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Prallvolle Auftragsbücher, immer weniger Arbeitslose und ein unerwartet hohes Wachstum: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle sieht Deutschland mitten in einem Wirtschaftsboom, der auch im nächsten Jahr anhalten wird.
Die FDP will den Neuanfang, doch zu einem radikalen Kurswechsel sind die Liberalen nicht bereit. Ihr Lieblingsthema Steuerentlastung bleibt auf der Agenda und Guido Westerwelle Parteichef und Vize-Kanzler in Personalunion.
Die Not ist groß: Das schlechte Erscheinungsbild der Koalition und die Mehrwertsteuer-Senkung für Hotels hat die FDP in den Umfragen abstürzen lassen. Bei einem Sondertreffen am Sonntag wollen die Spitzen der Partei nun Kriegsrat halten.
Die niedrigere Mehrwertsteuer hat nicht zu flächendeckenden Preissenkungen in Hotels und Pensionen geführt. Im Gegenteil: In einigen Bundesländern wurde im Januar für eine Übernachtung mehr Geld verlangt als ein Jahr zuvor.
Außer der FDP hat auch die CSU von der Spendierfreude der Milliardärsfamilie von Finck profitiert: Unternehmen der Familie haben der Partei 820.000 Euro gespendet. Spekulationen, die Spenden stünden mit der Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotelübernachtungen in Zusammenhang, weist die CSU als "absurd" zurück.
Die Regierung hat die Mehrwertsteuer für Hotels von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Die Hotelbetreiber stecken das Geld dankbar ein. Lediglich ein Hotel in der stern.de-Umfrage senkt die Preise.
Die Schweiz hat per Volksentscheid Minarette verboten. Doch in der Empörung vieler deutscher Politiker spiegelt sich auch die Angst vor Machtverlust. Besuch bei zwei Vorkämpfern der Direkten Demokratie.
Erst werden so viele neue Schulden wie noch nie gemacht, dann wird mächtig gespart. Finanzminister Wolfgang Schäuble muss gegensätzliche Ziele erreichen. Nachdem die Krise bewältigt ist, muss der Bundeshaushalt saniert werden.
Eiserner Sparkurs bei gleichzeitigen Steuersenkungen? Für führende deutsche Wirtschaftsexperten ist die Diskussion bloß Augenwischerei. In ihren Augen gibt es nur einen Ausweg.
Allen Versprechungen zum Trotz: Nach der Wahl wird radikal gespart. In großer Einigkeit kündigen sowohl Finanzminister Steinbrück als auch Wirtschaftsminister Guttenberg tiefe Einschnitte an. Im Gegensatz zur SPD verspricht die CSU aber auch rasche Steuersenkungen.
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