Am 7. Juni wird das EU-Parlament gewählt, doch wie es sich zusammensetzt, interessiert keinen. Die wenigsten Deutschen kennen Namen und Parteizugehörigkeit der Spitzenkandidaten, selbst die Parteianhänger stehen auf dem Schlauch. Bis auf eine Ausnahme.

Ihren Namen wussten immerhin 13 Prozent der Wähler: Silvana Koch-Mehrin© Tim Brakemeier/DPA
Kurz vor der Wahl zum Europa-Parlament am kommenden Sonntag können die wenigsten Deutschen auf Anhieb sagen, wer für die einzelnen Parteien als Spitzenkandidat antritt. In einer Umfrage für den stern wussten nur 2 Prozent, wie der Spitzenkandidat der CDU heißt: Hans-Gert Pöttering, der Präsident des Europaparlaments. Die Frage nach dem SPD-Spitzenkandidaten konnten lediglich 6 Prozent der Befragten richtig beantworten: Martin Schulz. Ebenfalls 6 Prozent wussten, dass Lothar Bisky die Liste der Linkspartei anführt. Reinhard Bütikofer von den Grünen kam auf 4 Prozent. CSU-Spitzenmann Markus Ferber und die Grüne Rebecca Harms landeten mit jeweils 1 Prozent abgeschlagen auf dem letzten Platz.
Am besten schnitt in der Umfrage die Liberale Silvana Koch-Mehrin ab. Auf die Frage nach dem FDP-Spitzenkandidaten nannten 13 Prozent der Wähler ihren Namen.
Selbst den Anhängern der Parteien waren die jeweiligen Spitzenleute nahezu unbekannt. Unter den CDU-Wählern kam Pöttering auf 3 Prozent, Schulz wurde von 13 Prozent der SPD-Anhänger genannt, Bisky von 12 Prozent der Linken-Wähler, Bütikofer von 7 Prozent der Grünen-Anhänger. Silvana Koch-Mehrin erzielte auch hier das beste Ergebnis: Rund jeder vierte FDP-Anhänger (26 Prozent) konnte spontan ihren Namen angeben.
Datenbasis: 1000 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 27. und 28. Mai 2009. Statistische Fehlertoleranz: +/- 3 Prozentpunkte, Auftraggeber: stern. Quelle: Forsa-Institut, Berlin.
Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangaben zur Veröffentlichung frei.
Übernommen aus ...
Stern
Ausgabe 24/2009