28. Januar 2009, 07:26 Uhr

Streik führt zu zahlreichen Flugausfällen

Ein Warnstreik des Kabinenpersonals der Lufthansa hat deutliche Behinderungen im Flugverkehr verursacht. Schwerpunkt der Aktion war Frankfurt am Main. Aber auch Berlin war betroffen. Die größte deutsche Airline musste zahlreiche Flüge streichen.

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Die Auswirkungen des Lufthansa-Warnstreiks werden noch bis zum Nachmittag zu spüren sein©

Streikende Lufthansa-Flugbegleiter haben am Mittwochvormittag für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. Laut Online-Flugplan des Airportbetreibers Fraport wurden allein für die Zeit zwischen 9.30 Uhr und 16 Uhr etwa 60 Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt annulliert. Der Airport ist Schwerpunkt der Warnstreiks.

Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hatte gegen 6 Uhr mit einem sechsstündigen Warnstreik begonnen, der um 12 Uhr planmäßig endete. Damit wollte Ufo den Konzern im laufenden Tarifstreit zur Vorlage eines höheren Angebots bringen. Außer Inlandsflügen bestreikten die Gewerkschaftsmitglieder unter anderem Verbindungen von und nach Großbritannien, Frankreich und Italien. Auch Flüge von und nach Berlin waren betroffen.

Die Gewerkschaft sprach in einer ersten Bilanz von einer hohen Beteiligung der Mitarbeiter. "Es war ein Erfolg", sagte Sprecher Joachim Müller.

Die Lufthansa gab an, dass der Streik am Mittwoch zu 82 Flugausfällen geführt habe. In Frankfurt mussten jeweils 35 An- und Abflüge gestrichen werden, in Berlin waren je sechs Starts und Landungen betroffen. Dabei handelte es sich jeweils um Kurz- und Mittelstrecken. Einige tausend Passagiere seien auf andere Maschinen oder auf die Bahn umgebucht worden. Bei Langstrecken-Flügen gab es Verspätungen von bis zu einer Stunde.

Verzögerungen auch bei Langstreckenflügen

Bereits am vergangenen Freitag hatte es einen Warnstreik der Flugbegleiter gegeben. Dadurch mussten 44 Flüge abgesagt werden. Passagiere der Lufthansa mussten sich damit jetzt zum zweiten Mal binnen einer Woche auf Behinderungen einstellen.

Annullierte Flüge gab es auch auf der Strecke von und nach Athen, wo Fluglotsen streiken wollten. Lufthansa empfahl Passagieren, sich im Internet unter lufthansa.com zu informieren und pünktlich zum Flug zu erscheinen.

Ufo verlangt 15 Prozent mehr Lohn für die Kabinenmitarbeiter. Die Lufthansa hat bislang 6,1 Prozent für zwölf Monate sowie eine Ergebnisbeteiligung für dieses Jahr bis drei Prozent angeboten. Die Tarifverhandlungen von Lufthansa und Ufo waren zuletzt ergebnislos abgebrochen worden.

"Da die Arbeitgeberseite bislang kein verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt hat, sieht sich die Ufo gezwungen, ihre Warnstreiks auszuweiten", hatte Ufo-Tarifchef Joachim Müller am Vorabend erklärt. Die Forderungen der Gewerkschaft seien "inhaltlich nicht nachvollziehbar", sagte dagegen Lufthansasprecherin Claudia Lange. Die Forderungen passten nicht ins wirtschaftliche Umfeld. Den Streik kritisierte sie als "absolut unverhältnismäßig und unnötig".

Nach eigenen Angaben hat die Ufo einen Organisationsgrad von weit mehr als 70 Prozent bei den insgesamt rund 16.000 Kabinenmitarbeitern.

AP
 
 
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