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8. November 2009, 20:12 Uhr
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Meck-Pomm im Aufwind

20 Jahre nach dem Mauerfall liegt das beliebteste deutsche Feriengebiet im Nordosten des Landes. Mecklenburg-Vorpommern trumpft mitten in der Finanzkrise mit Rekorden auf - und will jetzt auch in der Wintersaison Bayern den Rang ablaufen.

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Gedränge am Ostseestrand: In diesem Jahr waren die Strände Mecklenburg-Vorpommerns gut besucht© Bernd Wüstneck/DPA

Liebevoll restaurierte Hansestädte, dicht bewaldete Seen, Sonne satt und kilometerlange Sandstrände. Mecklenburg-Vorpommern geizt nicht mit Attraktionen wie dem Fischland bei Ahrenshoop, das für den Schriftsteller und bekennenden Mecklenburger Uwe Johnson "das schönste Land in der Welt" war. Im Sommergeschäft mit den Urlaubern hat das ansonsten finanzarme Bundesland Bayern mittlerweile hinter sich gelassen. "Das ist eine der Erfolgsgeschichten", zieht Tobias Woitendorf vom Tourismusverband 20 Jahre nach dem Fall der Mauer Bilanz.

Wie schon zu DDR-Zeiten zieht es auch die wiedervereinigten Deutschen in Massen zu den "Fischköppen". "Mecklenburg-Vorpommern ist der Deutschen liebstes Urlaubsziel", jubeln Tourismusverband und Landesregierung. Die gerade abgelaufene Sommersaison hat dem unter mehr als zwölf Prozent Arbeitslosigkeit leidenden Land neue Rekorde beschert. "Mit 1,1 Millionen Feriengästen und fünf Millionen Übernachtungen im August gab es bisher nie erreichte Werte", freut sich Wirtschafts- und Tourismusminister Jürgen Seidel. In den ersten acht Monaten des Jahres habe es 4,9 Millionen Gäste und 21,2 Millionen Übernachtungen gegeben, was Zuwächsen von 6,2 beziehungsweise vier Prozent entspreche. Für das gesamte Jahr rechnet Woitendorf mit rund 28 Millionen Übernachtungen und 6,5 Millionen Gästen.

Auf Augenhöhe mit den Bayern

"Die Branche trotzt in Mecklenburg-Vorpommern der Wirtschaftskrise", zeigt sich der CDU-Politiker Seidel zufrieden. Nach einer Studie des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) in Trier machte in diesem Jahr mit 26,1 Prozent mehr als jeder vierte deutsche Inlandstourist Sommerurlaub im Nordosten. "Nach einem Jahr auf dem zweiten Platz konnten wir den Abstand zu Bayern in diesem Jahr sogar deutlich vergrößern", begeistert sich Seidel, so als hätte der FC Hansa Rostock bei Bayern München gewonnen.

Anders als beim Fußball spielt das kleine Meck-Pomm mit seinen 1,7 Millionen Einwohnern mit den 12,4 Millionen Bayern beim Tourismus auf Augenhöhe - ein Ergebnis langjähriger Anstrengungen. Seit 1991 wurden rund fünf Milliarden Euro in Betriebe und Infrastruktur investiert, zu denen das Land und der Bund etwa 1,5 Milliarden Euro beisteuerten, wie Seidels Sprecher Gerd Lange ergänzt. Der Fremdenverkehr trage somit zu etwa zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei. Das schafft etwa 130.000 Arbeitsplätze. Und der Tourismus-Boom macht sich auch an den Arbeitslosenzahlen bemerkbar: In Ferienhochburgen wie Bad Doberan und der Insel Rügen lag die Arbeitslosigkeit im September mit 8,8 beziehungsweise 8,4 Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt.

In Europa konkurrenzfähig

Auch europaweit spielt Mecklenburg-Vorpommern in der ersten Liga. Bei der touristischen Intensität, die aus dem Verhältnis von Übernachtungen und Einwohnern pro Region errechnet wird, liege der Nordosten hinter Südtirol und Kärnten an dritter Stelle, erläutert Woitendorf. Doch damit geben sich die Mecklenburger nicht zufrieden. Nun wollen sie die Bayern auch im Winter angreifen. Denn in der kalten Jahreszeit ist Mecklenburg-Vorpommern mangels Bergen im Hintertreffen. "Wir müssen rund ums Jahr attraktiv sein, für die Touristen und die Beschäftigten", fordert Minister Seidel zusätzliche Anstrengungen von Hotellerie und Gastronomie.

Hüllenlos nur noch abschnittsweise

Mit dem Zug an die Ostsee knüpfen die Deutschen an alte Traditionen an. So galt die Insel Usedom mit ihren prachtvollen Kaiserbädern Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf einst als "Badewanne Berlins". Hauptstädter, die es sich leisten konnten, verbrachten auf Rügen und Usedom Wochen in der Sommerfrische. Auch zu DDR-Zeiten erfreute sich die Küste, die wirtschaftlich ansonsten von Schiffbau, Fischerei und Landwirtschaft geprägt war, großer Beliebtheit. Freilich waren Ferienplätze knapp und Betten an der Küste nur selten zu ergattern. Die DDR-Bürger verbrachten ihre Urlaubstage gerne hüllenlos. Und auch heute ist FKK an den Stränden möglich. Im Gegensatz zu früher sind den Nudisten nach Protesten westdeutscher Gäste Anfang der 1990er Jahre allerdings eigene Abschnitte eingeräumt worden.

Reuters
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Mikeorganizer (09.11.2009, 17:15 Uhr)
@stefan Augsburg
ja, das ist die einfache Konsequenz. Auch wenn ich es schade finde - ich kenne so einige nette Fleckchen die ich alleine besucht habe. Aber das Risiko das ich mit meinen überwiegend ausländischen Freunden in eine unkalkulierbare Situation gerate nur weil die braunen an dem Ort zufällig sammeln und sich dann stark fühlen ist einfach zu hoch. Wenn in einer Großstadt die Polizei trotz Aufgebot nicht eingreift was hat man dann in einem verschlafenen Nest mit wenigen Polizisten zu erwarten ?
StefanAugsburg (09.11.2009, 16:52 Uhr)
@Mikeorganizer - dann halt 'wegbleiben'
Tja, anscheinend sind Sie halt immer an Orten gewesen, wo offensichtlich von vorne herein bereits bekannt war, daß sich die braunen Spacken gerne aufhalten. Wenn ich DD und L höre, dann kann ich das auch durchaus nachvollziehen. Aber Sellin, Baabe und der Rest der küstennahen Ferienorte im Großraum Binz sind da sicher nicht dabei. Denke mal, daß da die Touristen einfach zuviel indirekten 'Einfluß' auf örtliche Strukturen haben und es für die Glatzen nicht interessant ist. Und an den anderen Orten - einfach wegbleiben, aber eben keine Pauschalverurteilungen, dannim Westen haben wir auch genug Orte, wo es 'abgeht', oder ? ;-)
Mikeorganizer (09.11.2009, 16:27 Uhr)
und ...
falls ich jetzt einen dieser malerischen Orte zu unrecht als Gefahrenherd miteinbezogen haben sollte ist das bedauerlich. Allerdings spiele ich auch nicht Russisches Roulette und freue mich dann, wenn die Pistolenkammer zufällig leer war aber die nächste ganz sicher ein Volltreffer wird.
Mikeorganizer (09.11.2009, 16:23 Uhr)
Thema braune Flut und Übergriffe .....
na schön das die Herren schon so viel Glück hatten. Ich hoffe aber ich muss Ihnen die Realität nicht mit einer Flut von Berichten aus dem Net über Übergriffe auf Camper und Ausländer aufzählen. Dies würde auch eindeutig den Platz hier sprengen. ...und keine Erfahrung ? ..nun ich war da als die Nazis durch Leipzig...Dresden mit Fahnen und Zerstörungswut durch die Gassen gezogen sind und die Polizei untätig (möglicherweise auch aus Angst) hinterhergelaufen sind. Ich habe nicht nur gelesen ich habe es also auch selbst erlebt. Es gibt Gegenden die sollte man einfach mit Vorsicht genießen und diese ist eindeutig eine davon.
Ahmedo (09.11.2009, 16:13 Uhr)
@Mikeorganizer -Als Libanese mag ich MV!
Die Chance eines Übergriffs egal ob von links,rechts oder ausländischen Schlägern ist woanders viel größer als hier in den Seebädern.
Als Libanese wohne ich bereits seit der Wende auf der Insel Usedom und habe mich hier immer sehr wohlgefühlt und habe viele deutsche Freunde gefunden.
Deshalb hören Sie auf der Bevölkerung Angst zu machen-Sie waren selbst ja noch nicht hier, können sich also kein Urteil bilden.
Wir haben schon genug Horror Szenarien im Land wie Schweinegrippe,Klimawandel, Waldsterben,Terrorismus,Weltuntergang 2012-es reicht!

StefanAugsburg (09.11.2009, 14:48 Uhr)
Herrlich da ....
Fahre selber (aus Bayern) seit vielen Jahren nach MeckPom, zuerst nach Prerow (zur Einstimmung ins Regenbogencamp, danach auf Hausbott im Bodden) und danach habe ich 'rübergemacht' auf die Insel Rügen in der Gegend um Sellin und Baabe. Herrlich, seit Jahren gehe ich da immer wieder gerne hin, ich liebe diesen Landstrich über alles. Braune Brut ? Hmmm, gibts sicher, habe aber noch nix davon mitbekommen da unten. Denke mal, daß die sich eher im Großraum Rostock rumtreiben, Rügen dürfte für die eher uninteressant sein. Daher keine Pauschalurteile, die automatisch ganz MeckPomm zur braunen Gegend machen ! ;-) Gell, Mikeorganizer ...
kfpdm (09.11.2009, 13:45 Uhr)
@endbenutzer
"... könnte man doch jetzt eigentlich den Solidaritätszuschlag abschaffen, oder"

Nö, aber man könnte ihn auf strukturschwache Gebiete im Westen ausweiten... dafür wäre ich bereit weiterzuzahlen... auch als Ossi.

Gruß,
A.
Offenbach (09.11.2009, 10:02 Uhr)
Sehr sehr schön
Der Zulauf ist nicht umsonst MacPomm hat wirklich schöne Gegenden und Städte langsam lernt man auch Kundenorientierung es lohnt sich da hinzufahren. Vor allem Fischland Darßt-Zingst ist herrlich auch die Städte wie Rockstock lohnen sich.
P.S. Die braune Brut habe ich da noch nicht gesehen, also kein Grund nicht hinzufahren.
endbenutzer (09.11.2009, 09:33 Uhr)
Wenn es ja so schön boomt....
...im Osten, könnte man doch jetzt eigentlich den Solidaritätszuschlag abschaffen, oder?
hannes_schinder (09.11.2009, 09:31 Uhr)
Das ist eine gute Nachricht
Ganz schlecht aber ist dass dieWerften in Wismar und in Rostock vermauschelt wurden.
 
 
 
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