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Hamburg-Köln-Express startet im September

Die Bahn erhält Konkurrenz auf einer wichtigen Fernstrecke. Im September nimmt die Firma HKX auf der Strecke Hamburg – Köln den Betrieb auf. Die Züge sollen drei Mal am Tag fahren, Tickets billiger sein als bei dem mächtigen Konkurrenten.

Erstmals soll die Deutsche Bahn auf einer wichtigen Fernstrecke private Konkurrenz bekommen: Am 1. September werde das Eisenbahnunternehmen Hamburg-Köln-Express (HKX) zwischen den beiden Städten seinen Zugverkehr starten, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens, Derek Ladewig, dem Bielefelder "Westfalen-Blatt".

Der neue Zug werde drei Mal am Tag fahren und gut vier Stunden brauchen. Die Züge mit jeweils sechs Waggons sollen laut Ladewig mit Tempo 160 ähnlich schnell sein wie die Intercity-Züge des Konkurrenten. Es sei ein Am-Platz-Service mit Getränken und Speisen geplant, die Ticketpreise würden unter denen der Deutschen Bahn liegen.

Zweite Fernroute mit Konkurrenz

HKX mit Sitz in Berlin war am Samstag für eine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht nicht zu erreichen. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte auf Anfrage, man dürfe sich aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht zu einzelnen Konkurrenten äußern. Bislang muss die Deutsche Bahn lediglich auf einer Nebenstrecke im Fernverkehr um die Kunden kämpfen: Das Unternehmen InterConnex bietet Zugverbindungen zwischen Leipzig, Berlin und Warnemünde an der Ostsee an.

Bei weiterer Konkurrenz im Fernverkehr befürchtet die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG einen Preiskrieg auf der Schiene. Wenn sich mehrere Anbieter auf beliebten Strecken Konkurrenz machten, sei dies unvermeidbar, sagte EVG-Sprecher Michael Klein der Zeitung.

HKX habe mit der DB Netz AB einen Vertrag bis 2015 geschlossen, hieß es in dem Zeitungsbericht. Danach sei eine weitere Expansion möglich, sagte Ladewig. Dies betreffe sowohl die Zahl der Fahrten wie auch eine Verlängerung der Strecke.

Ramsauer droht Konsequenzen für Winterchaos an

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat den Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn unterdessen mit Konsequenzen für mögliches Fehlverhalten beim Winterchaos gedroht. "Wenn sich herausstellt, dass es vermeidbares Chaos gab, muss es Konsequenzen geben", schrieb der Minister in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Das Winterwetter und Fehler in der Vergangenheit taugten nicht "als Ausrede" für die Verspätungen und Zugausfälle.

Ramsauer kritisierte die Bahn auch für den Sparkurs der vergangenen Jahre: "Auf der Schiene regierten jahrelang Sparpolitik und Renditedruck. Reserven wurden abgebaut, Personal eingespart", schrieb er. Der CSU-Politiker forderte die Bahn deshalb zu mehr Investitionen auf. "Die Bahn muss jetzt mit einer Qualitäts- und Investitionsoffensive reagieren", schrieb Ramsauer.

kng/DPA/AFP/DPA
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