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Bye-bye, Billigfliegerei

Flugpläne ausgedünnt, Flugzeuge stillgelegt, Gewinne abgeschrieben: Der hohe Ölpreis würgt das Geschäft der Fluggesellschaften ab. Darunter leiden vor allem die Billigflieger.

Das Preisniveau steigt. Mittlerweile sind Inlandsflüge bei Billiganbietern kaum noch günstiger als beim Marktführer Lufthansa. Manchmal sind sie sogar teurer. Wie zum Beispiel auf der Strecke Berlin-Stuttgart (siehe Tabelle).

Die Werbung mit Flugpreisen von ein bis 19,99 Euro gibt es zwar weiterhin. Doch sie hat nicht mehr viel mit den tatsächlich zu zahlenden Ticketpreisen zu tun. Um die steigenden Kosten zu decken, erfinden und erhöhen die Airlines immer mehr Gebühren. So kostet das Zahlen mit Kreditkarte 4 bis 7,14 Euro. Germanwings und Tuifly verlangen zudem eine sogenannte Surcharge von 6,95 Euro pro Strecke. Hinzu kommen Zuschläge für Gepäckaufgabe und/oder Platzreservierung. Lufthansa und Air Berlin schlagen eine Servicegebühr von zehn Euro auf den Flugpreis.

Verständlich sind steigende Kerosinzuschläge. Bei Lufthansa hat sich der Zuschlag für Europastrecken von Anfang Mai bis heute fast vervierfacht, von 17 auf 64 Euro. Air Berlin erhöhte von 36 auf 50 Euro. Allein um die Spritkosten aufzufangen, müssten die Preise um weitere rund 20 Prozent steigen, rechnen Experten vor. Bei den beliebten Flugreisezielen jenseits der deutschen Landesgrenzen haben die Billigflieger tendenziell die Nase noch vorn. Von Köln nach London kann man mit Germanwings oder Easyjet für rund 160 Euro reisen (1 Person, zwei Koffer). Lufthansa und Air Berlin verlangen für diesen Trip rund 230 Euro.

Der ursprüngliche Vorteil der Billigflieger - geringerer finanzieller Aufwand für Verwaltung und Service, Preis vor allem durch die Kosten für Kerosin bestimmt - ist dahin. Vielleicht für immer.

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