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Europas Gewässer werden immer sauberer

Die große Mehrheit der Badestellen in Europa verspricht ungetrübte Badefreuden: Bei 94 Prozent ist die Wasserqualität passabel bis ausgezeichnet. Besonders Deutschland schneidet gut ab.

Von Till Bartels

  Hinein ins noch kalte, aber saubere Wasser: am Strand des Seebades Glowe an der Ostsee.

Hinein ins noch kalte, aber saubere Wasser: am Strand des Seebades Glowe an der Ostsee.

Zwar lässt das Sommerwetter noch auf sich warten, aber die Aussichten für die Badesaison an der deutschen Ost- und Nordsee sowie an den Seen im Binnenland sind ausgezeichnet. Zu diesem Ergebnis kommt der neuste EU-Badegewässer-Bericht. An deutschen Küsten haben fast vier von fünf Badestellen das Gütesiegel "exzellent" bekommen. Auch bei Deutschlands Binnengewässern ist die Qualität an fast neun von zehn Stellen sehr gut.

Allein in Deutschland wurden 2300 Badegewässer untersucht, von denen 88 Prozent die Bestnote erhielten. Weitere sieben Prozent waren demnach immer noch ausreichend sauber. Die deutschen Nord- und Ostseestrände erhielten zu knapp 80 Prozent die Bestwertung.

Badeseen mit Verunreinigungen

Eine schlechte Wasserqualität fanden die Tester nur an acht Stellen in Deutschland, darunter die Gemeindebadestelle Götheby an der Schlei in Schleswig-Holstein, die Kleine Badewiese an der Unterhavel, die Badestelle am Campingplatz Siersburg im saarländischen Rehlingen-Siersburg, der Blausteinsee bei Aachen und das Strandbad Eriskirch am Bodensee.

Urlaubsländern wie Zypern, Malta, Kroatien und Griechenland bescheinigt die EU-Kommission eine hervorragende Wasserqualität. Für die jährliche Veröffentlichung prüft die Europäische Umweltagentur mehr als 22.000 Gewässer. Die meisten davon liegen an der Meeresküste. Die Daten basieren immer auf dem Vorjahr und berücksichtigen die 27 EU-Länder sowie die Schweiz und Kroatien.

Weniger Gewässer mit Problemen

Europaweit blieb die Zahl von 249 Küstengewässern mit schlechter Wasserqualität fast konstant. Diese liegen vor allem an der Nordwestküste Spaniens, am Golf von Neapel und der mittleren Adriaküste in Italien. Eine schlechte Bewertung erhielt auch die belgische Nordseeküste, wo zwölf Prozent der Badegewässer durchfielen. In den Niederlanden erfüllten sieben Prozent der Gewässer nicht die Mindestanforderungen, in Großbritannien sechs Prozent.

Die Anzahl an Küstenabschnitten, wo das Baden wegen Verschmutzung untersagt ist, verringerte sich auf 40 Badestellen. Im Jahr 2012 wies der Badegewässerbericht noch 207 Strände aus, die durch eine höhere Konzentration von Fäkalbakterien, Verschmutzung durch heftige Regenfälle oder Bautätigkeiten negativ aufgefallen waren.

78 Prozent mit exzellenter Wasserqualität

Die Wasserqualität in den bei Deutschen beliebten Urlaubszielen wie Spanien, Italien und Portugal blieb insgesamt gut. In ganz Europa verbesserte sich Anzahl der Badestellen mit der Bestnote "exzellente Wasserqualität" um ein Prozent auf jetzt 78 Prozent der insgesamt 22.000 Gewässer. Noch in den frühen 90er Jahren erfüllten nur etwa 60 Prozent der Gewässer die Höchststandards.

Auf der Internetseite http://eyeonearth.org können sich Urlauber über die Sauberkeit der einzelnen Strände, Flüsse und See informieren. "Alles, was wir jetzt noch brauchen, ist ein bisschen Sonnenschein und dass der Sommer endlich anfängt", sagte der Sprecher von EU-Umweltkommissar Janez Potocnik bei der Präsentation des Badegewässer-Berichts in Kopenhagen.

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