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Es war ein militärisches, menschliches und diplomatisches Desaster: der Angriff der israelischen Armee auf die "Friedensflotte für Gaza". Rückblick auf zwei verhängnisvolle Tage im Mittelmeer.
Die heftigste Attacke kam aus der Türkei: "Mord im Auftrag des Staates", nannte Außeniminster Davutoglu bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates den Angriff Israels auf die Gaza-Hilfsflotte. Israel versucht derweil, die weltweiten Wogen der Entrüstung zu glätten.
Harsche Reaktionen auf Israels tödliche See-Attacke: Zahlreiche europäische Länder, die EU und die UN haben den Angriff einer Eliteeinheit auf einen Hilfskonvoi für Gaza verurteilt. Israel machte dagegen die Organisatoren des Konvois für die Gewalt verantwortlich.
Israel wollte die Gaza-"Solidaritätsflotte" stoppen - und richtete dabei ein Blutbad an. Mindestens neun Menschen starben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan spricht von Staatsterrorismus, Israel dagegen weist alle Schuld von sich. US-Präsident Barack Obama will den Fall offenbar genau prüfen.
Fünf der elf Deutschen, die den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte miterlebt haben, sind inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt und erheben schwere Vorwürfe gegen Israel. In Tel Aviv spricht man dagegen von Selbstverteidigung.
Israelische Elitesoldaten haben eine Flotte mit Hilfsgütern für Palästinenser geentert. Mehr als zehn Menschen starben. An Bord der Schiffe waren auch deutsche Politiker und ein Bestsellerautor.
Die Organisation "Free Gaza" lässt sich von der israelischen Attacke nicht abschrecken und plant bereits den nächsten Hilfskonvoi in den abgeriegelten Gaza-Streifen. Derweil hat die Hamas die Annahme der von Israel überbrachten Hilfslieferungen abgelehnt.
Israel hat alle 632 inhaftierten Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte frei gelassen. Sie wurden nach Jordanien oder in ihre Heimatländer abgeschoben. Ein pakistanischer Journalist erhebt indes schwere Vorwürfe: Die israelischen Soldaten hätten einigen der getöteten Aktivisten gezielt in den Kopf geschossen.
Die Gaza-Hilfsflotte sticht wieder in See, und niemand weiß, ob sich das Desaster von 2010 mit neun Toten wiederholt. Israel ist entschlossen, alles zu tun, um den Schiffskonvoi zu stoppen.
Israel lockert die Gaza-Blockade, doch der vor vier Jahren entführte israelische Soldat Gilad Schalit bleibt in dem Palästinensergebiet gefangen. Für die Eltern des mittlerweile 23-Jährigen ein Skandal. Nun haben sie und tausende Sympathisanten den Druck auf die isralische Regierung erhöht.
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