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3. Mai 2009, 19:41 Uhr

Kampf dem Flickenteppich im Himmel

Schneller und ökologischer soll das Fliegen in Europa werden. Brüssel hat eine Neuordnung des Luftraums beschlossen, um die Reisewege zu verkürzen. stern.de zeigt die Lärmzonen in der Nachbarschaft deutscher Flughäfen. Von Jan-Arwed Richter

Flugkorridore, Flugkontrollzonen, Single European Sky, Flugspurenkarten

Das Zusammenspiel von Piloten und Fluglotsen wird durch das Luftraumabkommen optimiert© Picture Alliance

Über drei Millionen Flüge werden im Himmel über der Bundesrepublik pro Jahr abgewickelt. Doch ein Flugzeug fliegt nicht auf direktem Weg von A nach B, sondern macht erhebliche Umwege, weil der europäische Luftraum in 650 Sektoren und 60 Kontrollzentren aufgeteilt ist. Auf der Strecke von Paris nach München verlängert sich durch die Bürokratie die Flugstrecke um 110 Kilometer.

Schengen am Himmel

Nun soll alles besser werden. Das Europäische Parlament beschloss eine Neuregelung, die bis 2012 umgesetzt werden soll. Statt wie bisher mehrere Flugkontrollzonen pro Land wird es künftig nur noch neun Lufträume in Europa geben, die alle miteinander direkt vernetzt sein werden. Ziel dabei ist es, überlastete Lufträume zu entzerren, teure Umwege für Flugzeuge zu vermeiden und dadurch die CO₂-Emissionen zu senken.

Die kürzlich beschlossene Neuaufteilung soll ein Zwischenschritt sein, bis der "Single European Sky" (SES), der vereinte Himmel über Europa, Wirklichkeit wird. Bereits heute versuchen die Fluglotsen, die Wege der landenden und startenden Maschinen zu optimieren. Die strengen Regeln des Lärmschutzes zwingen Piloten und Fluglotsen jedoch zu Kompromissen, solange über den Wolken noch die Kleinstaaterei praktiziert wird.

Von Jan-Arwed Richter
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
gesox (03.05.2009, 20:57 Uhr)
Nur die halbe Wahrheit
Der Artikel gibt leider nur die halbe Wahrheit wieder: die Bestrebungen, die Routen zu ändern, rühren vor allem daher, daß die Airlines Geld sparen wollen.
Die Anwohner und die Umwelt sind ihnen letztlich völlig egal.
So wird es speziell am Frankfurter Flughafen niemand verwundern, wenn die neuen Routen zu einer merklich höheren Lärmbelastung der Anwohner führen werden.
Die beste Entlastung für Umwelt und Menschen besteht immer noch darin, auf überflüssige Flüge zu verzichten und die Preise für den Flugverkehr realistisch zu gestalten.
Derzeit wird der Wettbewerb zwischen den Verkehrsmitteln nämlich massiv verzerrt, dank üppigster Subventionen:
- die völlige Befreiung von der Mineralölsteuer, von der wir Autofahrer nicht mal nachts träumen dürfen, kostet den Steuerzahler im Jahr etliche Milliarden.
- Die Infrastruktur, also Flughäfen, Flugsicherung etc. verschlingen ebenfalls Unsummen, von denen die Airlines nur Bruchteile bezahlen.
- Die Fluglinien zahlen praktisch keinen Cent für die gewaltigen Umweltschäden, die sie verursachen. Die vorgesehene Beteiligung am Emissionshandel ist so lächerlich gering, daß die Wirkung gleich null sein wird. Schallschutzfenster für durch den Fluglärm praktisch enteignete Anwohner sind ebenso nicht auf der Rechnung.
ganzbaf (03.05.2009, 20:17 Uhr)
Hm...

oder Fliegen wird eines Tages wegen der Seuchenverbreitungsdominanz verboten ;-?
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