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Wenn Gänsehaut unter der Schädeldecke zu den Erfahrungen gehört, die man schon immer mal machen wollte, dann ist Fantomas' neues Werk "Delirium Cordia" der perfekte Weg dahin.
"Gelb-schwarze Zecke" - "blöder Schalker": Nach der vergeigten Meisterschaft kam es in Hagen zum Ehedrama. Aus Frust und im Suff wollte ein Fan Schal und Kutte verbrennen - mitten im Wohnzimmer. Polizeibeamte konnten das Schlimmste verhindern.
Der Ökotrend der Großstadt-Hedonisten macht auch vor dem platten Land nicht halt. Die traditionell eher dem schmutzigen Delirium zugetanen Festival-Freunde werden auf dem "Hurricane"-Open-Air jetzt mit "Spießern" konfrontiert, die ihre Ruhe wollen. Ärger ist vorprogrammiert.
Noch 25 Tage bis zur Hochzeit. Schon jetzt dürfen sich die britischen Untertanen auf ein kräftiges Bumsfallara freuen. Denn während hierzulande keine anständige Hochzeit ohne Ententanz und Polonaise auskommt, bekommen William und Kate am schönsten Tag ihres Lebens den Marsch geblasen.
Es geht um die Rolling Stones, um Männergehabe, um Drogen, gelegentlich um Sex - aber vor allem dreht sich Keith Richards' "Life" um den Rock'n'Roll. Jochen Siemens hat das Buch gelesen und ist begeistert.
Judith Holofernes und Pola Roy sind Ehepartner, zweifache Eltern - und immer noch ein Teil von "Wir sind Helden". Das neue Album der Band "Bring mich nach Hause" erscheint heute. Ob Holofernes und Roy Beruf und Privatleben auch weiterhin vereinbaren können, wissen sie nicht, verraten sie im Neon-Interview.
Aufregung um die Indierocker von MGMT: MTV weigert sich, ihr neues Musikvideo "Flash Delirium" auszustrahlen. Der Grund: Im Clip wird Sänger Ben Goldwasser ein Riesenwurm aus der Luftröhre entfernt - zu viel für die Fernsehmacher. Bereits in der Vergangenheit wurden etliche Musiker von TV-Serndern aus dem Programm gestrichen. Geschadet hat es niemandem.
Wer zu oft Tabletten gegen Kopfschmerzen schluckt, kann genau deswegen noch mehr Schmerzen bekommen. Das klingt paradox - ist aber traurigerweise wahr. Immer mehr Menschen geraten so in einen Teufelskreis: Sie werden abhängig von den Medikamenten.
Der Affe war’s. Welcher weißbäuchige deutsche Tourist ist denn auch so bekloppt, einen Affen zu essen? Es war ein häßliches schwarzes Äffchen, mit häßlichem Gesicht und großen, häßlichen, hellbraunen Augen, durch die er alle doof angeguckt hat. Keine Ahnung, welche Art. Bestimmt unter Naturschutz. Schande über mich. Dabei hab ich doch nur ein Stückchen probiert. Moral hin oder her. Es war ja nicht gerade ein Schimpanse. Und die Leute in Kono, im Norden, essen jeden Tag Affen. Da kommt es auf einen Bissen – ein „bißchen“, höhö – ja nun auch nicht an. Oder habe ich für alle Zeiten meine Unschuld verloren? Hab ich die Karte überreizt? Bin ich nun verdammt? Wird Gott oder Gaja mich bestrafen? Es sieht fast so aus: Meine beiden Kumpels aus Deutschland haben nicht probiert. Und Sie haben auch kein Typhoid Fever. Es war in Kono, der Diamantenstadt im Nordosten, die letzte Station unseres fünftägigen „Landausflugs“. Mein Afrika-Kumpel Ngewoh hat uns zu seiner dort ansässigen Familie eingeladen. Es gab Fisch mit Reis und Scharf. Am nächsten Tag sind wir dann Diamantenschürfen gegangen. Und danach sind wir noch einmal bei den Ngewohs reingeschneit, um tschö-und-danke zu sagen, und wir wollten ja gerade los, da kommt eine Cousine oder Schwester von Ngewoh an und fragt, ob wir denn nicht den Affen von Tantchen sehen wollen, die wohne ja nur um die Ecke. Klar, Affe, ist lustig, hin da, ist ja nur um die Ecke. Rüber zum Tantchen-Haus. Durchs Haus durch, auf den Hinterhof. In einer dunklen Ecke ist ein schwarzer Affe angekettet, mit vielleicht drei Metern Auslauf. Tierschützer würden heulen, aber, mit Verlaub, was ICH in diesem Land schon alles gesehen hab, hey, immerhin hat das Vieh alle Beine und eitert nicht. Sagen wir es mal so: Die Bevölkerung von Sierra Leone ist noch nicht ganz auf dem Trichter von wegen Tierschutz und achtenswertes Leben und so (Tacugama und Tiwai ausgeschlossen). Nun, wir sagen Goodbye zum Affen und latschen etwas bedröppelt wieder durchs Haus. Auf der Veranda an der Vorderseite hat Tantchen mittlerweile eine Suppe zubereitet. Was für eine Suppe? Affensuppe. „Von der selben Art, die wir gerade gesehen haben“, sagt Ngewoh begeistert, „absolute Kono-Delikatesse.“ Er schnappt sich eine Schüssel und löffelt braune Affensuppe rein. Dann macht er sich über die Fleischbröckchen her. Er sucht ein besonders gutes oder zartes oder affiges Stück aus und reicht es mir. Ich, natürlich ganz Indiana Jones und mit allen Wassern gewaschen und sowieso, man muß ja auch höflich sein und andere Kulturen akzeptieren und so, außerdem hat mir mein Kumpel Phat, der in Hong Kong gearbeitet hat, erzählt, daß die Europäer total unoffen für neue Geschmäcker wären, ich greife also zu und esse das Affenfleisch. Für Phat, und Harrison Ford. Hat komisch geschmeckt. Nicht mal schlecht. Irgendwie sauer. Und überhaupt: Jetzt habe ich Affe gegessen. Ein Punkt weniger auf der Liste. Zweiter Akt. Wir brechen auf. Die 400 Kilometer nach Freetown dauerten im Poda Poda gefühlte sechs Wochen. Davor noch zwei Stunden Polizeistreß weil wir Weiße sind und da könnte ja was zu holen sein. Irgendwann nach Mitternacht in Freetown angekommen. Ins Bett gefallen. Von schwarzen Affen geträumt. Am nächsten Morgen: Fieber. Diarrhö. Aber vom Feinsten. Ich schleppe mich zum Telefon und mache wenigstens für meine beiden deutschen Kumpels eine Aktivität klar. Danach gebe ich mich dem bunten Rhythmus des Lebens hin: Schwarz vor Augen. Schlafen. Diarrhö. Schwarz vor Augen. Schlafen. Diarrhö. Das ganze ungefähr alle 20 Minuten und über 24 Stunden. Am Tag darauf fängt das Erbrechen an. Eine Freundin bugsiert mich irgendwie ins nächste Krankenhaus. Diagnose: Top Leberwerte. Aber Typhoid-Fever-Salmonellen schwirren in erheblichen Mengen in diversen anderen Systemen umher. Und zwar beide Arten, worin auch immer diese sich unterscheiden. Ach wie schön ist Panama. Dr. Dingsbums verschreibt mir Antibiotika. Ich bin im Delirium und höre nur noch „very very strong“. Mir doch egal, ich will nach Hause. Meine Freundin besorgt die Pillen, dann ab ins Taxi, ab nach Hause, ab aufs Klo, ab ins Bett. Ich schmeiße den ersten Trip. Drei Pillen, eine sehr große weiße und zwei nicht ganz so große, auch weiß. Die Verpackung ist auf chinesisch. Der Beipackzettel auf französisch. Alles fängt an zu kribbeln und ist hypersensitiv. Ich schlafe ein. Abends die zweite Pille. Klo. Bett. Wo bin ich überhaupt? Das ganze dauert drei, vier Tage, dann ist wenigstens das Fieber runter. Ich setze die nicht ganz so großen weißen Pillen ab. Habe im Internet herausgefunden, daß sie ordinäres Paracetamol sind. Wenn das fürs Kribbeln verantwortlich ist, brauch ich’s wirklich nicht. Hat nicht geklappt, aber eine Woche später kann ich mich wieder halbwegs bewegen. Ich verlasse sogar das Haus, für zwei Nachmittage. Vergesse dabei natürlich prompt meinen Gute-Nacht-Trip mit den Antibiotika. Fühle mich wirklich besser und denke mir, daß das ganze Unwohlsein vielleicht von den dicken weißen Brummern herrührt. Aber wir wissen ja: Niemals Antibiotika absetzen. Das führt zu Mutationen und Dir kann ein dritter Arm wachsen oder eine zweite Nase. Oder die Bakterien überleben, was noch schlimmer ist. Von Freitag bis Montag hatte ich kein Strom, kein Internet, kein Gas, kein Wasser. Ein Freudenfest für jeden Typhiod-Patienten und seine ganze Bazillenschar. Da wird halt nur jedes vierte mal das Klo gespült, mit der Wasserflasche. Man sollte nur tunlichst aufpassen, daß einem nicht die Taschenlampe dort hineinfällt. Es war keine schöne Zeit, wirklich nicht. Vor drei Tagen hab ich den letzten Böller geschluckt. Mir geht’s immer noch hundeelend, aber besser als mit den Dingern. War heute Mittag sogar auswärts essen, einen „Hamburger“, mmmmhhh. Vor einer Stunde oder so hab ich ihn wieder schön ins Klo geschüttet, aber rückwärts. Habe sechs Kilogramm abgenommen. Tolle Sache. Wenn ich nur das Wort „Essen“ höre, dreh ich am Rad. Typhoid Fever wird durch Fäkalien übertragen. Das heißt, irgendein unartiger Schelm hat sich da wohl nicht richtig die Hände gewaschen beim Affenkochen. Leckerlecker. Morgen gehe ich noch mal zu Doktor Dingsbums. Mal gespannt was er sagt. Das jedenfalls ist meine Entschuldigung für meine derzeitige Abstinenz im Blog. Ich hoffe sie wird akzeptiert. Wenn nicht, verseuche ich meinen nächsten Eintrag mit Typhoid-Viren. Ich muß ja im Prinzip nur die Tastatur anfassen.
Sich einmal wie die Reichen und Schönen fühlen: In der elften Topmodels-Folge erhielten die Kandidatinnen eine Einführung, wie man Geld auch in Zeiten der Krise zum Fenster rauswirft, und mussten in ihre Seelen gucken. Das bekam ihnen gar nicht gut.
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Unter einem Delirium versteht man eine akute psychische Störung, die meist eine organische Ursache hat, oder häufig aufgrund von Drogenwirkung oder Drogenentzug entsteht.