Die passende Unterkunft für den Traumurlaub ist ein Hotel mit Meerblick. Wir stellen die schönsten Strandhotels an Nord- und Ostsee, an Atlantikküste und Mittelmeer vor - Meeresrauschen inklusive. Von Andrea Freund
Ein Strand, der Dichter inspiriert
Hôtel Flaubert, Normandie, Frankreich
Claude Monet hat diesen Strand gemalt und dabei etwas Sand eingearbeitet. Gustave Flaubert hatte sich 1836 hier unglücklich verliebt; er war 15, sie 26 und verheiratet. Der kilometerlange Strand von Trouville in der Normandie hat Große zu Großem inspiriert - den Schriftsteller schließlich zum Roman "L'Éducation sentimentale" (Die Erziehung der Gefühle), den Fernand Moureaux so schätzte, dass er sein Hotel nach Flaubert benannte.
1936 eröffnete es der frühere Bürgermeister des einstigen Fischerdorfes in einem der Häuser aus der Belle Époque, die sich mit ihren Zinnen und Türmen ganz nach vorn an den Strand drängeln: Seines prunkt mit Balkonen, auf denen man sich morgens Croissants und Café au lait servieren lassen und das Treiben auf der Holzplanken-Promenade beobachten kann. Danach mit der Zeitung aufs ausladende Bett, die Flügeltüren weit geöffnet - französischer kann der Tag nicht beginnen.
Und dass er so weitergeht, dafür bürgt Moureaux' Großnichte Isabelle Caupeil: Die Zimmer und besonders die plüschige Bar "Le Bovary", die auch als Tee- und Frühstückssalon dient, hat sie mit selbst gesammelten Antiquitäten ausstaffiert. Dazu passen die humorigen Plakate von Frankreichs berühmtem Grafikdesigner Savignac, der bis zu seinem Tod gern auf ein Glas Calvados vorbeischaute. Bei ihm hat der Leuchtturm von Trouville den Körper einer Möwe.
Infos: Hôtel Flaubert, Rue Gustave Flaubert, Trouville-sur-Mer, Frankreich, Tel. 0033-2-31 88 37 23; DZ ab 95 Euro.