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Mehrere Dutzend Fotografen keilen sich um den besten Platz, die Mikrofonangeln der Kamerateams stehen wie Lanzen in der Luft. Wenn sich der Zeuge bewegt, dann quetscht sich die Meute wie eine Rugbymannschaft durch den Saal. Hat Ronald Barnabas Schill überhaupt so viel Aufmerksamkeit verdient?
"Kinderzimmer statt Kita" - das Thema Betreuungsgeld birgt reichlich Sprengstoff. Doch statt sachlich zu diskutieren, lieferten sich Günther Jauchs Talkshow-Gäste lediglich einen parteipolitischen Schaukampf.
Ein öffentlicher Ringkampf zwischen einer Frau und einem Mann in der Türkei hat behördliche Ermittlungen ausgelöst.
Bundesparteitag in Neumünster, Landtagswahlen in einer Woche: Spitzenpirat Schmidt ist im Turbostress. Ein Gespräch über Rot-Grün, Wahllisten und Copyrights.
Grelle Kostüme, geniale Kampftechniken und ein raubeiniger Schlachtruf: Das waren die Markenzeichen der Wrestling-Legende Randy "Macho Man" Savage. Nun ist der 58-Jährige bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
Sadistische Tierquälerei oder wertvolle Tradition? Die separatistischen Katalanen heizen die Debatte um den Stierkampf erneut an. Als erste Region auf dem spanischen Festland hat Katalonien mit klarer Mehrheit den umstrittenen Brauch verboten.
Bildung ist das einzige ideologische Thema, das weite Teile der Bevölkerung in Aufruhr und Rage versetzen kann. Längere Laufzeiten für AKWs? Na ja, nicht besonders beliebt. Aber ein Aufstand? Nie! Hotelgewerbe-Entlastung in Zeiten klammer Kassen? Ein laues Lüftchen. Das Maximum an öffentlicher Geißelung hier: Schaut her, die Mövenpick-Partei. Mehr nicht. Wenn aber die Grundschule von vier auf sechs Jahre Dauer verlängert werden soll, fegt ein Bürgerentscheid über die Stadt Hamburg hinweg, der die CDU bei der nächsten Wahl zum Stadtparlament ordentlich Stimmen kosten wird. Wenn das Gymnasium von neun auf acht Jahre verkürzt wird, kostet das die CSU die Alleinherrschaft im Bayernland. So sieht es aus. Nichts hat in der Schuldebatte so sehr zur Emotionalisierung getaugt wie das Drohbild der Gesamtschule. In NRW soll dieser Schultyp nach dem Willen der rot-grünen Minderheitsregierung aus dem Dornröschenschlaf geküsst und mit Hilfe der Linkspartei wiederbelebt werden. Die SED-Nachfolgepartei wird sich leicht für die egalitäre Bildungsform begeistern lassen. Burberry gegen Ballonseide Schon zu meiner Schulzeit ging die rheinland-pfälzische SPD-Kultusministerin Götte auf Werbetour für die Gesamtschule. Sie blitzte damit an meiner Schule, der städtischen Lateinschule, dem Humanistischen Rudi-Stephan-Gymnasium in Worms, ab. Ich habe noch gut einige meiner Lehrer im Ohr, die bei der großen Debatte in der Sporthalle nicht hinter dem Berg hielten, für die SPD zu stimmen, aber die Gesamtschule, die treibe die Gleichförmigkeit auf die Spitze. Nichts, aber auch gar nichts hat sich an der Debatte um die Schulen seitdem geändert: Das Gymnasium gilt bei seinen Gegnern immer noch als Hort, an dem sich die Bessergestellten vom Rest der Gesellschaft abkoppeln. Die Hauptschule ist in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung immer noch der vermaledeite Ort, in dem die Mehrheit der Schüler auf eine Rolle als vom Sozialstaat alimentierte Feinrippunterhemdenträger vorbereitet wird. Burberry gegen Ballonseide. Die Datenlage ist verwirrend: Mal heißt es, die deutsche Gesellschaft sei in Sachen Bildung so undurchlässig wie eine Betonwand. Auf der anderen Seite heißt es, das Negativbeispiel eines ungebildeten Menschen in Deutschland von einst – das katholische Mädchen vom Lande – gäbe es schon längst nicht mehr, die Gesellschaft sei durchlässiger geworden. Wem soll man da Glauben schenken? Die Sechs in Chemie mit der Eins in Reli ausgeglichen Von der Spitze der Gesellschaft droht kein Ungemach. Die Abschaffung des Gymnasiums verbessert die Lage nicht. Denn die Behauptung, dass der, der in Englisch gut ist, vielleicht in Mathe schlechter ist und daher einen anderen Schwierigkeitsgrad im Unterricht benötigt, greift ins Leere. Die Möglichkeit, Ausgleich zu schaffen, gibt es doch schon lange: Unzählige Male habe ich meinen Sechser in Chemie mit dem Einser in Religion ausgeglichen. Es gibt aber bei Schülern ein allgemeines Niveau, das sie zum Besuch der einen oder anderen Schule befähigt. Das fängt schon vor dem Besuch der Grundschule an. Bislang ist es so, dass der, der den untersuchenden Medizinern noch nicht reif genug erscheint, nicht etwa auf einen anderen Typ Grundschule geschickt wird, sondern einfach ein Jahr warten muss, in der Hoffnung, dann so weit zu sein. Schulen sollen den Menschen aber bilden und nicht für effiziente und gerade benötigte Produktionsprozesse fertigen. Schule bedeutet Befähigung zur Freiheit, Erlernen von kritischem Denken. In der Schule spätestens lernen wir auch, dass Menschen mit unterschiedlichen kognitiven Begabungen ausgestattet sind. Daher ist ein mehrgliedriges System nötig, um dem Rechnung zu tragen. Wir brauchen eher mehr Schultypen und Abschlüsse als weniger. Diese müssen gesellschaftliche Anerkennung erhalten. Jemand, der aus einer bildungsfernern Familie kommt und einen Abschluss macht, in der Schule oder im Beruf, der verdient mehr Anerkennung, weil er es ohne positive Rollenbilder geschafft hat, sich aus sich selbst heraus zu motivieren. Da müssen wir hin. Wir können es uns nicht erlauben, dass 40 Prozent eines Hauptschuljahrganges ohne Abschluss die Schule verlässt. Da geht Talent verloren. Es geht aber nicht verloren, weil zwei Straßen weiter zur gleichen Zeit die Schüler am Gymnasium ihr Abitur machen. Bildung verpflichtet Warum arbeiten sich dennoch so viele am Gymnasium ab? Vielleicht weil der Wunsch nach Gleichheit bei den Deutschen besonders verbreitet ist? Wir reden gerne und viel von der deutschen Mittelschicht. Doch dort wird darauf geachtet, dass der andere ja nicht besser ist in irgendetwas, dass er nicht länger und weiter weg in Urlaub fährt und dass er kein größeres Auto hat als man selbst. Häufig bestimmt Neid das Leben dort. Diese Todsünde macht die Mittelschicht zu einer Spießerhölle. Der Kampf um das Ende des Gymnasiums ist ein Schaukampf. Er löst kein Problem. Er spielt mit dem Ressentiment gegenüber „denen da oben“. Klassenkampf im Bildungswesen. Mein ehemaliger Schulleiter gibt seit seiner Pensionierung Unterricht für Kinder aus bildungsfernen Familien. Es gibt viele Projekte, die aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft kommen, die versuchen und helfen, diesen Kindern zu zeigen, was Bildung bedeutet und dass man es mit Bildung schaffen kann, zu Erkenntnis, Anerkennung und einem bestimmten Maß an Wohlstand zu kommen. Bildung verpflichtet. Das habe ich am Gymnasium gelernt. Alexander Görlach ist der Herausgeber und Chefredakteur des Debattenmagazins The European . Weitere Kommentare zum Thema Bildung auf The European: Helmut Anheier: Unser Bildungsideal Interview mit Michael Hartmann: Mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem Nadja Sergan: Bologna ist gescheitert. Kehrtwende jetzt! Sascha Spoun: Bologna ist nicht gescheitert! Stephan Jansen: Marx hatte recht , Studiengebühren sind notwendig.
Sylvia Löhrmann ist grün, gläubig und bald in Nordrhein-Westfalen an der Macht. Doch der Parteispitze ist ihr Aufstieg suspekt - weil sie so ultrapragmatisch ist. Ein Porträt.
Höher, gigantischer, prunkvoller - in Dubai galten bislang nur Superlative. Doch die gegenwärtige Krise macht vor dem als "Übermorgenland" gepriesenen Emirat nicht halt. Ein Vorteil für Touristen, denn das Schnuppern am Luxus war am Golf noch nie so preiswert.
Hat die Bundesregierung rechtzeitig und angemessen auf die Schieflage der Hypo Real Estate reagiert? Mit dieser Frage wird sich ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss befassen, auf den sich die Oppositions-Parteien im Bundestag nun geeinigt haben. CDU und SPD halten den Ausschuss für überflüssig.
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