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Air Berlin verklagt Berliner Flughafengesellschaft

6. November 2012, 12:52 Uhr

Die verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens hat weitere Folgen: Air Berlin verklagt die Betreibergesellschaft auf Schadensersatz. Auch die Deutsche Bahn denkt über juristische Schritte nach.

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Air Berlin beklagt Ausfälle wegen der geplatzten Eröffnung des Berliner Hauptstadt-Airports. Nun klgt die Airline auf Schadensersatz©

Die Fluggesellschaft Air Berlin klagt nach der geplatzten Eröffnung Eröffnung des Großflughafens Berlin Brandenburg (BER) auf Schadenersatz. "Wir haben entschieden, unseren Anspruch auf Schadensersatz auf dem Rechtsweg geltend zu machen", erklärte Airline-Chef Hartmut Mehdorn am Dienstag.

Intensive Gespräche mit dem Flughafenbetreiber hatten laut Mehdorn zuvor zu keiner für beide Seiten akzeptablen Lösung geführt. Die Fluggesellschaft habe daher beim zuständigen Landgericht Potsdam eine Feststellungsklage gegen die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH eingereicht.

Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe

Durch die wiederholte Verschiebung des Eröffnungstermins für den Hauptstadt-Airport seien bereits geschätzte Mehrkosten und sonstige Schäden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden, weitere Lasten könnten hinzukommen. Im Einzelnen könnten die Schäden noch nicht vollständig beziffert werden, erklärte der Lufthansa-Konkurrent. Diese seien nicht zuletzt vom Winterbetrieb auf dem alten Flughafen Tegel abhängig. Ursprünglich sollte der Flughafen Berlin-Brandenburg am 3. Juni seinen Betrieb aufnehmen.

Auch Deutsche Bahn denkt über juristische Schritte nach

Die verschobene Flughafen-Eröffnung hat auch die Deutsche Bahn viel Geld gekostet - nach eigenen Angaben bis Ende Oktober etwa 34 Millionen Euro. Jeden Monat kämen zwei Millionen Euro hinzu, sagte ein Bahnsprecher am Dienstag auf Anfrage in Berlin. Über mögliche juristische Schritte gegen die Flughafengesellschaft habe das Unternehmen noch nicht entschieden.

Die Bahn hatte eine Strecke zum unterirdischen Bahnhof des neuen Flughafens gebaut, der mit zwei Jahren Verspätung erst im Oktober 2013 öffnen soll. "Wir wollen nicht auf den Kosten sitzenbleiben", sagte Bahnchef Rüdiger Grube vor wenigen Tagen.

Flughafengesellschaft lehnt Zahlung von Schadenersatz ab

Die Berliner Flughafengesellschaft will der Fluggesellschaft Air Berlin trotz der verschobenen Eröffnung des Hauptstadtflughafens keinen Schadenersatz zahlen. Es bestehe kein Anspruch, "da wir mit der Airline vertraglich keinen fixen Eröffnungstermin für den Flughafen Berlin Brandenburg vereinbart hatten", teilte Flughafenchef Rainer Schwarz am Dienstag mit. Zahlen könne die Flughafengesellschaft nur, "wenn dies rechtlich zwingend geboten ist".

Die Flughafengesellschaft betonte: "Wir setzen weiter darauf, mit Air Berlin in konstruktiven Gesprächen zu vernünftigen Lösungen zu kommen." Die Gespräche der vergangenen Monate hätten aber gezeigt, "dass wir in der Schadenersatz-Frage weit auseinanderliegen". Man wissen um die Unannehmlichkeiten der Verschiebung des Eröffnungstermins. "Daher setzen wir seitdem alles daran, den weiteren Flugbetrieb in Tegel so reibungslos wie möglich zu gestalten."

kmi/dho/Reuters/DPA

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