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Lufthansa streicht am Donnerstag viele Flüge

Erneute Geduldsprobe für Flugreisende: Lufthansa-Passagiere müssen am Donnerstag wegen Warnstreiks mit Chaos rechnen. Am Vormittag streicht die Airline sämtliche Deutschland- und Europaflüge.

Wartende Fluggäste: So voll könnte es auch in Hamburg und Stuttgart werden.

Wartende Fluggäste: So voll könnte es auch in Hamburg und Stuttgart werden.

Wegen des angekündigten flächendeckenden Warnstreiks streicht die Lufthansa für den Donnerstagvormittag sämtliche Deutschland- und Europaflüge. Betroffen sind Verbindungen, die in der Zeit zwischen 5 und 12 Uhr geplant waren. Langstreckenflüge von Frankfurt, München und Düsseldorf sollten nach Möglichkeit stattfinden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit. Die Passagiere werden gebeten, sich über die Internet-Seite www.lufthansa.com über den Status ihres Fluges zu informieren. Die Warnstreiks werden von der Gewerkschaft Verdi organisiert.

Zuvor hatte die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte der Lufthansa zu Warnstreiks an "zahlreichen deutschen Flughäfen" aufgerufen. Betroffen seien unter anderem Deutschlands größter Airport in Frankfurt am Main sowie Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Köln. Die Gewerkschaft wolle damit Druck auf den Konzern vor der zweiten Verhandlungsrunde am Freitag in Frankfurt ausüben.

In der ersten Gesprächsrunde hätten die Arbeitgeber einen "völlig inakzeptablen Forderungskatalog" vorgelegt, erklärte Christine Behle, Mitglied im Bundesvorstand von Verdi. Dieser habe neben einer Nullrunde bis Januar 2015 auch eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde vorgesehen. Gleichzeitig sollen laut Verdi bis Januar 2015 auch Steigerungsstufen bei den Mitarbeiterentgelten ausgesetzt werden. Vorgesehen sei zudem, dass Teile der Bezahlung der Mitarbeiter vom Geschäftserfolg abhängig gemacht werden. Verdi habe diese Forderungen abgelehnt.

Lufthansa durchläuft Sparprogramm

Die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa hatten Ende Februar begonnen. Verdi fordert für rund 33.000 Beschäftigte des Konzerns 5,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Gewerkschaft will daneben Verbesserungen für die Auszubildenden der Fluggesellschaft. Auch das Thema Beschäftigungssicherheit steht für die Gewerkschaft auf der Tagesordnung. Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, der Catering-Tochter LSG, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine.

Die Lufthansa durchläuft derzeit ein Sparprogramm. Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und dadurch zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

mlr/AFP/Reuters/DPA/DPA/Reuters

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