Nirgendwo wird die kürzeste Nacht des Jahres so aufregend wie in Ciutadella auf Menorca begangen: mit geschmückten Pferden, die sich aufbäumen und der jubelnden Menge gefährlich nahe kommen.
Was für eine Fiesta: Tausende schieben sich auf der Baleareninsel Menorca durch die engen Gassen von Ciutadella. Die Menschen begehen die Festes de Sant Joan, das Fest zu Ehren des Heiligen Johannes. Er ist der Schutzpatron der Stadt. An seinem Namenstag am 24. Juni wird mit einem jahrhundertealten Ritual der Sommer eingeläutet.
Wenn die Tage besonders lang und die Nächte am kürzesten sind, steht der Ort an der Westküste Menorcas Kopf. Menorquiner wie Urlauber wollen hautnah miterleben, wie Ross und Reiter ihr Können vorführen. Viel Platz gibt es in den engen Gassen und auf den Plätzen der ehemaligen Hauptstadt kaum. Das Publikum und die sich wild aufbäumenden Pferde kommen sich bedrohlich nahe.
Über den Ursprung des mittelalterlichen Festes auf Menorca, der kleinen Schwesterinsel von Mallorca, ist nur wenig bekannt. Die Festes de Sant Joan dürfte aber auf heidnische Bräuche zur Sommersonnenwende zurückgehen. Im Mittelpunkt stehen Pferde, die Kunststücke vollführen.