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13. September 2005, 17:49 Uhr

Schwere Korruptionsvorwürfe gegen Siemens

Ein ehemaliger Vertriebsleiter des Siemens-Konzerns, Sam Tsekhman, erhebt schwere Korruptionsvorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Tsekhman gab in einer eidesstattlichen Erklärung an, dass Siemens-Manager ihm als Mitverantwortlichem für das Russland-Geschäft von Siemens-Medizintechnik regelmäßig hohe Summen in bar für Bestechungszwecke in einem Wiener Hotel überreicht hätten. Das Geld, in Einzelfällen bis zu einer Million US-Dollar, sollte laut Tsekhman zur Bezahlung russischer Amtsträger dienen. Die Praxis habe bis in das Jahr 2000 fortgedauert. Seit Februar 1999 ist in Deutschland die Bestechung ausländischer Amtsträger strafbar.

Bis April 2000 hatten laut Tsekhman Siemens-Mitarbeiter mit russischen Stellen über Schmiergeldzahlungen verhandelt, die Siemens helfen sollten, einen mit 28,2 Millionen Euro dotierten Vertrag mit dem Moskauer Burdenko-Institut zu erlangen. Insgesamt seien für dieses Projekt Bestechungsgelder in Höhe von sieben Millionen Euro eingeplant gewesen.

Nach Tsekhmans Angaben informierte er selbst im Jahr 2003 telefonisch und per Brief den damaligen Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer über den Burdenko-Fall. In dem Brief, der dem stern vorliegt, erwähnte Tsekhman die "Belohnung", die im Namen von Siemens verschiedenen Personen in Russland versprochen worden sein.

Im Anschluss an Tsekhmans Brief an von Pierer leitete Siemens nach Aussagen eines Sprechers eine interne Untersuchung ein. Konkrete Fragen zu den Bestechungsvorwürfen beantwortete der Konzern nicht.

Gefunden in ... Stern Stern
Ausgabe 38/2005

 
 
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