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So arbeitet Forsa

Was ist eine "repräsentative Auswahl"? Wie schließt Forsa aus der Umfrage unter 1000 oder auch nur 500 Menschen auf die Stimmung unter der gesamten Bevölkerung? stern.de erklärt die Arbeit des Umfrage-Instituts.

Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, genügen heutzutage bundesweit 1000, für manche Fragestellungen auch schon 500 Personen.

In einer wirklich repräsentativen Stichprobe sind die einzelnen Gruppen - Alte und Junge, Arbeiter und Selbständige, Bayern und Ostfriesen, Sachsen und Rheinländer, Männer und Frauen, Hauptschüler und Hochschulabsolventen, Arme und Reiche - so vertreten wie auch in der Bevölkerung insgesamt. Die Stichprobe muss also wie ein Mikrokosmos "das Volk" in seiner Gesamtheit abbilden. Die Meinungsforschung gibt den Menschen eine Stimme, weil die repräsentativ ausgewählten Befragten stellvertretend für das ganze "Volk" ihre Meinungen, Sorgen, Ängste oder Probleme artikulieren und äußern können.

Die Bildung dieser Stichprobe muss dabei nach strengen methodischen Regeln erfolgen.

Strenge methodische Regeln

Grundlage für die Umfragen, die das Forsa-Institut kontinuierlich für den stern durchführt, sind alle Personen in Deutschland mit Telefonanschluss im Haushalt. Die Auswahl der Befragten erfolgt durch eine "mehrstufige Zufallsstichprobe": Computergesteuert werden zunächst Regionen (Gemeinden) ausgewählt. In diesen Gemeinden werden dann - wiederum zufallsgesteuert - Telefonnummern ausgewählt.

Welche Person dann im angerufenen Haushalt tatsächlich befragt wird, entscheidet bei Forsa die "Geburtstagsmethode": Es wird mal der Jüngste, Älteste, Zweit-Älteste etc. an den Apparat gebeten. Mit diesem Zufallsverfahren wird vermieden, dass immer nur derjenige befragt wird, der üblicherweise das Telefon abnimmt. Mit dieser Vorgehensweise bei der Bildung der Stichprobe ist sichergestellt, dass jeder in Deutschland die gleiche Chance hat, in die Forsa-Stichprobe zu gelangen.

Stichprobe wird möglichst voll ausgeschöpft

Nicht erreichte Haushalte werden bis zu zehn oder zwölf Mal zu unterschiedlichen Tageszeiten und an unterschiedlichen Wochentagen erneut angerufen, um die Stichprobe möglichst voll auszuschöpfen. Gesteuert wird dies ebenfalls vom Computer. Er liefert auch jeden Tag eine bestimmte Anzahl "frischer" Telefonnummern ("rollierende Stichprobe"), so dass stets die gleich hohe Qualität der Stichprobe garantiert werden kann.

Für die Interviews stehen Forsa insgesamt rund 1200 geschulte Interviewer zur Verfügung. Von 300 Bildschirm-Telefonarbeitsplätzen in Berlin und Dortmund aus rufen sie jeden Werktag zwischen 17 bis 21 Uhr bundesweit 1.000 Bürger in ganz Deutschland an. Für die Fragen des Magazins stern und des Fernsehsenders RTL zur Beobachtung des Verlaufs der politischen Stimmung werden täglich 500 Personen, pro Woche also 2500, im Monat mehr als 10.000, im Jahr mehr als 120.000 Personen befragt. Die Interviews dauern im Schnitt zwischen 20 und 30 Minuten. Gefragt wird zum Beispiel nach den Wahlabsichten bei einer Bundestags- oder Landtagswahl, nach der bei der letzten Wahl gewählten Partei, der Kanzlerpräferenz, der Kompetenz der Parteien und den Wirtschaftserwartungen. Alle Gespräche werden computergestützt durchgeführt (in der Fachsprache heißt das Verfahren "CATI" - Computer Assisted Telefon Interviewing).

Daten spiegeln nur die augenblickliche Stimmung wieder

Wichtig: Die ermittelten Daten spiegeln immer nur die augenblickliche Stimmung in der Bevölkerung wider. Sie können also keineswegs als Prognose für die nächste Wahl interpretiert werden.

Der stern arbeitet seit 1985 mit Forsa zusammen. Seit Herbst 1991 werden zusammen mit dem Fernsehsender RTL die Fragen zur Beobachtung der politischen Stimmung jeden Tag (von Montag bis Freitag) gestellt. stern und RTL haben sich für das Institut in Berlin entschieden, weil es sich durch präzise und zuverlässige Daten auszeichnet und Trends in der Bevölkerung früher als andere erkennt.

Fragen, die oft gestellt werden:

Was bedeutet Fehlertoleranz? Bei jeder Stichprobenerhebung können in bestimmtem Umfang Fehler auftreten. Die Fehlermarge lässt sich statistisch berechnen. Bei 1000 Befragten beträgt der mögliche (aber nicht immer auch tatsächlich auftretende) Fehler +/- 3 Prozentpunkte.

Wo findet man die Wähler, die noch nicht wissen, ob sie zur Wahl gehen und was sie wählen wollen?

Die Prozentzahl der "Nichtwähler/Unentschlossenen" ist jeweils unter der wöchentlichen Grafik von stern und stern.de angegeben. Erst kurz vor einer Bundestagswahl splitten wir die Prozentanteile der beiden Gruppen genauer auf.

Warum sind die Nicht-Wähler nicht neben den anderen Parteien in der Grafik aufgeführt?

Weil Nichtwähler nach dem Bundeswahlgesetz bei der Zusammensetzung des Parlaments unberücksichtigt bleiben. Ihr Anteil kann als Indiz für die Politikverdrossenheit gewertet werden. Allerdings: Wer politisch etwas bewirken will, muss an der Wahl teilnehmen.

Was passiert, wenn ein Angerufener nicht antworten will?

Die Teilnahme an einer Umfrage ist immer freiwillig. Will jemand nicht befragt werden, so wird das selbstverständlich respektiert.

Und wenn ein Angerufener gerade keine Zeit hat?

Dann kann der Interviewer einen Termin für einen der nächsten Tage vereinbaren, an dem das Interview stattfinden kann.

Bekommen die Angerufenen für die Interviews Geld?

Nein.

Werden Bürger auch auf ihrem Handy angerufen?

Bislang erfolgen die Anrufe nur bei Festnetz-Nummern. Die Ergebnisse werden dadurch noch nicht verfälscht. Sollten aber immer mehr Bürger nur noch per Mobil-Telefon erreichbar sein, werden auch Handy-Nummern angerufen werden müssen.

Warum gibt es zwischen den einzelnen Instituten manchmal unterschiedliche Ergebnisse?

Ergebnisse zwischen einzelnen Instituten können voneinander abweichen, weil oft die Erhebungszeitpunkte oder die Fragenformulierungen unterschiedlich sind. Wird z.B. eine Umfrage nur am Montag oder Dienstag einer Woche durchgeführt, kann eine Partei, die zufällig an diesen beiden Tagen etwas besser bewertet wird, zu hohe Werte erhalten als im Durchschnitt der ganzen Woche - Forsa fragt deshalb jeden Tag, um solche Stimmungsschwankungen auszugleichen.

Manche Institute geben auch nicht die jeweils aktuelle Stimmung wieder, sondern "bearbeiten" die ermittelten Daten unter bestimmten Annahmen, so dass dann die Werte für eine Partei verändert werden.

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