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Deutsche Airlines sollen Pannen verschwiegen haben

Der Beinahe-Absturz einer Maschine der Germanwings Ende 2010 wurde erst dieser Tage bekannt. Angeblich sollen auch andere "meldepflichtige Störungen" nicht angezeigt worden sein.

  Ein Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings bei der Landung am Flughafen Köln/Bonn

Ein Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings bei der Landung am Flughafen Köln/Bonn

Deutsche Fluglinien sollen mehrmals Schwierigkeiten mit Maschinen nicht gemeldet und damit gegen Vorgaben verstoßen haben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf einen zwei Jahre alten Bericht des Luftfahrtbundesamtes. Dessen Fachleute seien "auf der Grundlage interner Analysen zu dem Ergebnis gekommen, dass meldepflichtige Störungen den zuständigen Behörden oftmals nicht angezeigt werden", heißt es dem Nachrichtenmagazin zufolge in einer Expertise der Behörde vom November 2010. Die Lufthansa widersprach der Darstellung.

Der zwei Jahre zurückliende Beinahe-Absturz einer Germanwings-Maschine in Köln passierte laut "Spiegel" einen Monat nach der Vorlage des amtlichen Berichts. Die Fast-Katastrophe war erst dieser Tage bekannt geworden. Schuld daran, dass der Flieger fast verunglückt wäre, waren giftige Dämpfe in der Kabine. Aus dem gleichen Grund erkrankten Anfang September mehrere Passagiere der XL-Airways in Köln.

Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty erklärte, das Unternehmen halte sich an die gesetzlichen Bestimmungen. "Das, was gemeldet werden muss, melden wir auch." Nicht jeder untypische Geruch an Bord sei meldepflichtig. Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa, die die größte deutsche Airline ist.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) in Braunschweig hatte zu dem Vorfall des Passagierjets von Germanwings am 19. Dezember 2010 einen Zwischenbericht vorgelegt. Der aus Wien kommende Airbus A319 mit 149 Menschen an Bord befand sich demnach im Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn in 1000 Meter Höhe, als die Piloten im Cockpit einen außergewöhnlichen Geruch wahrnahmen, eine "Mischung aus verbrannt und elektrisch Riechendem".

Ramsauer für gemeinsames Vorgehen in Europa

Erst fühlte sich der Copilot "kotzübel", seine Arme und Beine wurden taub. Dann verspürte auch der Pilot ein starkes Schwindelgefühl, und er bemerkte, wie ihm "im wahrsten Sinne des Wortes die Sinne schwanden". Als Ursache für den außergewöhnlichen Geruch im Cockpit schließen die Ermittler einen Brand aus. Sie vermuten, dass Enteisungsflüssigkeit die Luft verseucht hatte.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer fordert ein gemeinsames europäisches Vorgehen, um Probleme mit griftiger Luft im Cockpit zu lösen. Er wies Vorwürfe zurück, die Behörden würden Probleme mit den Öldämpfen vertuschen. "Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung befasst sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Kabinenluft", sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel". "nichts wird von den Ermittlern unter den Teppich gekehrt."

tso/dpa/DPA

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