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Seine Ansage - der Stinkefinger

Endlich! Nun hat jeder seine typische Geste. Merkel die Raute, Steinbrück den gestreckten Mittelfinger. Wie das Foto entstanden ist, wer sich darüber empört - hier steht's.

  Klare Kante, klare Geste: Peer Steinbrück ziert das Titelblatt des SZ-Magazins

Klare Kante, klare Geste: Peer Steinbrück ziert das Titelblatt des SZ-Magazins

Hey, das ist mal eine Ansage. Peer Steinbrück zeigt uns den Stinkefinger. So richtig fett. Der SPD-Kanzlerkandidat hat offensichtlich keinen Bock mehr. Aber auf was? Auf die Wähler, auf das Kanzleramt, auf Mutti? Nein. Er hat keinen Bock auf die Spitznamen, die ihm anhängen. Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi. "Um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?" fragte ihn das SZ-Magazin neckisch. Worauf Steinbrück diese Pose einnahm. Und den Mittelfinger reckte.

Das Bild ist für die Rubrik "Sagen Sie jetzt nichts" entstanden. Das Prinzip der Rubrik lautet: Prominente bekommen eine Frage gestellt und antworten mit einer Pose. So entsteht eine Fotoserie. Das Interview mit Steinbrück habe nur 25 Minuten gedauert, schreibt das SZ-Magazin. Steinbrück habe auf die Fragen spontan reagiert. "Zu spontan", wie sein Sprecher Rolf Kleine angemerkt habe. Kleine habe das Bild mit dem Stinkefinger nicht gedruckt sehen wollen. Aber Steinbrück habe gesagt: "Nein, das ist okay so." Nun ist es sogar Cover des SZ-Magazins geworden. Und kursiert, nachdem es der Chefredakteur getwittert hat, mit Lichtgeschwindigkeit durch die Sozialen Netzwerke.

Wie finden Sie Steinbrücks Stinkefinger?

Pannen-Peers Selbstfindung

Die FDP empört sich bereits. Gesundheitsminister Daniel Bahr twitterte: "Das kann doch wohl nicht der Stil eines Bundeskanzlers sein." Sein Parteichef Philipp Rösler sagte: "Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat. So etwas geht nicht." SPD-Chef Sigmar Gabriel hingegen dürfte sich amüsiert haben. Er bezeichnete Steinbrück nach dem TV-Duell als "coole Sau". Und Steinbrück selbst trat schon mit dem Spruch auf: "Bei mir rockt's." Fehlen eigentlich nur noch Tätowierung und Lederkutte, um seine Geste authentisch wirken zu lassen.

So haben beide, Kanzlerin und Kandidat, zu einer charakteristischen Geste gefunden. Bei Merkel ist es die berühmte Raute der Macht, bei Steinbrück der Stinkefinger. Da hat jeder so seinen Stil, würde Angela Merkel vermutlich sagen.

Birgit Haas/Lutz Kinkel/DPA/DPA

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