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Sirenen

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Nachrichten-Ticker
New Yorker Polizei-Sirenen sind offenbar bald Geschichte

Sie gehören zu New York wie die Wolkenkratzer, die gelben Taxis und die Hotdog-Verkäufer: Die heulenden Sirenen der Polizeiautos.

Kunsthandel
Kunsthandel
Der Gesang der Ebay-Sirenen

Der englische Kunstexperte Philip Mould jagt gezielt im Internet nach verschollenen Gemälden. Sein größter Coup brachte ihm 20.000 Pfund - doch manchmal fällt auch er auf trügerische Verlockungen rein.

Detonation von vier Sprengkörpern
Detonation von vier Sprengkörpern
Anschlagserie erschüttert die Ukraine

Dutzende Menschen sind bei einer Anschlagserie in Dnjepropetrowsk, der ukrainischen Geburtsstadt von Julia Timonschenko, verletzt worden. Vermutlich war es ein Terrorakt.

Hans-Martin Tillack
Blog "Hans-Martin Tillack"
Sirenen des Weiter so

Der Sturz des Präsidenten Christian Wulff war ein unerhörtes Ereignis. Im Berliner Politikbetrieb wollen es einige zum Betriebsunfall deklarieren. Eigentlich hätte man eine erregte Debatte erwartet, wie es so weit kommen konnte. War nicht etwas geschehen, was keiner in diesem Land je für möglich gehalten hätte? Der zehnte Präsident der Bundesrepublik Deutschland, gefallen über einen Korruptionsskandal. Über eine Vielzahl von fragwürdigen Gaben , die der Amtsinhaber vor allem in seiner Zeit als Ministerpräsident von Niedersachsen angenommen hatte – und seine Entourage mit ihm. Wie konnte solch ein System aus Geben und Nehmen entstehen? Warum kam es erst so spät ans Licht, erst nach Wulffs Wechsel ins Präsidentenamt, wo ihm dann die großen nationalen Medien nachspürten? Oder auch diese Frage: Warum wagten es die niedersächsischen Behörden so lange, geltende höchstrichterliche Urteile zum Recht von Journalisten zur Einsicht in Grundbuchakten einfach zu ignorieren und damit die Aufklärung von Wulffs Hauskredit zu behindern? Das sind die Fragen, die man erwartet hätte. Tatsächlich geben plötzlich wieder die Beschwichtiger den Ton an. So als sei nun – mit der Wahl des Nachfolgers Joachim Gauck - genug mit Vergangenheitsbewältigung. Als sei jetzt die Pflege der öffentlichen Moral an den ehemaligen Pastoren im höchsten Staatsamt delegiert. Während im Politbetrieb außerhalb von Schloss Bellevue weiter eine Hand die andere waschen darf. Wer sich nach Ansicht einiger nun rechtfertigen soll, das sind ausgerechnet die Reporter, die den Fall aufdeckten. Schon am Abend von Wulffs Rücktritt gab der - angesehene - Staatsrechtler Ulrich Battis in einer Talkshow (in der auch ich saß) den Ton vor: Nun sollten sich die Medien doch bitte wieder „zurückhalten“, verlangte er. Mein ansonsten geschätzter stern-Kollege Hans-Ulrich Jörges formulierte es vergangene Woche noch härter. Er warnte allen Ernstes vor „wucherndem Tugendterror“, weil Journalisten – ironischerweise als Folge einer Recherche des stern – nun auch Fragen an Berlins Regierenden Klaus Wowereit stellten. Sogar das „Netzwerk Recherche“, das vor elf Jahren mal angetreten war, um den investigativen Journalismus zu fördern, schwimmt ein bisschen mit in diesem großen Hauptstrom. Auf seiner Jahrestagung will der Verein – wie man hört - Chefredakteure noch einmal die These diskutieren lassen, die zuletzt vor allem Wulff und sein letzter Verteidiger Peter Hintze vertraten: Dass gegen den Niedersachsen eine „Kampagne“ geführt worden sei (Hintze beklagte eine „Jagd“ dreier großer Medien; er meinte „Bild“, „Spiegel“ und stern ). Als ob wir Journalisten die Vorwürfe gegen Wulff aus der Luft gegriffen hätten. Als ob die Anschuldigungen verfangen hätten, wenn sie nicht aus Sicht einer Mehrheit der Bürger kritikwürdig gewesen wären. Als ob sich Politiker nicht an die Gesetze - etwa zur Vorteilsnahme - halten müssten, die sie selbst erlassen haben – und als ob sie nicht an den Maßstäben gemessen werden sollten, die sie selbst zuvor öffentlich aufgestellt hatten. Weil die Öffentlichkeit im Fall Wulff die Beachtung solcher Regeln und Maßstäbe verlangte, seien Politik und Wirtschaft nun „verunsichert“, lesen wir bei den Verteidigern des Status quo ante. Die Mächtigen in Politik und Business sind neuerdings verunsichert beim Austausch von Gefälligkeiten? Das war höchste Zeit! Die Journalistenrabatte, mit denen große Konzerne unsere Zunft ködern, geraten in Verruf ? Gut so! Staatseigene Firmen wie die Deutsche Bahn wollen sich von den Parteien kein Politsponsoring mehr abpressen lassen? Endlich! Denn mit dem Sponsoring umgingen sie bisher das Parteispendenverbot, das aus gutem Grund für öffentlich kontrollierte Unternehmen wie die Bahn gilt – weil alles andere auf eine versteckte Staatsfinanzierung der Parteien hinausliefe. Doch was passiert? Die Schatzmeister von CDU und SPD üben – so gestern in der "BamS" nachzulesen – öffentlichen Druck auf Bahnchef Rüdiger Grube aus, zu der fragwürdigen Finanzierungspraxis zurückzukehren . Wenn es nach Wulffs Rücktritt eine kurze Schamfrist gab, dann ist die offenbar in vielen Ecken des Berliner Regierungsviertels schon wieder vorbei. In Deutschland würden Antikorruptionsregeln ja stets zu „150 Prozent“ angewendet, behauptete der schon erwähnte Professor Battis. Als ob nicht Deutschland eines der ganz wenigen Ländern auf der Welt wäre, das bis heute nicht einmal die Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption geschafft hat. Warum? Weil die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten – vor allem von CDU, CSU und FDP - sich bis heute mit abstrusen Argumenten dagegen wehrt, dass sie ebenso wegen Bestechlichkeit verfolgt werden können, wie jeder Beamte, Minister oder Ministerpräsident. Die selben, die jetzt über zu scharfe Maßstäbe in der Korruptionsdebatte klagen, führen übrigens bei anderen Gelegenheiten gerne beredte Klage über den Vertrauensverlust der Bürger in die politische Klasse. Als sei es nicht gut erforscht (etwa von der Bertelsmann-Stiftung ), was seit Jahren zu dieser Vertrauenskrise entscheidend beiträgt: Die Wahrnehmung der Bürger, dass die Politik zu sehr im Griff der Lobby sei. Interessanterweise zeigen Zahlen, auf die der Meinungsforscher Manfred Güllner gerne verweist, dass die Kluft zwischen Bürgern und Politik in den skandinavischen Ländern sehr viel weniger ausgeprägt ist. Das Vertrauen sei dort größer, die Wahlbeteiligung unverändert hoch. Obwohl auch dort die Globalisierung dazu führte, dass die Regierungen ihren Bürgern zu Gunsten der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft Opfer abverlangten. Länder wie Dänemark haben zugleich transparentere Behörden, mehr Kontrollrechte für Journalisten und überhaupt eine korruptionskritischere Öffentlichkeit. Wem die Lektüre von einschlägigen OECD-Berichten oder Transparency-International-Studien zu mühselig ist, der konnte das kürzlich sehr schön im Abendprogramm des Fernsehsenders Arte verfolgen, in dem über fünf Wochen die exzellente dänische Politserie „Borgen“ ausgestrahlt wurde (leider unter dem eher dümmlichen deutschen Titel „Gefährliche Seilschaften“). Die Serie ist wohlgemerkt fiktional, aber sie zeigt sehr schön, mit welcher Selbstverständlichkeit Journalisten in unserem Nachbarland bei Korruptionsrecherchen Einsicht in Regierungsakten beantragen und teilweise auch bekommen. In Deutschland sehen viele Bürger die Journalisten – gerade uns Hauptstadtkorrespondenten – viel zu oft eher als Komplizen, denn als Kontrolleure der Mächtigen. Das schürt Ohnmachtsgefühle und schadet dem Vertrauen in die Demokratie. Und es ist ja wahr: In Berlin gibt es nach wie vor zu wenig Recherche, nicht zu viel. Mit anderen Worten: Die hiesigen Warner vor der korruptionskritischen Presse, also all die Sirenen des „Weiter so!“ - die meinen es nicht gut mit der deutschen Politik.

Katastrophenschutz
Katastrophenschutz
Das unerwünschte Schweigen der Sirenen

Ihr durchdringender Heulton ist kaum noch zu hören. Jahrzehntelang waren Sirenen die Technik der Wahl, um die Bevölkerung zu warnen. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden viele abgebaut. Inzwischen wünschen sich Experten das System zurück, denn Alternativlösungen sind schwer zu finden.

Nachrichten-Ticker
Massen-Übung in Chile für Erdbeben und Tsunami

Mehr als eine halbe Million Menschen haben in Chile an einer Übung für den Katastrophenfall eines Erdbebens und eines nachfolgenden Tsunamis teilgenommen.

Dnjepropetrowsk
Dnjepropetrowsk
Bombenserie bei EM-Gastgeber Ukraine

Sechs Wochen vor Beginn der Fußball-EM hat eine Anschlagsserie in der Ukraine die Geburtsstadt der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko erschüttert.

Nachrichten-Ticker
Polizisten demonstrieren in Paris wegen Verfahren gegen Kolllegen

Hunderte Pariser Polizisten haben auf dem zentralen Prachtboulevard Champs Elysées gegen ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags gegen einen Kollegen protestiert.

Holocaust-Gedenktag
Holocaust-Gedenktag
Israelis protestieren gegen Grass-Gedicht

Mit Sirenen und zwei Minuten Schweigen hat Israel an die sechs Millionen Juden erinnert, die unter der Nazi-Herrschaft ums Leben kamen. In Tel Aviv haben Menschen gegen das umstrittene Gedicht von Günter Grass protestiert.

Tsunami-Gefahr im indischen Ozean
Tsunami-Gefahr im indischen Ozean
Durchatmen nach den großen Beben

Zwei der stärksten Erdbeben der vergangenen Jahre haben die Menschen in Indonesien, Sri Lanka und Thailand in Panik versetzt. Ein großer Tsunami blieb aus. Die Warnsysteme haben funktioniert.

Nachrichten-Ticker
Japan gedenkt der Opfer der Tsunamikatastrophe

Mit einer Schweigeminute und Gedenkfeiern im ganzen Land haben die Japaner der mehr als 19.

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