscums und aeternums lieblos genuschelt werden, als hätte es die großen Liturgiereformen in der Papstkirche in der Zwischenzeit nie gegeben. Der Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" ist im katholischen Gebet- und Gesangbuch nicht aufgenommen. Er hat bei den Katholiken schlicht und ergreifend keine Tradition. Die diesem Liede zugrunde liegende Rechtfertigungsvorstellung des Menschen allein aus Glauben und durch Gottes Gnade, das haben die Kirchen bereits im Zuge der gemeinsamen Vergangenheitsbewältigung in einer Erklärung im Jahr 1997 festgestellt, wird sowohl von Katholiken als auch Protestanten geteilt. Wenn Katholiken und Protestanten aus Anlass des Gedenkjahres 2017 zu einer gemeinsamen Deutung der Vergangenheit gelangen, kommen sie hoffentlich auch zu einer gemeinsamen Strategie und Bestimmung, wie diese Religion, gleich welcher Konfession, die Menschen in Deutschland in den kommenden Jahren erreichen möchte. Im Kernland der Reformation, den neuen Bundesländern, gehören nur noch rund 15 Prozent der evangelischen Kirche an, fünf Prozent sind Katholiken. Ob der Gott der Christen „das Feld behält“, wie Luther in seinem Choral dichtet, ist längst noch nicht ausgemacht. 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Monatelang hat die Diskussion über menschliches (Fehl-)Verhalten das Land beschäftigt. Der Fall des Bundespräsidenten ist zu einem Lehrbeispiel für das Verhältnis von Moral und Recht in einer Demokratie geworden.
Am 11.11. werden besonders viele Ehen geschlossen. Ist das eine gute Idee? Ja, findet die bekannte Astrologin Antonia Langsdorf. Im stern.de-Gespräch erklärt sie, was es mit dem Datum auf sich hat - und warum sich die Welt gerade in einer kritischen Phase befindet.
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Reformation (v. lat. reformatio = Wiederherstellung, Erneuerung) bezeichnet im engeren Sinn eine kirchliche Erneuerungsbewegung im 16. Jahrhundert, die in Deutschland überwiegend von Martin Luther, in der Schweiz von Johannes Calvin und Ulrich Zwingli angestoßen wurde und zur Spaltung des westlichen Christentums in verschiedene Konfessionen führte. Der Beginn der Reformation wird allgemein auf 1517 datiert, als Martin Luther seine 95 Thesen auf die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geschlag...