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Tausende Bürger gehen für geeintes Europa auf die Straße

Angesichts europafeindlicher Strömungen in vielen EU-Staaten macht seit Wochen eine Pro-Europa-Initiative auch in Deutschland mobil. Die Bewegung wird immer größer. Auf der Berliner Demo trat am Sonntag der weltbekannte Klarinettist Giora Feidman auf.

Kundgebung der Bürgerinitiative "Pulse of Europe" auf dem Berliner Gendarmenmarkt: "Ich habe noch nie vor so vielen Regenschirmen gespielt", sagte der Klezmermusiker Giora Feidman vor dem Konzerthaus.

Kundgebung der Bürgerinitiative "Pulse of Europe" auf dem Berliner Gendarmenmarkt: "Ich habe noch nie vor so vielen Regenschirmen gespielt", sagte der Klezmermusiker Giora Feidman vor dem Konzerthaus.

Trotz Wind und Regen sind am Sonntag wieder viele Berliner für Europa auf die Straße gegangen. Die Polizei zählte bei der Kundgebung vor dem Gendarmenmarkt rund 2000 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von 4000 Regenschirmen. Zu der Kundgebung hatte die Bürgerinitiative "Pulse of Europe" aufgerufen. Ihren Angaben zufolge nahmen zeitgleich in rund 50 europäischen Städten mindestens 20.000 Menschen an Pro-Europa-Demos teil.

Als in Berlin der Klarinettist Giora Feidman auf den Stufen des Konzerthauses die Europa-Hymne anstimmte, sangen die Demonstranten laut mit. "Ich habe noch nie vor so vielen Regenschirmen gespielt", meinte der Klezmermusiker. Erneut hatten viele Menschen blaue Luftballons und blaue Europaflaggen dabei. 

Flagge zeigen für Europa

Die Veranstalter betonten, sie wollten keinen Wahlkampf machen. Ihr Ziel sei, dass die Politik die Anliegen der Pro-Europa-Bewegung berücksichtige. Themen bei der Kundgebung waren unter anderem der Wahlausgang in den Niederlanden und die Wahlen in Bulgarien am kommenden Sonntag. Dazu gab es ein Bulgarien-Quiz. So lernten die Teilnehmer, dass die erste Anti-Baby-Pille und der erste elektronisch-digitale Computer aus Bulgarien stammten.

In Berlin war es die sechste Demonstration der Bürgerinitiative. Am vergangenen Sonntag nahmen mehr als 5000 Menschen teil. Die Organisatoren hatte diesmal eigentlich mit einem noch größeren Zulauf gerechnet. In Potsdam wurden ebenfalls bei schlechtem Wetter rund 100 Demonstranten gezählt.


Auch in Ostdeutschland gingen in mehreren Städten hunderte Menschen auf die Straße. "Wir wollen, dass auch bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April der europafeindliche Populismus scheitert, so wie er vergangene Woche hoffentlich in den Niederlanden gescheitert ist", sagte Organisator Volker Gustedt zum Auftakt der dritten Kundgebung in Potsdam. Die Bewegung will sich bis zur Stichwahl in Frankreich am 7. Mai jeden Sonntag treffen.

Nach Angaben der Organisatoren nahmen zeitgleich in rund 50 europäischen Städten mindestens 20.000 Menschen an den Pro-Europa-Demonstrationen teil. Allein in Deutschland waren in 46 Städten Kundgebungen angemeldet worden.

tib/DPA
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