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6. Oktober 2005, 18:53 Uhr

Rabattschlachten machen Konsumenten nicht glücklich

stern-Studie MarkenProfile 11: Viele fühlen sich von ständiger Schnäppchenjagd gestresst und haben Angst, den Überblick zu verlieren / Preiswettbewerbe beeinträchtigen die Funktion der Marke als Qualitätssiegel und Vertrauensanker

Hamburg, 4. Oktober 2005 - Die These, dass der "multioptionale" Konsument der Gewinner sei, wenn Preise ins Rutschen geraten und die digitale Vernetzung Preisvergleiche rund um die Uhr ermöglicht, ist nicht aufrechtzuerhalten. Vielmehr führt der Druck, stets das günstigste Angebot zu finden, auch bei vielen jungen Konsumenten zu einem Gefühl der Überforderung und weckt den Wunsch nach Komplexitätsreduktion. Das geht aus der neuen stern-Untersuchung MarkenProfile 11 hervor. "Ich informiere mich im Internet über Marken und Produkte, ihre Eigenschaften und ihre Preise", sagen 15,1 Millionen Konsumenten zwischen 14 und 64 Jahren (voll und ganz/weitgehend). Gut ein Drittel von ihnen (34 Prozent) hat aber zugleich manchmal das Gefühl, angesichts "des großen Überangebots an Waren und Produkten" den Überblick zu verlieren. Und sogar 39 Prozent geben an, sie würden sich durch die ständigen Rabattaktionen verunsichert fühlen. Man könne "ja nie wissen, ob das gleiche Produkt in der nächsten Woche nicht vielleicht günstiger angeboten wird". Daraus entstehen nicht selten Kaufblockaden: 45 Prozent der Internet-Informationssucher können sich nach eigenen Angaben beim Einkauf oft nur schwer entscheiden.

Die These, der Konsument habe durch das Internet und die "Verflüssigung" der Preise gegenüber den Anbietern an Macht gewonnen, erweist sich damit nach den Ergebnissen der stern-Untersuchung als zu einseitig. Die vermeintliche Stärkung des Verbrauchers gegenüber den Anbietern führt in Wirklichkeit oft zu Verunsicherung und Zeitstress.

Dr. Uwe Sander, Leiter stern-Anzeigenmarketing: "In der Trendforschungs- und Marketingliteratur werden 'Consumer Empowerment' und 'Consumer Confusion' als Erscheinungen diskutiert, die in unterschiedlichen Zielgruppen anzutreffen sind. Diese Sicht ist falsch. MarkenProfile zeigt, dass Informationssuche und Unsicherheit sich in scheinbar paradoxer Weise überlappen, gerade bei jüngeren, "multioptionalen" Konsumenten. Damit wird deutlich: Informationsvielfalt ist in sozialem Zusammenhang nur ein unzulänglicher Ersatz für Vertrauen. Eine wichtige Funktion der Marke besteht darin, als Qualitätssiegel und als Vertrauensanker die Komplexität des Alltags zu reduzieren. Die Rabattschlachten der vergangenen Jahre und ein zuweilen sprunghaftes Marketing beeinträchtigen diese Funktion."

Für Rückfragen:

Frank Plümer
Leitung stern Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 040/3703-3046
Fax: 040/3703-5683
E-Mail: pluemer.frank@stern.de

 
 
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