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Flüchtlingsbus-Aktion: "Man schämt sich, Bayer zu sein"

Landrat Peter Dreier wollte Aufmerksamkeit, und bekam sie auch. Seine Aktion, 31 Flüchtlinge per Bus zum Kanzleramt zu fahren, löste ein bundesweites Medienecho aus. Die Reaktionen dürften dem Lokalpolitiker gar nicht gefallen.

Peter Dreier aus Landshut gibt ein Interview

Für Peter Dreier, Landrat aus Landshut, wurde die Aktion ein PR-Fiasko

Nachdem er einen Bus mit Flüchtlingen zum Kanzleramt nach Berlin schickte, um ein Zeichen zu setzen, "dass es so wie bisher in der Flüchtlingspolitik nicht weitergehen kann und darf", sieht sich der Landshuter Landrat Peter Dreier harscher Kritik ausgesetzt. Vor allem, weil schon bei der Ankunft am Donnerstagabend durchsickerte, dass die 31 mitgereisten syrischen Asylbewerber entgegen den Angaben des Landratsamts offenbar nicht über den Zweck der Aktion informiert worden waren.

Im Gegenteil: Wie einer der Flüchtlinge gegenüber "Zeit Online" berichtete, habe man der Gruppe versprochen, in Berlin bessere Unterkünfte, eine schnellere Anerkennung verschiedener Dokumente, oder kurz: ein besseres Leben versprochen. Dass sie letztlich in die Hauptstadt fuhren, um Dreiers politische Botschaft zu überbringen, sei ihnen demnach nicht bewusst gewesen. "Wir sind Teil eines Spiels", wird ein Mann aus Syrien in dem Bericht zitiert. "Hätte ich das gewusst, wäre ich nicht mit gefahren. Wir hatten keine Ahnung."

"Man schämt sich, Bayer zu sein"

Auch dass Dreier nicht mit im Bus saß, sondern im Dienstwagen nachreiste, hinterlässt in diesem Zusammenhang einen faden Beigeschmack. In den sozialen Netzwerken wird die Fahrt jedenfalls heftig diskutiert. Kritiker werfen dem Lokalpolitiker unter anderem vor, sich auf dem Rücken der Flüchtlinge profilieren zu wollen und die Gruppe instrumentalisiert zu haben. Eine Auswahl an Reaktionen auf Twitter:


Auch Zustimmung für Peter Dreier

Doch Dreiers Aktion findet im Netz auch Zustimmung. Der Tenor: Die Abweisung der Gruppe in Berlin spiegele die Überforderung der Bundesregierung mit dem Flüchtlingsstrom wieder:


Mit der Wahrheit nimmt es so mancher User dabei nicht so genau. So behauptet ein Nutzer:


Richtig ist: Die Fahrt aus Niederbayern nach Berlin war laut Landshuter Landsratsamt von Privatpersonen der Region bezahlt worden. Die Kosten für die Unterbringung in der Berliner Pension trug Dreier selbst. Den Steuerzahler kostete die Aktion demnach nichts.

mod
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