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In Hamburg plant Schwarz-Grün Revolutionäres: Kinder sollen sechs Jahre in die Primarschule gehen, lange ohne Noten. Nach einigem Gezerre kommt es nun im Sommer zum Volksentscheid - der könnte Signalwirkung für das ganze Land haben.
Die Hamburger haben den Mut ihrer schwarz-grünen Regierung bestraft - und Deutschlands Schülern einen Bärendienst erwiesen. Die dringend notwendige Bildungsoffensive gerät nun ins Stocken.
Kein anderes Bundesland wagt eine so mutige Schulreform wie Hamburg. Doch der Volksentscheid am Sonntag könnte sie kippen - und einen lähmenden Reformstau in ganz Deutschland auslösen.
16 Bundesländer, viele Schulsysteme: Dass sich an diesem Zustand etwas ändern muss, darüber sind sich 80 Prozent der Deutschen einig. In einer stern-Umfrage verteilten die Bürger auch sonst schlechte Noten an das Bildungssystem.
Die Primarschule ist Hamburgs Lösung für die schlechten Pisa-Ergebnisse. Sechs Jahre sollen die Kinder gemeinsam lernen. Doch eine Bürgerinitiative blockiert das Projekt. Verhandlungen mit dem schwarz-grünen Senat scheiterten. Jetzt wird es wohl einen Volksentscheid geben.
Das Ergebnis dürfte den Hamburger Senat freuen: 53 Prozent der Deutschen sind laut stern-Umfrage für eine sechsjährige Grundschulzeit, wie sie Schwarz-Grün in der Hansestadt plant.
Die schwarz-grüne Koalition in Hamburg hat den Volksentscheid über die Schulreform verloren. Die Verfechter einer vierjährigen Grundschulzeit, die Bildungstraditionalisten, haben klar obsiegt.
Die Bayern haben sich per Volksentscheid das Rauchen abgewöhnt, die Hamburger die Primarschule gestoppt. Doch die Plebiszite sind alles andere als das Allheilmittel der Volksherrschaft. Björn Erichsen kommentiert.
Nach den jüngsten Volksentscheiden in Hamburg und Bayern fordern zahlreiche Politiker Bürgerentscheide auch auf Bundesebene. AKW-Laufzeiten oder die Abschaffung der Wehrpflicht wären geeignete Themen.
Vier oder sechs Jahre - das ist heruntergebrochen das, worüber im Zuge der Hamburger Schulreform diskutiert wurde. Am Sonntag fiel nun die Entscheidung: 58 Prozent stimmten gegen die Reform und damit gegen die Primarschule.
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