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Hier duftet es nach Tannengrün und Glühwein

Noch viereinhalb Wochen, dann ist Bescherung. Wer noch nicht in weihnachtlicher Stimmung ist, kann sich in deutschen Innenstädten in einen ordentlichen Adventsrausch versetzen. stern.de stellt die schönsten Weihnachtsmärkte vor - von familiär bis frivol.

Von Till Bartels

So sinnlich wie in diesen Wochen wirken deutsche Innenstädte selten. Ab Ende November glitzert in den Fußgängerzonen der Sterneschmuck, auf den Weihnachtsmärkten durftet es verführerisch nach Glühwein und frischem Gebäck. An den Ständen und Buden werden nicht nur süßes Naschwerkwerk und Getränke zum Aufwärmen angeboten, sondern auch Weihnachtsschmuck und Kunsthandwerk.

Nicht jugendfreier Weihnachtsmarkt

Im Norden trumpft Hamburg mit 16 Weihnachtsmärkten auf. Von Roncalli-Zirkusdirektor Bernhard Paul wurde die Marktarchitektur des historischen Weihnachtsmarkts vor dem Rathaus entworfen. Hanseatischer wirken der Fleetinsel-Weihnachtsmarkt, der Winterzauber am Jungfernstieg und Gänsemarkt. In der neuen Hafencity wartet der Weihnachtsmarkt im Überseequartier mit einer großen Eislaufbahn vor dem Alten Hafenamt auf.

Eine etwas andere Weihnachtsatmosphäre herrscht auf Deutschlands einzigem Ü-18-Weihnachtsmarkt auf der Reeperbahn: Der Santa-Pauli-Markt verbindet traditionelles Weihnachtsambiente mit Live-Musik und einem Varieté-Programm im Erotikzelt und Verkaufsständen mit Dildos aus gedrechseltem Fichtenholz. Wer es weniger schrill liebt, schaut bei Hamburgs kleinsten Weihnachtsmarkt vorbei: In der ABC-Straße werden Orangenpusch und Kartoffel-Maronensuppe angeboten.

So viel wie in keiner anderen Stadt: Berlin

Die größte Auswahl von Weihnachtsmärkten bietet Berlin. Wer das riesige Angebot ausprobieren will, muss während der gesamten Adventszeit täglich zwei Weihnachtsmärkte in der Hauptstadt besuchen. Die eindruckvollsten Kulissen von den 60 Berliner Märkten bietet der auf dem Gendarmenmarkt in Mitte oder der in Spandau. Skandinavisch geht es beim Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei zu, ökologisch wird es auf dem Kollwitzplatz und multikulturell an den vier Adventswochenenden auf dem Markt der Kontinente an vier Wochenenden im Museum Dahlen.

Alte Traditionen im Osten

In Sachsen gehört in Leipzig der zweitälteste Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus zu den Klassikern. Im benachbarten Böttchergässchen ist der weltweit größte freistehende Adventskalender zu bewundern. Die Fenster der bunten Fassade, die die Front einer mehrstöckigen Hauses in Anspruch nimmt, werden von Leipziger Schulen gestaltet.

Dresdens Attraktion in der Adventszeit ist der Striezelmarkt, der in diesem Jahr zum 577. Mal aufgebaut wird. Volkskunst aus dem Erzgebirge und Dresdner Stollen sind unverwechselbare Zutaten. Eine weniger überlaufende Veranstaltung findet parallel im Stallhof des Dresdner Schlosses statt: die Mittelalter-Weihnacht. Hier wird auf künstlichen Lichterglanz mit zuckenden LEDs verzichtet, ebenso sind Pappteller tabu. Als Zahlungsmittel dient der Stallhof-Taler.

Wenn das Christkind nach Nürnberg kommt

Der Nürnberger Christkindlesmarkt gilt als Deutschlands berühmtester Weihnachtsmarkt. Für Einheimische wie Besucher aus dem In- und Ausland ist er der Inbegriff deutscher Winterromantik. Traditionell eröffnet das in ein goldenes Gewand gehüllt Christkind am Freitag vor dem ersten Advent den Markt. Mit zwei Millionen Besuchern und 180 Verkaufsbuden zählt er zu den größten Märkten im Lande.

Im Süden Deutschland markiert eine 24 Meter hohe Fichte auf dem Stuttgarter Schlossplatz den Beginn der Feierlichkeiten. Im Innenhof des Alten Schlosses tanzen bei der Eröffnung des größten Weihnachtsmarkts in Baden-Württemberg die Sterne. Kinder scharen sich um die lebende Krippe mit Lämmern, Schafen und Ziegen. Und die Fenster des Stuttgarter Rathaus verwandeln sich während des Weihnachtsmarkts in einen überdimensionalen Adventskalender.

Pink statt Tannengrün

Seit dem 14. Jahrhundert haben die Weihnachtsmärkte in der Münchner Innenstadt Tradition. Für den Christkindlmarkt am Marienplatz dient ein fast 30 Meter hoher Christbaum aus Garmisch-Partenkirchen als Wahrzeichen. Romantischer geht es im Englischen Garten auf dem Christkindlmarkt am Chinesischen Turm zu. Dagegen wird eine "Pink Christmas" im Glockenbachviertel gefeiert. Statt Holzbuden und Tannengrün bestimmen weiße Pagodenzelte und rosarote Plastikbäumchen das Bild des Weihnachtsmarktes. Hier fühlen sich Schwule und Lesben wohl, die statt Glühwein eher Prosecco und Hot Caipis schlürfen.

Das Phänomen Weihnachtsmarkt

Die romantische Prägung der meisten Weihnachtsmärkte entwickelte sich im Rückblick erst spät. So war etwa der bereits 1434 entstandene Dresdner Striezelmarkt ursprünglich ein freier Fleischmarkt, auf dem sich die Dresdner mit dem Festtagsbraten für Weihnachten versorgten. Die Weihnachtsmärkte in ihrer heutigen Form entstanden erst mit dem deutschen Wirtschaftswunder.

Für den Volkskundler Berthold Heizmann vom Landschaftsverband Rheinland in Bonn hat der heutige Erfolg der Weihnachtsmärkte vor allem einen Grund: "Weihnachtsmarkt - das ist für viele ein Stück Rückbesinnung auf ihre Kindheit", meint Heizmann, der sich seit Jahren mit dem Phänomen Weihnachtsmarkt beschäftigt. Wer in der Dämmerung über einen Weihnachtsmarkt laufe, "bei dem erwacht schnell die Erinnerung an frühere Heiligabende." Dazu trügen auch die Gerüche bei, die Märkte unverwechselbar machten: "Schließen Sie Augen und Ohren - allein an den Gerüchen von Glühwein und Lebkuchengewürzen wissen Sie, dass sie auf einem Weihnachtsmarkt sind."

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