HOME

Dutzende Tote nach Selbstmordattentaten in Nigeria

Nigeria wird weiterhin von Terror heimgesucht. Eine Reihe von Selbstmordanschlägen im Nordosten des Landes forderte weit mehr als 20 Tote. Die Terrormiliz Boko Haram gilt als wahrscheinlichster Verursacher.

Boko Haram Soldaten in Nigeria nach einem Siegeszug im vergangenen Jahr

Soldaten der Terrormiliz Boko Haram aus Nigeria nach einem Siegeszug im vergangenem Jahr

Eine Reihe von Selbstmordanschlägen im Nordosten forderte nach ersten Medienberichten mindestens 27 Todesopfer. Die Anzahl der Verletzten beläuft sich laut Rettungsmitarbeitern auf derzeit 91, davon sind 45 Menschen lebensbedrohlich verletzt. Die Selbstmordattentäter hatten die Bomben auf einem belebten Markt in der Stadt Konduga gezündet.

Zwei weitere Anschläge am Abend

Am Abend seien an anderer Stelle am Stadtrand von Konduga zwei weitere Sprengsätze von Selbstmordattentätern gezündet worden. Die Rettungsarbeiten und die Bergung der Opfer dauerten in der Nacht zum Mittwoch an.

Ein Mitarbeiter des Zivilschutzes, der am Abend mit einem Armeekonvoi aus dem nahe gelegenen Maiduguri nach Konduga fuhr, beschrieb die Lage als "noch schlimmer als befürchtet". Auch der Armeekonvoi wurde noch während der Fahrt angegriffen. "Alles war voll Blut", sagte Helfer Satomi Shamed der DPA am Mittwoch. 

Boko Haram kontrolliert den Nordosten Nigerias

Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen. Die Region wird von der Terrormiliz kontrolliert. Bei Anschlägen und Angriffen der sunnitischen Fundamentalisten sind seit 2009 mindestens 20 000 Menschen getötet worden, rund zwei Millionen Nigerianer sind vor der Gewalt geflohen.

Boko Haram will in Teilen von Nigeria und in angrenzenden Gebieten einen islamischen Gottesstaat errichten. Nigeria, mit 180 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas, hat seit Beendigung des Bürgerkriegs weiterhin mit Terror und kriegerischen Auseinandersetzungen zu kämpfen. 


fk/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren